Astrazeneca-Serum gestoppt

Hunderte Impftermine im Kreis Unna abgesagt

Der Bönener Apotheker Stefan Oyen bereitet das Injektionen mit dem Serum von Astrazeneca für die Impfung der Grundschullehrer und Kita-Mitarbeiter vor.
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Im Kreis Unna wurde das Vakzin von Astrazeneca an die vorgezogenen Berufsgruppen verimpft. Noch am Freitag waren die Grundschullehrer und Kita-Mitarbeiter in Bönen und Bergkamen an der Reihe.

Kreis Unna – Erst hat Dänemark die Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca ausgesetzt, dann folgten weitere Länder und am Montagmittag schließlich auch die Bundesrepublik. Nach aktuellen Meldungen soll es bei Geimpften zu Thrombosen der Hirnvenen gekommen sein.

Das Paul-Ehrlich-Institut hält deshalb weitere Untersuchungen für notwendig. Und bis diese abgeschlossen sind und der Impfstoff möglicherweise wieder frei gegeben wird, wird es keine weiteren Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers im Impfzentrum des Kreises Unna geben. Das sagt ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die die Abläufe in der Kreissporthalle und die Terminvergabe organisieren. Allerdings seien davon nur die Immunisierungen der verschiedenen Berufsgruppen betroffen.

„Die Impfungen der über 80-Jährigen mit dem Biontech-Impfstoff läuft ungestört weiter“, gibt der KVWL-Sprecher an.

Die Termine an die Erzieher, Lehrer und weitere systemrelevant Beschäftigte, die bislang mit dem Astrazeneca-Vakzin versorgt wurden, vergibt hingegen der Kreis Unna – entweder im eigenen Impfzentrum oder in provisorisch eingerichteten Zentren in den einzelnen Kommunen.

Moderna-Vakzin spielt im Kreis kaum eine Rolle

Um am Montag nach dem plötzlichen Stopp der Bundesregierung niemanden unverrichteter Dinge nach Hause schicken zu müssen, haben die einbestellten Impflinge nun alternativ das Biontech-Serum erhalten. „Für Dienstag mussten wir aber 168 Termine absagen, für Mittwoch rund 500“, berichtet Kreis-Sprecher Volker Meier. Und für den Rest der Woche werden etwa 170 bis 180 Termine täglich storniert.

Wie lange nun auf den zweiten Impfstoff verzichtet werden muss, vermag noch niemand zu sagen. Ein Ersatz ist momentan nicht in Sicht. Der Impfstoff von Moderna, der ebenfalls in der EU zugelassen ist, spielt im Kreis Unna bislang nämlich kaum eine Rolle. „Der wird in so geringen Mengen geliefert, dass er nur an kleiner Berufsgruppen, etwa an Beschäftigte in Uni-Klinken, verimpft wird“, heißt es von der KVWL.

Ein dritter Impfstoff würde die Abläufe in den Impfzentren aber ohnehin eher stören als fördern, da beispielsweise für jedes Serum getrennt aufgeklärt werden müsste. Mit dem Moderna-Wirkstoff lässt sich der Astrazeneca-Ausfall jedenfalls zurzeit nicht abfangen.

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