MCG-Schüler lernen Strategien gegen Cyber-Mobbing 

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Hannah Westermann (Mitte) vom Kinderschutzbund entwickelte mit den MCG-Schülern Strategien, wie sie sich gegen Cyber-Mobbing wehren können.

Bönen - "Leonie ist doof" auf die Tafel schreiben war gestern - und relativ harmlos. Was heute als Cyber-Mobbing im Netz abgeht, gleicht einer Hexenjagd und treibt die Opfer in die Verzweiflung. Wie man sich wehren kann, und warum immer mehr Jugendliche von solchen Hass-Attacken betroffen sind, war Thema eines Workshops am MCG.

Streit unter Mitschülern gab es auch früher schon. Der wurde direkt ausgetragen und war dann irgendwann erledigt. Heute verlagern sich Konflikte immer öfter dank sozialer Netzwerke ins Internet. Jugendliche werden dort öffentlich an den Pranger gestellt – neudeutsch nennt sich das Cybermobbing. 

Was der Unterschied ist zwischen Streit und Mobbing, wie man sich dagegen wehren kann und warum Mitschüler einen erbarmungslos bloßstellen, das klärten die Schüler von zwei sechsten Klassen des Marie-Curie-Gymnasiums Montagmorgen zusammen mit Hannah Westermann. Die Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes war im Rahmen eines dreitägigen Sozialtrainings zu Gast in der Schule, um mit den Jungen und Mädchen das Thema aufzuarbeiten. 

Immer öfter sehen sich Jugendliche Cyber-Mobbing ausgesetzt, weiß auch Hannah Westermann. Oft werden die Betroffenen mithilfe von Internet- und Mobiltelefondiensten über einen längeren Zeitraum beleidigt, bedroht, belästigt und bloßgestellt. Das belastet die Opfer dieser Attacken bis hin zu Selbstmordgedanken. Oft wehren sie sich nicht, weil die Angriffe anonym sind. Auch MCG-Schüler bekannten in der Runde, dass sie bereits mit Mobbing konfrontiert waren. 

Wie sich Betroffene wehren können, wo sie Hilfe erhalten und warum manche Menschen andere mobben, all das war Thema des Workshops. „Wir wollen für die Problematik sensibilisieren und Handlungsstrategien ableiten“, so Westermann. 

Zunächst führte ein Video mit einem beispielhaften Fall in das Thema ein. Um nachzuvollziehen, wie sich Opfer, Täter, Lehrer und Eltern verhalten, sollten sich die Teilnehmer zunächst in die einzelnen Rollen hineindenken und anschließend Wege aufzeigen, wie sich die Beteiligten verhalten sollten, um die Konflikte zu lösen, statt sie eskalieren zu lassen. 

Am kommenden Donnerstag findet der Workshop noch einmal für die dritte Klasse des sechsten Jahrgangs statt.

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