Notbremse statt Verfügung

Bundes-Notbremse im Kreis Unna: Regeln ändern sich ab Samstag, 0 Uhr

Mit einem negativen Testergebnis konnten Kunden im Kreis Unna zuletzt noch einkaufen. Das geht nun nicht mehr.
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Mit einem negativen Testergebnis konnten Kunden im Kreis Unna zuletzt noch einkaufen. Das geht nun nicht mehr. Dafür wird ein Test für den Frisörbesuch gebraucht.

Ab Samstag, 0 Uhr, ändern sich die Corona-Regeln im Kreis Unna. Die Bundesnot-Bremse tritt dann in Kraft. Die Inzidenz im Kreis Unna liegt bei 245.

Bönen/Kreis Unna – Die Corona-Schutzverordnung des Landes, die Allgemeinverfügung des Kreises und jetzt die Bundesnotbremse: Ständig ändern sich Regeln, es ist schwierig, noch den Überblick zu behalten. Was etwa erst seit Montag im Kreis Unna galt, hat ab Samstag schon keine Bedeutung mehr. (News zum Coronavirus im Kreis Unna)

Corona-Notbremse im Kreis Unna: Ab Samstag ergeben sich diese Änderungen

Der Kreis hält sich an die vom Bund auf den Weg gebrachte Notbremse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 und der Kreis Unna selbst liegt mit 245 jenseits aller kritischen Marken – ganz gleich wofür. Eigene schärfere Maßnahmen mag der Landrat vorerst nicht anordnen. „Wir werden die Lage aber weiter beobachten“, erklärt Kreis-Sprecher Max Rolke.

Bundes-Notbremse greift im Kreis Unna: Ausgangssperre

Durften sich die Bewohner des Kreises seit dem 19. April nach 21 Uhr nur noch mit einem triftigen Grund, zum Beispiel wegen ihres Berufes oder eines Notfalles, im öffentlichen Raum aufhalten, können sie ab Samstag eine Stunde länger bis 22 Uhr draußen bleiben. Und: Spaziergänger und Jogger dürfen sich sogar bis Mitternacht frei bewegen, wenn auch nur alleine. Der Kreis hatte in seiner Verfügung solche sportlichen Betätigungen nach 21 Uhr komplett verboten.

Bundes-Notbremse greift im Kreis Unna: Kontaktsperre

Die Kontakte werden noch stärker eingeschränkt. Der Kreis hatte verfügt, dass sich nicht mehr als fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Mit der Bundesnotbremse gilt dagegen: Angehörige eines Haushaltes  einschließlich Kinder bis zum 14. Lebensjahr dürfen nur noch eine weitere Person treffen, selbst wenn der eigene Haushalt lediglich aus ein oder zwei Menschen besteht.

Bundes-Notbremse greift im Kreis Unna: Schulen

Ab einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von über 200 sollten zunächst die Schulen im Kreis geschlossen und alle Schüler in den Distanzunterricht geschickt werden. Jetzt müssen die Mädchen und Jungen bereits ab einer Inzidenz von 165 daheim bleiben. Einen großen Unterschied macht das zurzeit aber nicht.

Der maßgebliche Inzidenzwert lag laut Landeszentrum Gesundheit am Freitag im gesamten Kreis bereits bei 244,9 und schon seit Tagen über der kritischen 200er Marke. Ausnahmen von der Schließung sind möglich für Abschlussklassen und Förderschulen.

Bundes-Notbremse greift im Kreis Unna: Kitas

Über diesen Punkt hatte der Kreis Unna vor einer Woche noch mit dem Land NRW gestritten. Der Kreis wollte nämlich mit der Allgemeinverfügung die Kindertageseinrichtungen grundsätzlich schließen und nur noch den Notbetrieb erlauben. Doch dem schob das Land einen Riegel vor. Die Einrichtungen in den zehn kreisangehörigen Kommunen liefen somit in dieser Woche im „eingeschränkten Regelbetrieb“. Das heißt, alle Eltern konnten ihre Kinder in die Kitas schicken, ohne dafür einen besonderen Betreuungsbedarf nachzuweisen. Die Betreuungszeiten blieben allerdings um zehn Stunden gekürzt.

Der Tritt auf die Notbremse in Berlin sorgt jetzt dafür, dass für die Kitas das Gleiche gilt wie für die Schulen: Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 gehen die Einrichtungen in die Notbetreuung. Welche Kinder dennoch dorthin kommen dürfen, kann jedes Bundesland aber selber regeln.

Das NRW-Ministerium lässt so eine Betreuung von Kindern zu, für die der Besuch aus Schutzgründen erforderlich, deren Lebenssituation besonders belastet ist, die eine Behinderung haben oder die in diesem Jahr in die Schule wechseln. Eltern, die keine andere Betreuungsmöglichkeit haben, können ebenfalls weiterhin ihre Zöglinge zur Kita bringen. Sie müssen dafür aber eine Eigenerklärung vorgelegen, dass eine Notbetreuung für ihr Kind erforderlich ist (siehe Kasten).

Bundes-Notbremse greift im Kreis Unna: Einzelhandel

Für die Geschäfte in den zehn Städten und Gemeinden hatte der Kreis zu Montag keine gesonderten Regeln aufgestellt. Es galt also, was landesweit Gültigkeit hatte: Die Läden durften öffnen, Kunden mit einem negativen Coronatest wurden nach Terminvereinbarung in den Geschäften bedient und beraten. Ab Samstag bleiben ihre Türen wieder geschlossen.

Bei einer Inzidenz zwischen 100 und 150 ist jedoch ein „Terminshopping“ weiterhin erlaubt, wenn ein negativer Corona-Test vorgelegt wird. Da dieser Wert im Kreis momentan deutlich überschritten wird, entfällt diese Option hier zumindest in den kommenden Tagen. Unabhängig von der Inzidenz können bestellte Waren indes von den Geschäften abgeholt werden.

Unberührt von der Schließung sind, wie gehabt, Geschäfte für den täglichen Bedarf – Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte, Drogerien und Apotheken. Sie müssen lediglich darauf achten, Abstandsregeln einzuhalten – sprich, nicht zu viele Kunden gleichzeitig in die Läden zu lassen. Wie viele zu viel sind, hängt von der Verkaufsfläche ab.

Bundes-Notbremse greift im Kreis Unna: Frisöre

Die geschlossenen Salons während der Lockdowns waren ein „Volksärgernis“, verzweifelt haben die Menschen nach einem Haarschnitt verlangt. Bund und Länder gaben nach, und so durften die Frisöre am 1. März wieder zur Schere greifen – nach Termin und mit Maske. Ab Samstag verlangt der Bund zusätzlich vor dem Haarschnitt einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Bundes-Notbremse greift im Kreis Unna: Fußpflege, Kosmetik

Analog zu den Frisören können Fußpfleger am Kunden arbeiten – beide mit Maske und wenn der negative Test des Klienten noch keinen ganzen Tag alt ist. Kosmetik- und Nagelstudios bleiben hingegen zu.

Bundes-Notbremse greift im Kreis Unna: Sport

Zum Thema Sport hatte sich der Kreis Unna in seiner jüngsten Allgemeinverfügung nicht ausgelassen. Jetzt gilt: Bei Inzidenzen über 100 ist Sport im Freien nur noch alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushaltes gestattet. Kinder unter 14 Jahren dürfen hingegen in einer kleinen Gruppe von maximal fünf jungen Sportlern aktiv werden.

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