Müllabfuhr in Problemzonen

Wegen Unfallgefahr beim Rückwärtsfahren Sammelstellen geplant

Straßenschild Friedrich-Ebert-Straße und Hohe Straße Bönen
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Die Hohe Straße ist eine mögliche Adresse, an der die Anwohner die Tonnen künftig ziehen müssen, weil die Wagen hier auch rückwärts rangieren. Das ist wegen der Unfallgefahr verboten.

Bönen – Teile der Bönener Bevölkerung werden demnächst wohl von Amts wegen dazu aufgefordert, mehr Entgegenkommen an den Tag zu legen – sofern es die Müllabfuhr betrifft. Die Sammelfahrzeuge der GWA werden absehbar bestimmte Stellen zumindest im Rückwärtsgang nicht mehr anfahren, weil dies gefährlich und nach den Unfallverhütungsvorschriften verboten ist.

Wo genau Anwohner ihre Tonnen künftig zu Sammelstellen bugsieren müssen, will die Verwaltung mit dem Entsorger im Detail noch klären. Der Ausschuss für Planen, Bauen, Umwelt (PBU) ist aufgefordert, den entsprechenden Auftrag ans Rathaus auf den Weg zu bringen. Zugleich soll die Politik an der Sitzung am morgigen Donnerstag (18 Uhr; MCG) die Einführung einer Mindestgröße bei den Mülltonnen anschieben. Für dieses etwas komplexere Verfahren samt Abgleich des Tonnenbestandes und dem teilweisen Austausch der Gefäße bietet sich eine Umsetzung zum nächsten Jahreswechsel an.

Mit der Tonne zur Sammelstelle schieben

Die Einführung von Sammelstellen für die Mülltonnen der Anwohner aus engen Sackgassen oder ähnlichen Knackpunkten kann sich Fachbereichsleiter Robert Eisler indes im laufenden Jahr vorstellen – zumal es um die Sicherheit geht und keine Änderung der laufenden Gebührenrechnung nötig ist wie bei der Tonnengröße.

Damit beim Leeren der Mülleimer buchstäblich nichts und niemand unter die Räder kommt, nimmt die GWA für die großen und schweren Laster Gefährdungsabschätzungen vor. Dies auch vor dem Hintergrund, dass derlei Fahrzeuge rückwärts eigentlich nicht ohne Einweiser bewegt werden können, selbst wenn technische Hilfen wie eine Kamera installiert sind.

Derlei Geräte sind aber die einzigen „Begleiter“ der Fahrer. Die GWA setzt zur Senkung der Personalkosten Seitenladerfahrzeuge ein, bei denen der Fahrer als Rechtslenker auch den Greifarm bedient, mit dem die Tonne ins Müllauto ausgekippt wird. Es ist also niemand da, der den toten Winkel beobachtet, wenn es mangels Wendemöglichkeit rückwärts in die Sackgasse geht. An diesen Stellen werden die Bürger ihre Tonnen künftig an die nächste zugängliche Ecke ziehen müssen. Strecken bis 150 Meter gelten dafür als zumutbar. Gegen Bezahlung, diese Option macht die Verwaltung in der Vorlage zumindest auf, könnte ein Servicedienst die Tonnen bewegen.

Engstellen erschweren den Job. Der Seitenlader ist nur mit dem Fahrer besetzt. Hier musste er sogar aussteigen und unzugängliche Tonnen ranrücken.

In Bewegung geraten die Mülleimer zudem, wenn die Politik dem Ansinnen folgt, auf die Kopfzahl der knapp 9000 Bönener Haushalte abgestimmte Mindestgrößen bei der Restmülltonne einzuführen. Als einzige im Kreis Unna hat die Gemeinde derlei nicht geregelt und sollte sich nach Auffassung der Verwaltung gemäß einer Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes anpassen.

Und dies aus triftigem Grund: Geht es doch letztlich darum, Kosten nach dem Verursacherprinzip möglichst gerecht über die Gebühr zu verteilen und zu vermeiden, dass der vermeintlichen Ersparnis wegen einfach in die kostenlose Wertstofftonne geworfen wird, was in der zu klein gewählten grauen Tonne keinen Platz mehr findet.

Tonnengröße soll neu angepasst werden

„Die Quote dieser Fehlwürfe ist auch in Bönen deutlich zu hoch“, sagte Eisler über dieses verbreitete Phänomen, dass auch die Biomüll-Aufbereitung belastet. Die Krux: Sind fürs Recycling bestimmte Wagenladungen übermäßig mit Hausmüll durchsetzt, müssen sie in der Verbrennungsanlage entsorgt und – von allen – bezahlt werden.

Die Verwaltung empfiehlt, pro Kopf und Woche zehn Liter Tonnenvolumen anzusetzen. Dies in die Satzung zu schreiben ist ein leichtes, die Umsetzung erfordert dagegen noch etwas Gehirnschmalz. So ist zu prüfen, ob ein Abgleich der Tonnenverteilung mit den Meldeamtsdaten rechtlich möglich ist oder die Gemeinde alle Haushalte für eine Erhebung anschreiben muss, wie der Fachbereichsleiter erläuterte. Auf dieser Basis wäre dann der Tausch der Mülltonnen zu organisieren und all das in die Kalkulation einzubringen. Wie gesagt: bevorzugt zum turnusgemäßen Gebührenbeschluss für 2022, sonst ist die laufende Rechnung für die Tonne.

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