Bönens Gymnasium nach Abberufung von Dr. Petrak

MCG steuert mit Vize Giese auf der Brücke in ruhigeres Fahrwasser

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Wie geht es weiter an Bönens Gymnasium nach dem Eklat um Direktor Dr. Peter Petrak vor den Ferien und seiner Abordnung kurz vor dem Start ins Schuljahr 2020/21?

Bönen - Die Schulgemeinde am Marie-Curie-Gymnasium wird sich auf unbestimmte Zeit damit arrangieren müssen, dass die Direktorenstelle unbesetzt ist und die kommissarische Leiterin Bianca Giese die damit verbundenen Aufgaben mit übernehmen muss. Der zuletzt mit reduziertem Stellenumfang tätigen Stellvertreterin wird aus dem Umfeld der Schule aber bescheinigt, sich engagiert für den Neustart nach den Eklat um Ex-Direktor Dr. Peter Petrak zu engagieren. 

Nachbesetzung formal noch nicht möglich

Nur werden Leitungsteam und Kollegium, ausgerechnet unter den Anforderungen und personellen Ausfällen durch die Corona-Pandemie, wohl noch einige Zeit die Lücke an der Spitze füllen müssen. „Das Schuldezernat kann derzeit noch nicht benennen, wann das Verfahren zur Nachbesetzung in Gang gesetzt werden kann“, antwortete Christoph Söbbeler, Pressesprecher bei der Bezirksregierung Arnsberg, auf Anfrage der Redaktion. Der Eröffnung der Stellenausschreibung stünden noch formale Dinge entgegen. Wie in Personalangelegenheiten üblich, und erst recht in dieser auch in Arnsberg als heikel klassifizierten Angelegenheit, ging der Sprecher auf weitere Details nicht ein.

Zerwürfnis über schlechtes Zeugnis der Schule 

Der Schulleiter war bekanntlich kurz vor den Sommerferien in dem Eklat um seinen Umgang mit dem schlechten Zeugnis der Schule in der Qualitätsanalyse von der Schulaufsicht aus dem Amt in die Lehrerfortbildung abgeordnet worden. Die Vorsitzenden der Schulpflegschaft und der Schülervertretung hatten die NRW-Schulbehörde Ende Juni in Zugzwang gesetzt, in dem sie den intern lange schwelenden Konflikt mit ihrem demonstrativen Rücktritt in der Schulkonferenz öffentlich gemacht haben.

Schulbehörde bietet weiter Unterstützung an 

Die Schulbehörde unterstütze Bönens Gymnasium aber mit den Instrumentarien der Schulberatung dabei, das zuletzt arg belastete Klima zu verbessern und Strukturen zu schaffen, so der Sprecher. Einen direkten persönlichen Beistand, wie er Dr. Petrak und auch Giese als Konsequenz der Qualitätsanalyse im Bereich Schulleitung zeitweise an die Seite gestellt worden war, sei nicht mehr erforderlich. Aus dem Umfeld der Schule, von Eltern- und Schülerschaft ist zu hören, dass der Start nach dem konfliktbeladenen Ende des alten Schuljahres von den Vorfällen unbeschwert, mit einer gewissen Erleichterung und Blick nach vorn erfolgt sei.

Kommissarische Leitung äußert sich nur schriftlich

Darüber hätte die Redaktion auch gern mit der amtierenden MCG-Chefin gesprochen. Bianca Giese stand aber für ein Gespräch nicht zur Verfügung. Schriftlich teilte sie mit, sie freue sich über den Start mit Regelunterricht und einen „normalen Alltag“, soweit die Corona-Auflagen ihn zulassen. Mit „Blick nach vorn“ gehe die Schulgemeinde neue Projekte für buntes Schulleben an. Die Wahl der Mitwirkungsgremien ist noch nicht ganz abgeschlossen. Die Elternvertreter der einzelnen Klassen sind gewählt, die Konstituierung der Schulpflegschaft aus ihrem Kreise soll kommende Woche stattfinden. Bei der Schülervertretung stehen nach Auskunft der vorherigen Vertreter noch Ergänzungswahlen an.

Zwei Mal schon längere Vakanz an der Spitze

Mit der Gestaltung des Schullebens ohne Direktor haben das Gymnasium und die Gemeinde als Schulträgerin mehr Erfahrung, als den Verantwortlichen recht ist. Zwei Mal schon war es eine Geduldsprobe, die Stelle zu besetzen. Vor dem Amtsantritt des Ex-Direktors war die Stelle zwei Jahre vakant. Nach der Abberufung des Gründungsdirektors hatte die 1999 gegen Widerstände gegründete Schule – Bönens einzige mit einem Angebot für die Sekundarstufe II – fast ein Jahr auf einen Nachfolger warten müssen.

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