Stichwahlen im Kreis Unna und in Hamm:

Bönener Fraktionsspitzen von CDU und SPD bewerten Ergebnisse

Mario Löhr (SPD) gewinnt die Stichwahl gegen Marco Morton Puffke (CDU). Er wird somit neuer Landrat im Kreis Unna
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Mario Löhr (SPD, links) gewinnt die Stichwahl gegen Marco Morton Puffke (CDU). Glückwünsche an den neuen Landrat kommen auch aus Bönen

Bönen – Die Entscheidungen sind gefallen: Im zweiten Durchgang wurde Mario Löhr (SPD) zum Landrat des Kreises Unna gewählt, sein Parteigenosse Marc Herter löst in Bönens Nachbarstadt Hamm Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann ab. In der Unna unterlag die SPD-Kandidatin Katja Schuon knapp dem CDU-Kontrahenten Dirk Wigant im Kampf um das Bürgermeisteramt. Die heimischen Spitzen von CDU und SPD haben die Stichwahlen am Sonntag gespannt verfolgt und jetzt bewertet.

„Wir freuen uns, dass Mario Löhr es geschafft hat – und zwar mit einem so deutlichen Vorsprung“, sagt Michael Ruhe, Gemeindeverbandsvorsitzender der Bönener SPD. „Nach dem Ergebnis bei der Kommunalwahl am 13. September war das ja nicht so überraschend, aber mit einem so deutlichen Ergebnis haben wir dann doch nicht gerechnet“, spricht Ruhe die 61,94 Prozent der Stimmen an, die der künftige Landrat von den Wählern im Kreis erhalten hat. „Als Bönener SPD hoffen wir, dass unsere Ideen im Kreis nun noch besser umgesetzt werden, zumal wir mit Sabine Lutz-Kunz und Norbert Enters zwei Kreistagsmitglieder stellen, die sich auf die Zusammenarbeit mit ihm freuen.“ Der bisherige Landrat Michael Makiolla sei bei den Bürgern sehr beliebt, Löhr trete als Nachfolger damit in sehr große Fußstapfen. Dass er aber Landrat kann, davon ist Michael Ruhe überzeugt. „Nach elf Jahren Bürgermeister in Selm weiß er, wie das geht. Er wirkt mit, pakt an. Und das nehmen ihm die Leute auch ab, wie das Wahlergebnis jetzt zeigt“, findet der Bönener Sozialdemokrat.

In Unna hat das hingegen aus SPD Sicht nicht so gut geklappt. Allerdings lässt sich bei einem haarscharfen Ergebnis von 50,62 zu 49,38 Prozent für CDU-Mann Dirk Wigant kaum noch von einer Niederlage für die Sozialdemokratin Katja Schouon reden. „Die SPD in Unna hat sich in den vergangenen Monaten gefangen und im Wahlkampf einen guten Job gemacht“, so Ruhe. Jetzt müsse Wigant zeigen, dass er die Kreisstadt im Griff habe.

Von der geringen Wahlbeteiligung enttäuscht

Gar nicht knapp und damit um so überraschender ist für den Bönener der Ausgang der Stichwahl in Hamm. SPD-Genosse Marc Herter setzte mit 63,57 Prozent den dienstältesten Oberbürgermeister NRWs ab. „Wir freuen uns sehr mit Marc Herter und drücken ihm fest die Daumen, dass der Umbruch in Hamm gelingt. Vielleicht können wir als kleine Nachbarn in Bönen gemeinsam etwas bewegen, etwa in den Bereichen Verkehr oder Logistik“, wünscht sich Ruhe. Was er jedoch sehr bedauert ist die geringe Wahlbeteiligung in Bönen am Sonntag von gerade einmal 24,36 Prozent. „Da müssen sich nicht nur die Politiker die Frage stellen, ob sie alles richtig machen, sondern auch die Bürger“, findet er.

Das mangelnde Interesse an der Landratswahl enttäuscht Torsten Goetz, Vorsitzender der CDU Bönen, ebenfalls. „Ich finde es schade, dass sich so wenig Leute daran beteiligt haben.“ Dazu beigetragen, dass die Bönener nicht erneut ins Wahllokal gegangen sind, habe sicher die bereits entschiedene Bürgermeisterwahl. Nichtsdestotrotz sei die Landratswahl von großer Bedeutung für die Menschen vor Ort. Ebenso bedauert Goetz es, dass CDU-Kandidat Marco Morton Pufke die Stichwahl um das Landratsamt verloren hat. „Er wäre sicher gut für Bönen gewesen. Jetzt bin ich gespannt, was Mario Löhr für den Kreis Unna auf die Beine stellen kann.“ Ihm gilt sein ehrlicher Glückwunsch, sagt Goetz. „Was er als Bürgermeister in Selm geleistet hat, ist durchaus anerkennenswert“, so der Christdemokrat. Die Stadt habe sich unter seiner Führung sehr gut entwickelt..

Als ehemaliger Hammer kann Goetz den Wunsch der Nachbarn auf einen Wechsel im Hammer Rathaus nachvollziehen – auch wenn die Niederlage von Thomas Hunsterger-Petermann schon eine Niederlage für die CDU sei. „Dafür freue ich mich natürlich riesig für Dirk Wigant in Unna. Ich hoffe, dass es ihm gelingt, trotz der Knappheit der Entscheidung alle Fraktion an einen Tisch zu holen, um etwas Gutes für Unna zu bewirken.“

Aufgaben für die Politiker vor Ort

Der Wahlausschuss der Gemeinde hat die Ergebnisse der Kommunalwahl am 13. September bereits bestätigt. Für die Parteien und Gemeinschaften heißt es nun, sich Gedanken um die Verteilung der Ämter und Aufgaben im Rat und den Gremienzu machen. Die CDU will dazu im Oktober einen Fraktionsgeschäftsplan erarbeiten. Ähnlich ist es bei der SPD. Innerhalb der Fraktion wird überlegt, wer welche Themen gut vertreten kann und wer die Zeit für welche Aufgaben hat, wie der Gemeindeverbandsvorsitzende Michael Ruhe erzählt. Die konstituierende Sitzung des Gemeinderates für den 12. November geplant.

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