Vorfall in Bönen

Nach Diebstahl Ladendetektiv verletzt: Bewährungsstrafe für 71-Jährige

Ein 34-Jähriger aus Hamm muss sich vor dem Dortmunder Landgericht wegen Ladendiebstahls verantworten.
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Das Amtsgericht Unna verurteilte eine 71-jährige Frau nach einem Diebstahl in Bönen.

Eine 71-Jährige ist wegen Ladendiebstahls und fahrlässiger Körperverletzung vom Amtsgericht Unna zu einer Bewährungshaft von vier Monaten verurteilt worden. Die Frau aus Hamm hatte nach ihrem Diebstahl in einem Supermarkt in Bönen versucht, mit einem Motorroller wegzufahren und dabei den Ladendetektiv verletzt. 

Unna/Bönen – Nach einem Ladendiebstahl wurde eine 71-Jährige vor dem Geschäft in Bönen vom Detektiv gestellt, geriet in Panik, gab mit ihrem Roller Gas und fuhr ihn an. Fahrlässige Körperverletzung und Diebstahl wurden der einschlägig vorbestraften Frau nun vor dem Amtsgericht Unna vorgeworfen. Sie erhielt eine letzte Bewährungschance.

Snackmöhren, eine Zitrone, Bananen und eine Maske im Wert von rund vier Euro steckte die Seniorin mit zwölf Eintragungen im Strafregister am frühen Abend des 25. März in dem Bönener Supermarkt ein. Danach zahlte sie einige andere Dinge, verließ den Laden und machte kurz darauf die Bekanntschaft des Detektivs. Der wollte in ihre Tasche gucken. Sie rückte einen Teil der Beute raus, wollte ihn aber dann nicht in das Büro begleiten. Daraufhin drohte er ihr mit der Polizei. Sie stieg auf den Roller, er wollte ihr den Weg versperren und dürfte das schnell bereut haben. Das Zweirad streifte sein Schienbein und er trug eine schmerzhafte Rötung davon.

Keine Zweifel beim Richter

Das versehentliche Anfahren stellte die 71-Jährige aus Hamm nun im Prozess gar nicht in Abrede. Der Mann sei ihr trotz Corona sehr nahegekommen, habe laut geschrien und sie habe Panik bekommen. „Das wollte ich nicht, das tut mir leid.“ Aber den Vorwurf, etwas geklaut zu haben, den wollte sie nicht hinnehmen. Sie habe lediglich Kohlrabiblätter für ihre Meerschweinchen genommen und da sich in der Kiste auch eine offenbar ausrangierte Zitrone befunden habe, habe sie die ebenfalls eingesteckt. Und bei der Maske habe es sich um ihre eigene gehandelt – ihre Reserve.

Der Detektiv schilderte die Vorgänge im Zeugenstand gänzlich anders. Die alte Dame habe sehr wohl gestohlen – auch wenn er sich an einige Details nicht erinnern könne. Während der Verteidiger an der Glaubwürdigkeit des Zeugen zweifelte und eine Verurteilung ausschließlich wegen der fahrlässigen Körperverletzung beantragte, hatten der Ankläger und der Richter keine Zweifel, dass die Angeklagte in jeder Hinsicht schuldig war. Für die 71-Jährige endete der Prozess mit vier Monaten Haft auf Bewährung und einer durchaus eindringlichen Warnung des Richters vor neuen Straftaten und deren Folgen: „Lassen Sie es einfach sein.“

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