Hilfen für Betriebe und Selbstständige

Corona-Hilfen in Millionenhöhe fließen in den Kreis Unna und in die Gemeinde Bönen

Während der Corona-Pandemie blieben die Gaststätten und Restaurants in Bönen über Wochen geschlossen.
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Nur zur Abholung: Während der Lockdowns durften auch die Bönener Gastronomen keine Gäste in ihren Lokalen bewirten. Die Wirte konnten Corona-Hilfen beantragen.

Schwere Zeiten liegen hinter uns. Die Corona-Pandemie hat Unternehmen und Selbstständige in vielen Branchen schwer zugesetzt. Wie kaum ein anderes Land hat die Bundesrepublik jedoch auch viele Hilfen auf den Weg gebracht, um Existenzen zu sichern und die Wirtschaft zu stabilisieren. Im ersten Aufschlag erreichten so rund 77,44 Millionen Euro an Corona-Soforthilfen den Kreis Unna, nach Bönen sind davon mehr als 3,04 Millionen Euro geflossen. Die anschließenden sechs Hilfsprogramme brachten dann noch einmal fast 109,23 Millionen Euro in den Kreis und 5,02 Millionen Euro in die Gemeinde.

Bönen/Kreis Unna - Von allen 16 Branchen, die die Bezirksregierung in ihrem aktuellen Bericht zu den Corona-Hilfen auflistet, wurde demnach das Gastgewerbe am meisten mit Bundesmitteln unterstützt. Rund 30,77 Millionen Euro gab es für die Gastronomen in den den kreisangehörigen Städten und Gemeinden. Doch auch der Handel sowie die Instandsetzung und Reparatur von Kraftfahrzeugen wurden gefördert. Fast 29,25 Millionen Euro gab es für Werkstätten, Autohäuser und Co. im Kreis. Platz drei belegt die Branche „Kunst, Unterhaltung und Erholung“: rund 17,71 Millionen Euro gab es für Selbstständige und Betriebe aus diesen Bereichen in den zehn Kreis-Kommunen.

Überbrückungshilfe I

Nachdem die Bundesregierung mit der Soforthilfe auf den ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres reagiert hatte, wurde schnell klar, dass viele Branchen weiterhin unterstützt werden müssen. Das Frühjahr kam und brachte erneute Einschränkungen. Unzählige Unternehmen mussten um ihre Existenz bangen. Also legte der Bund die Überbrückungshilfe I auf.

Diese war für kleine und mittelständige Unternehmen gedacht, deren Umsatz aufgrund der Pandemie-Schutzmaßnahmen im April und Mai 2020 insgesamt mindestens um 60 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten zurückgegangen war. Die Höhe richtete sich nach dem jeweiligen Umsatzeinbruch und erstattete bis zu 80 Prozent der Fixkosten. Entsprechend der Nachweise mussten zu viel erhaltene Leistungen jedoch zurückgezahlt werden.

Beantragt werden konnte die Überbrückungshilfe I bis August vergangenen Jahres. 471 Anträge wurden dann auch aus dem Kreis Unna eingereicht, 416 bewilligt, 16 abgelehnt und 39 von den Antragstellern zurückgezogen. Ausgezahlt wurden rund 4,42 Millionen Euro an Unternehmen und Selbstständige im Kreis. Bönener Betriebe erhielten 60 150 Euro. In diesem Fall erreichte die Hilfe mit knapp 1,76 Millionen Euro besonders „sonstige wirtschaftliche Dienstleister“ in den Kreiskommunen wie Reisebüros, Zeitarbeitsfirmen, Messebauer und Sicherheitsdienste.

Überbrückungshilfe II

Im August vergangenen Jahres war die Krise noch nicht vorbei. Es folgte demnach die Überbrückungshilfe II für die Phase September bis Dezember 2020. Rund 8,14 Millionen Euro flossen in den Kreis und 394 702 Euro nach Bönen. 731 Anträge aus dem Kreis wurden bewilligt. Neun Antragsteller erfüllten die Kriterien nicht, 41 zogen ihre Anträge zurück. Erneut erreichte der größte Anteil mit fast 2,16 Millionen Euro die „sonstigen wirtschaftlichen Dienstleister“, gefolgt vom Gastgewerbe mit knapp 1,88 Millionen Euro und den Künstlern, Unterhaltern und Erholungsbietenden mit 864 214 Euro.

