Digitales Lernen am Bönener Marie-Curie-Gymnasium

Das Schulbuch auf dem Tablet erleichtert den Schulalltag

Das Marie-Curie-Gymnasium bietet seinen Schülern Schulbücher in digitaler Form an
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Die Schüler nutzten die digitalen Bücher zu Hause und im Unterricht am MCG.

Bönen - Der Forderung, die Schulen digitaler zu machen, hat die Corona-Pandemie ordentlich Nachdruck verliehen. Wochenlange Schulschließungen im Frühling, Klassen in Quarantäne und die Gefahr, das Virus im Klassenzimmer weiter zu verbreiten, sorgen dafür, dass die Schüler inzwischen Unterricht auf Distanz erleben. Die Lehrer haben dann die Aufgabe, die Kinder und Jugendliche mit ausreichend Material zu versorgen. Die Pädagogen am Marie-Curie-Gymnasium können dabei oft lückenlos an ihren Unterricht vor Ort anknüpfen: Seit einiger Zeit bietet das MCG den Gymnasiasten einen Online-Zugang zu allen Schulbüchern in den Hauptfächern an.

Eingeführt wurde das System dabei bereits vor Corona, um den Schülern das Leben wortwörtlich leichter zu machen. Der dicke Atlas, das Geschichtsbuch und die Formelsammlung für den Mathematikunterricht: So ein Schultornister kann nämlich richtig schwer werden, wenn alle Bücher für den Unterrichtstag eingepackt werden müssen.

Damit die MCG-Schüler nicht jeden Tag schwere Taschen tragen müssen, hat die Schule bereits vor einiger Zeit verschiedene Maßnahmen getroffen. „In den Klassenräumen gibt es Regale und Schränke, in denen die Schüler ihre Materialien lagern können“, erzählt Jana Scheffler. „Zusätzlich sind dort und auf den Fluren Spinde, die man für einen geringen Betrag mieten kann. Dort können vor allem schwere Bücher wie zum Beispiel Atlanten aufbewahrt werden und müssen nicht immer hin- und hergeschleppt werden“, berichtet die stellvertretende Erprobungsstufenkoordinatorin am MCG.

Dasselbe Buch, nur nicht aus Papier

Und damit die Bücher in den Schränken bleiben, die Kinder und Jugendlichen dennoch zu Hause damit lernen können, hat das Gymnasium dann außerdem Lizenzen für die am häufigsten verwendeten Bücher angeschafft. „Deutsch-, Englisch- und Mathebücher können in der Schule bleiben“, macht Lehrer Michael Heimann deutlich, der die „Onleihe“ organisiert. „Wenn für Hausaufgaben oder zum Üben für Klassenarbeiten das Schulbuch benötigt wird, kann man es zuhause einfach online aufschlagen“, stellt er fest. Es sei das selbe Buch, nur eben nicht aus Papier.

„Im Lockdown vor den Sommerferien mussten wir dann viel Unterricht als Distanzunterricht laufen lassen. Seit April verwenden wir dazu die Plattform IServ, sodass das Arbeiten mit digitalen Endgeräten für die Schüler mittlerweile selbstverständlich geworden ist und in diesem Zusammenhang auch die E-Books verstärkt genutzt werden“, berichtet der Pädagoge. Vorteil der digitalen Variante sei zum Beispiel, dass die Schüler problemlos eigene Markierungen in den Büchern vornehmen können. „Bei ausgeliehenen gedruckten Büchern geht das nicht.“

Kostenlose Nutzung

Die E-Books können auf allen digitalen Endgeräten online, mit der entsprechenden App auch offline genutzt werden. Das geht zum Beispiel mit Tablets auch ohne Weiteres im Präsenzunterricht, wie Heimann erklärt. „Ein Schüler-Wlan für die Onlinenutzung haben wir schon seit einigen Jahren.“

Je nachdem wie das Angebot von den Schüler sowie Eltern angenommen wird, kann sich die Schule nun vorstellen, die Onlineausleihe zu erweitern, zum Beispiel für Französisch- und Lateinbücher. Bezahlen müssen die Mädchen und Jungen für die Nutzung nichts. „Da wir die jeweiligen Bücher auch in gedruckter Form im Einsatz haben, können wir von den Verlagen sogenannte Print-Plus-Lizenzen erwerben, die wir unseren Schülern dann für ein Schuljahr kostenlos zur Verfügung stellen“, so Michael Heimann.

„Bei allen Überlegungen steht die Effizienz des Lernens der Schüler im Mittelpunkt“, fasst seine Kollegin Jana Scheffler zusammen. In einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die immer digitaler wird, könne sich eine Schule dem Fortschritt nicht verweigern – zumal er Entlastung bringe und praktisch sei – nicht nur während der Pandemie.

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