Nach Krach mit Vorgänger: Gymnasium in Bönen bekommt neue Schulleitung

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Das Marie-Curie-Gymnasium in Bönen hat eine neue Schulleitung.

[Update 17.35 Uhr] Bönen - Der Konflikt am Marie-Curie-Gymnasium in Bönen um Schulleiter Dr. Peter Petrak ist beendet. Die Schule soll ab sofort von einer Nachfolgerin geleitet werden. 

Die Nachricht klingt in der offiziellen Mitteilung der Bezirksregierung Arnsberg ganz nüchtern: „Im Interesse eines Neuanfangs am Marie-Curie-Gymnasium in Bönen, aber auch aus Fürsorgegründen, wird die Beauftragung des Herrn Dr. Petrak mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Schulleiters in beiderseitigem Einvernehmen beendet.“ Mit dieser Personalentscheidung gipfelte der Konflikt zwischen Rektor und Elternvertretung. 

Kurz vor dem Ferienende herrscht aber nun Klarheit, denn Dr. Peter Petrak wird nach dem Eklat in der letzten Woche vor der Sommerpause, nicht mehr an seine Wirkungsstätte am MCG zurückkehren, wo er seit Sommer 2016 das Rektorenamt innehatte. Mit sofortiger Wirkung übernimmt Bianca Giese, die seit Ende 2018 bereits als Petraks Stellvertreterin fungierte, kommissarisch die Leitung des Gymnasiums. 

Wechsel in die Lehrerbildung

Die Bezirksregierung betonte, dass mit der Beendigung von Petraks Beauftragung als Schulleiter kein Vorwurf eines Dienstvergehens verbunden ist. Vielmehr bedankte sich Arnsberg ausdrücklich, dass vor dem Start in das neue Schuljahr einvernehmlich eine Lösung gefunden worden sei. Petrak werde künftig Aufgaben im Bereich der Lehrerausbildung übernehmen, teilte Ursula Kissel, Pressesprecherin der Bezirksregierung mit. Näher ins Detail wollte sie nicht gehen. Auch Bianca Giese war zu einer Stellungnahme am Donnerstag nicht bereit. 

2018 wurde Bianca Giese als neue Stellvetreterin von Schulleiter Dr. Peter Petrak vorgestellt.

Der Konflikt zwischen Petrak und insbesondere der Elternpflegschaft hatte sich in der Vergangenheit hochgeschaukelt und war mit dem Rücktritt der Eltern- und Schülervertreter unmittelbar vor den Sommerferien endgültig eskaliert. Neben vielen Konfliktherden entzündete sich die Auseinandersetzung am Umgang mit einer sehr schlecht ausgefallenen Qualitätsanalyse des Arnsberger Schuldezernats. Ein Weiter-So war ab diesem Moment kaum mehr vorstellbar.

Einige Eltern hatten deshalb auch bei einer Ratssitzung im Juni auf ihr Begehren einer Absetzung von Petrak aufmerksam gemacht. 

"Gräben waren zu tief"

Die Gemeinde als Schulträgerin hatte im Anschluss den Kontakt gesucht und auf eine zügige Lösung gedrängt. Dementsprechend froh war Bürgermeister Stephan Rotering über die Entscheidung. „Ich sehe es positiv, dass die Bezirksregierung schnell reagiert hat und endlich der Schulfrieden wieder einkehren kann.“ 

Rotering sieht damit die Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit wieder gegeben. Er glaubt, dass die Personalie nicht mehr anders zu lösen gewesen sei. „Die Gräben waren zu tief“, so Rotering. Die Bezirksregierung werde sich vom MCG mit der Entscheidung gegen Petrak nicht zurückziehen, sondern werde die neue kommissarische Leiterin weiter unterstützen, betonte Kissel. Besonders weil Giese so „ad hoc“ in die neue Aufgabe gerutscht sei, werde sie jede Hilfe, die gebraucht wird, erhalten. Jetzt stand aber zunächst die Personalentscheidung im Vordergrund. 

„Uns war es jetzt wichtig, dass eine Lösung für die Schule gefunden wird“, erklärte Kissel, damit der Schulfrieden wieder hergestellt werden könne: „Die Schulen haben derzeit genügend Probleme mit Corona.“ Rotering betonte, dass die Verwaltung in ständigem Austausch mit der Bezirksregierung gestanden habe. „Und ich hatte die positive Wahrnehmung, dass man unsere Probleme ernstnimmt.“ 

Schon wieder eine unbesetzte Stelle

Allerdings hat das in dieser Hinsicht leidgeprüfte Marie-Curie-Gymnasium nun wieder eine unbesetzte Rektorenstelle. Schon bevor Petrak seinen Posten vor vier Jahren angetreten hatte, war das Amt zwei Jahre vakant, da kein geeigneter Nachfolger für Ernst August Kirchberg, der im Juli 2014 überraschend gestorben war, gefunden wurde. Kirchbergs Vorgänger, der Gründungsrektor des MCG Rainer Hoffmann, war zudem 2010 mitten im Schuljahr in die Elternbildung gewechselt.

Auch damals war der Posten rund ein Jahr unbesetzt gewesen. Kissel bedauerte, dass die Suche nach einer neuen Schulleitung nun wieder einige Zeit dauern werde. Einen Zeitrahmen dafür konnte sie noch nicht nennen. Man sei vonseiten der Bezirksregierung aber bestrebt, eine Ausschreibung in die Wege zu leiten. Eine Lösung im aktuelle Fall habe bis jetzt Priorität genossen. 

Laut Rotering werde die Gemeinde die Verantwortlichen in Arnsberg darum bitten, bei dem vakanten Führungsposten Abhilfe zu schaffen. „Wir wissen aber alle, dass viele Rektorenstellen an Schulen frei sind.“ Giese wiederum, die seit 2000 Lehrerin an der Schule ist und die Fächer Mathe, Physik und Informatik unterrichtet, war 2018 als Stellvertreterin auf Günther Ahlers gefolgt, der bereits ein Jahr zuvor in den Ruhestand gegangen war. Ahlers hatte zwischenzeitlich die kommissarische Leitung des MCG übernommen, ehe Petrak ins Amt gehoben worden war.

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