Morgens um sieben mit zwei Promille in Schlangenlinien über die A2

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Unna/Bönen – In Schlangenlinien über die A2: Mit rund zwei Promille im Blut wurde eine Autofahrerin im Herbst in Bönen gestoppt. Nun stand die 24-Jährige vor dem Amtsgericht Unna.

Dort konnte sie sich selbst nicht erklären, warum sie sich hinter das Steuer setzte und was ihr Ziel war. Das Leben der jungen Frau aus Bad Oeynhausen verlief in absolut geordneten Bahnen. Strebsam arbeitete sie an ihren beruflichen Perspektiven und nie ließ sie sich etwas zu Schulden kommen. 

Umso erschreckender, was sich am Morgen des 8. September ereignete. Mit ihrem Auto fuhr sie über die A2 in Richtung Oberhausen – allerdings in auffälligen Schlangenlinien. Die Polizei hielt sie gegen 7 Uhr an und ein Test bescheinigte ihr gute eineinhalb Stunden später noch 1,85 Promille. 

Im Prozess suchte die 24-Jährige nun Begründungen für das, was sie sich selbst nicht erklären konnte und war dabei bemüht, die Fassung zu bewahren. Der Vortag sei schrecklich gewesen. Eine Trennung und beruflicher Stress hätten ihr zugesetzt. Dann habe sie sich auch noch böse geschnitten. 

Abends sei sie zu ihren Eltern gefahren und dort habe sie etwas getrunken. Es seien Mixgetränke gewesen. Wann genau und wie viel, das könne sie nicht sagen. Auch wisse sie nicht, was sie auf der A2 wollte. Denn im Bereich Bönen und im Ruhrgebiet kenne sie Niemanden. „Ich habe da wirklich ein schwarzes Loch“, beteuerte sie. Letztlich flossen doch Tränen. „Ich weiß wirklich nicht, wie das passiert ist. Ich schäme mich einfach unheimlich dafür. Es tut mir leid. Ich wollte das alles so nicht.“ 

Die Folgen der Fahrt waren für die junge Frau in jeder Hinsicht verheerend. Beruflich wurde sie quasi degradiert, da sie, deren Führerschein sichergestellt wurde, nun nicht mehr im Außendienst arbeiten konnte. Hinzu kam der strafrechtliche Aspekt der Fahrt, die auch in einer Katastrophe hätte enden können. 

Anklage und Gericht gingen am Ende von einer fahrlässigen Trunkenheitsfahrt aus und die wurde mit 1500 Euro Geldstrafe sowie noch verbleibenden sieben Monaten Sperrfrist zur Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis geahndet. Der Richter ließ allerdings keine Zweifel aufkommen, erinnerte an den Vorfall in Italien mit mehreren Toten und betonte: „Viel Verständnis habe ich dafür nicht.“

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