Nur eins von vielen Vergehen: Mann aus Bönen entblößt sich am Bahnübergang

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Der Bahnübergang in Bönen

Unna/Bönen – Nüchtern handelt es sich bei ihm um einen netten Zeitgenossen. Sobald Alkohol im Spiel ist, wendet sich das Blatt und der Bönener wird unangenehm. Das bekamen im vergangenen Jahr etliche Personen zu spüren. Exhibitionismus, Beleidigung oder auch Sachbeschädigung brachten ihn nun vor Gericht - nicht zum ersten Mal.

Sein berufliches und privates Scheitern ließ den 55-Jährigen immer öfter zur Flasche greifen. Der Alkohol diente ihm als Trost und Ablenkungsmanöver, ließ ihn aber gleichzeitig den Halt verlieren. Immer öfter geriet der Bönener mit dem Gesetz in Konflikt. 

Zuletzt wurde er im April 2019 wegen einer Serie von Straftaten zu eineinhalb Jahren Haft mit Bewährung verurteilt. Die Bewährungschance machte er sich selbst zunichte. Wieder trank er, wieder wurde er straffällig. 

Der sicherlich gravierendste Vorfall ereignete sich am Abend des 16. August im Bereich des Bahnübergangs. Er stand vor einem Auto, in dem sich zwei Frauen befanden, beschimpfte sie, zeigte ihnen den Mittelfinger und entblößte sich schließlich, um im Angesicht seiner Opfer selbst Hand anzulegen. 

Schwarzfahrten und Beleidigung

Keinen Monat später kamen ihm zwei Autos in die Quere. An ihnen ließ er seinen Frust aus, sorgte für einen Gesamtschaden von rund 1200 Euro. Hinzu kamen zwei Schwarzfahrten mit der Bahn und die Beleidigung eines Polizeibeamten in Hamm. 

In allen Fällen, die ihm nun in einem Prozess vor dem Unnaer Schöffengericht zur Last gelegt wurden, war er alkoholisiert. Bestreiten wollte er nichts, auch wenn er sich zum Teil nur schwerlich erinnern konnte. Bei den Frauen, die er belästigte, gab er an, wütend gewesen zu sein, weil eine von ihnen ihm Geld geschuldet habe. Bei den Schwarzfahrten sei er entweder „im Suff“ in den falschen Zug gestiegen oder eingeschlafen. 

Bönener sitzt bereits im Gefängnis

Geld für ein Ticket habe er jedenfalls nicht gehabt. Die Beleidigung des Polizisten sehe ihm ähnlich und bei den Autos sei er wütend gewesen, habe ein Ventil gesucht. „Ich weiß, ich habe Mist gebaut. Das ist mir auch alles schrecklich peinlich.“ Mittlerweile befindet sich der Bönener im Gefängnis, sitzt dort unbezahlte Geldstrafen ab. 

Auch steht ihm der Widerruf der alten Bewährung bevor. Keine schöne Perspektive, doch er nutzt die Zeit und will das auch weiterhin tun. Er ist trocken, will das auch bleiben und arbeitet auch an seiner beruflichen Zukunft. Für ihn endete der Prozess mit weiteren fünf Monaten Haft – ohne Bewährung.

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