Urteil nicht in Sicht

Mutmaßliche Vergewaltigung: Opfer aus Bönen muss sich Nachfragen stellen

Landgericht Dortmund
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Ein Mann aus Velbert muss sich vor dem Landgericht Dortmund verantworten.

Am Dortmunder Landgericht ist der Vergewaltigungsprozess gegen einen 38-jährigen Mann aus Velbert fortgesetzt worden. Das mutmaßliche Opfer aus Bönen hat inzwischen umfassend ausgesagt, musste sich dabei aber auch einige Nachfragen stellen lassen.

Dortmund/Bönen - Die Frau aus Bönen hat ihren Ex-Freund wegen zweier angeblicher Taten angezeigt. Bei einem Wochenendbesuch im Sommer 2020 soll der 38-Jährige sie zweimal vergewaltigt haben. Angeblich war dabei sogar eine Waffe im Spiel.

Für den Angeklagten steht seitdem eine Menge auf dem Spiel. Sollten die Richter ihn am Ende wegen Vergewaltigung mit Waffen schuldig sprechen, würde die Mindeststrafe fünf Jahre Haft beantragen. Und angesichts der Tatsache, dass der Mann schon wegen eines Sexualdelikts vorbestraft ist, würde mit Sicherheit noch ordentlich was obendrauf kommen.

Angeklagter soll Schulden gehabt haben

Der Velberter bestreitet jedoch weiterhin vehement, dass bei seinem Besuch in Bönen etwas passiert ist, das nicht einvernehmlich war. Stattdessen erhebt er schwere Vorwürfe gegen die Frau und sagt: „Sie hat mir immer gedroht, dass sie mir eine Vergewaltigung anhängt, wenn ich nicht mache, was sie von mir will.“

Bei den ständigen Reibereien soll es vor allem um Geld gegangen sein. Während der Angeklagte behauptet, seine Freundin aus Bönen habe ihm ständig in den Ohren gelegen, dass er noch Schulden bei ihr zu begleichen habe, will die Zeugin von Vorwürfen ihrerseits nichts wissen. Sie habe ihrem Freund tatsächlich Geld geliehen, sagte sie den Richtern. Nur die genaue Höhe soll sie in einer ihrer ersten Vernehmungen bei der Polizei anders angegeben haben als jetzt im Gericht.

Urteil wohl erst im Mai

Die Richter wollen der Zeugin auf jeden Fall ausreichend Gelegenheit geben, ihre Sicht der Dinge zu schildern. Nachdem die Zeugin nun schon an zwei Verhandlungstagen ausgesagt hat, wurde nun nur kurz und ohne Zeugin verhandelt.

Ein Ende der Vernehmung der Frau ist allerdings noch immer nicht in Sicht. Ende März soll die Frau erneut ins Landgericht nach Dortmund fahren und weiter ihre Version von dem fraglichen Wochenende schildern.

Danach haben alle Verfahrensbeteiligten auch noch die Gelegenheit, der Zeugin Fragen zu stellen. Vor allem Verteidiger Michael Liedtke will davon ausgiebig Gebrauch machen. „Es haben sich bisher schon einige Ungereimtheiten ergeben“, sagte er am Donnerstag.

Da das Verfahren unter diesen Umständen keineswegs in der ursprünglich angedachten Zeit zu Ende gebracht werden kann, haben die Richter inzwischen auch schon zusätzliche Verhandlungstage abgestimmt. Mit einem Urteil wird jetzt nicht vor Mai gerechnet.

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