Bönens neuer Bürgermeister Rotering: Umzug so schnell wie möglich

Eßkuchen verzichtete auf die Wahlleitung

Rainer Eßkuchen

Bönen - Bürgermeister Rainer Eßkuchen gratulierte seinem am Sonntag gewählten Nachfolger Stephan Rotering nicht zur Wahl. Wie der bisherige Rathauschef erst am Montag bekannt machte, hatte er die Wahlleitung zehn Tage vor der Abstimmung intern seinem Stellvertreter, Kämmerer Dirk Carbow, übertragen, um nicht in den Verdacht der Manipulation zu geraten.

Daran werden sich die Bönener erst einmal gewöhnen müssen: Bürgermeister Stephan Rotering. Dass sich der parteilose Kandidat aus Welver mit Unterstützung von CDU, Grünen, BgB und FDP am Wahlsonntag so klar gegen den sozialdemokratischen Fachbereichsleiter Robert Eisler durchsetzen würde, hatten selbst die kühnsten Optimisten des Zweckbündnisses nicht erwartet.

Sein Amt im Bönener Rathaus wird Rotering allerdings erst am 21. Oktober antreten, wenn die Amtszeit von Bürgermeister Rainer Eßkuchen ausläuft. Der langjährige SPD-Verwaltungschef und Vorsitzende des Gemeinderates nahm auch gestern keinen Kontakt zu seinem Nachfolger auf.

Über seine Frau Helen Menzies-Eßkuchen ließ Rainer Eßkuchen überraschend mitteilen, dass er die Wahlleitung vor zehn Tagen niedergelegt habe, um nicht in den Verdacht der Manipulation zu kommen. Die Aufgabe habe er Kämmerer Dirk Carbow übertragen. Außerdem sei ihr Mann aus gesundheitlichen Gründen am Sonntag gehandicapt gewesen, so Helen Menzies-Eßkuchen. Zu Roterings Gratulanten im Rathaus gehörte neben Dirk Carbow am Wahlabend mit Landrat Michael Makiolla zumindest noch ein weiterer prominenter Sozialdemokrat.

Stephan Rotering tritt sein Amt als Bönener Bürgermeister am 21. Oktober an.

Zunächst kehrt Stephan Rotering nach dem Erholungstag am Dienstag wieder an seinen Schreibtisch in Welver zurück, um dort sein Aufgabenfeld als Kämmerer in den nächsten fünf Wochen abzuschließen. „Ich muss am 30. September den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr einbringen. Das gilt es zunächst vorzubereiten“, erläuterte der 43-jährige Kämmerer der Börde-Gemeinde. „Ich möchte meine Arbeit vernünftig abschließen und das Feld für meinen Nachfolger, der hoffentlich schnell gefunden wird, gut bestellen“, sagt Stephan Rotering. Parallel werde er sich aber auf die vielfältigen Aufgaben vorbereiten, die in Bönen anfallen werden.

„Nach dem Dienstantritt werde ich zunächst ganz bestimmt viele Gespräche mit den Mitarbeitern führen, damit wir uns gegenseitig besser kennenlernen“, kündigte Rotering an. Außerdem gelte es, zu ermitteln, wie derzeitig die Strukturen und Abläufe in der Verwaltung seien. Zudem werde er sich mit seiner Familie auf die Suche nach einem geeigneten Haus in Bönen machen, denn er wolle als Bürgermeister so schnell wie möglich in die Gemeinde ziehen. „Ich werde mich da zeitlich aber nicht unter Druck setzen. Da muss schon alles – auch familiär – ineinander passen, denn wir haben auch Eigentum in Welver-Schwefe“, betonte Stephan Rotering. Zudem gelte es Rücksicht auf die schulischen Bedürfnisse seiner Söhne zu nehmen.

Bürgermeisterwahl in Bönen

Rainer Eßkuchen ist unterdessen in Bönen noch für die nächsten politischen Beratungen verantwortlich. Der Haupt- und Finanzausschuss tagt bereits in der kommenden Woche, um die Entscheidungen in der Ratssitzung am 1. Oktober vorzubereiten. Der bisherige SPD-Bürgermeister trägt damit noch die Verantwortung für den Haushaltsplanentwurf 2016, den Dirk Carbow dann vorlegen will. Der Gemeindekämmerer wird heute Abend auch den Wahlausschuss leiten, um das Ergebnis der Bürgermeisterwahl offiziell festzustellen.

Robert Eisler hatte übrigens nicht nur in sämtlichen 18 Wahllokalen weniger Stimmen als Stephan Rotering, sondern er lag auch bei den 2235 Briefwählern deutlich hinter seinem Gegenkandidaten. Der zukünftige Bürgermeister kam auf 62,05 Prozent der Stimmen, während sich Eisler mit 37,95 Prozent der Stimmen begnügen musste. Das beste Ergebnis erzielte Stephan Rotering mit 84,3 Prozent im Feuerwehrgerätehaus Nordbögge, während ihm Robert Eisler im Awo-Seniorenzentrum mit 48,4 Prozent am nächsten kam.

Mit dem Amtsantritt von Stephan Rotering wird nicht nur der Chefsessel im Bönener Rathaus neu besetzt, sondern die Stimmenverhältnisse im Gemeinderat verschieben sich zu Ungunsten der SPD. Die Sozialdemokraten haben mit dem Verlust des Bürgermeisteramtes nur noch 15 Stimmen in der Bürgervertretung. Die übrigen 18 Stimmen beziehungsweise Ratssitze verteilen sich wie folgt: CDU neun, Bündnis90/Die Grünen vier und Bürgergemeinschaft Bönen (BgB) zwei. Hinzu kommen ohne Fraktionsstatus die Einzelkämpfer von den Linken und von der FDP.

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