Überbrückungshilfe III

Die dritte Corona-Welle rollte im Frühling dieses Jahres an. Wieder sagte der Staat Unternehmen, Soloselbstständigen und Freiberuflern Hilfe zu, sofern sie unter einem Jahresumsatz von 500 Millionen Euro lagen. Dieses Mal gab es einen enormen Zuschuss für die Antragsteller aus dem Kreis, nämlich fast 60,27 Millionen Euro. In Bönen kamen davon rund 1,66 Millionen Euro an.

Dieses Mal profitierte insbesondere die Kfz-Branche von der Unterstützung: Rund 21,35 Millionen Euro gab es für die Betriebe im Kreis. Die Gastronomen wurden mit rund 13,75 Millionen Euro unterstützt, für die Kunst-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche gab es mehr als 9,54 Millionen Euro. 1218 Anträge wurden gestellt, 32 davon zurückgewiesen. 122 müssen noch bearbeitet werden.

Neustarthilfen

Da bei den bisherigen Programmen vor allem Fixkosten erstattet wurden, stellte sich heraus, dass viele Soloselbstständige und kleine Kapitalgesellschaften mit nur einem Gesellschafter davon keinen Nutzen hatten. Sie arbeiten oft von zu Hause, wie beispielsweise freiberufliche Journalisten, Autoren, Musiker oder Kleinkünstler. Sie konnten nun einmalig bis zu 7500 Euro Überbrückungshilfe beantragen.

Im Kreis wurden rund 3,83 Millionen Euro zur Neustarthilfe angewiesen. 183 871 Euro flossen in die Gemeinde Bönen.

622 Mal wurde diese Unterstützung in den Städten und Gemeinden des Kreises ausgezahlt. 17 Antragsteller warten noch auf die Bewilligung, sieben haben die Anfrage zurückgezogen.

Novemberhilfe

Wie erwartet stiegen in der dunklen Jahreszeit die Infektionszahlen massiv an. Ein weiterer Lockdown wurde ausgerufen. Unternehmen aller Größen, Selbstständige und Vereine, die aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen ihren Betrieb einstellen mussten, konnten ab dem 2. November bis zum 30. April Hilfe beantragen. Voraussetzung dafür waren die Förderbedingungen etwa zur Unternehmensgröße und zum Umsatzrückgang. Ihnen wurden 75 Prozent des Umsatzes gezahlt, den sie im November 2019 erreicht hatten. Soloselbstständige konnten alternativ ihren durchschnittlichen Monatsumsatz aus dem Vorjahr zugrunde legen. Firmen, die im Herbst 2019 noch nicht existierten, durften den durchschnittlichen Netto-Monatsumsatz seit ihrer Gründung angeben. Eine Obergrenze für die Auszahlung wurde indes festgelegt: Unternehmen und Selbstständige, die einen Jahresumsatz von 1 Million Euro und mehr machen, wurden nicht unterstützt.

Aus diesem Topf wurden knapp 15,32 Millionen Euro in den Kreis Unna überwiesen, mehr als 1,23 Millionen Euro nach Bönen. Unter die Arme gegriffen wurde Betrieben aus 13 Branchen. Am meisten Hilfe bekam das Gastgewerbe mit rund 6,86 Millionen Euro gefolgt von Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit fast 2,94 Millionen Euro und der Kunst-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche mit mehr als 2,88 Millionen Euro.

989 Anträge aus den zehn Kommunen wurden eingereicht, davon 950 bewilligt. 28 werden allerdings noch immer bearbeitet. Elf Betriebe haben ihre Anträge zurückgezogen.

Dezemberhilfe

Nachdem sich die Situation zum Jahresende eher verschlechtert statt verbessert hatte und der Lockdown aufrecht erhalten wurde, legte die Bundesregierung nach. Dieses Mal gab es fast 17,26 Millionen Euro für Berechtigte im Kreis Unna, 1,5 Millionen Euro für Bönener Firmen und Selbstständige. Das meiste Geld kam davon wiederum den hiesigen Gastronomen zugute: rund 7,35 Millionen Euro. Betriebe in der Kfz-Branche erhielten mehr als 3,51 Millionen Euro und die Künstler, Veranstalter und Erholungsgebenden rund 3,42 Millionen Euro.

871 Mal wurde die Dezemberhilfe im Kreis Unna bewilligt. 100 Anträge sind weiterhin in der Bearbeitung, zwölf wurden zurückgezogen. Die Antragsteller kommen jeweils aus ganz verschiedenen Branchen.

Neben der Gastronomie, dem Kfz-Gewerbe, den Künstlern und sonstigen Dienstleistern gehören unter anderem auch Betriebe aus dem Gesundheitswesen, dem Handel, dem verarbeitenden Gewerbe, aus Erziehung und Unterricht, der technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen und viele weitere dazu.

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