Nachbar schreitet ein

Mann aus Bönen schießt im eigenen Garten auf Taube

Tauben finden kaum noch Nahrung in der menschenleeren Innenstadt in Hamm.
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Der Bönener soll mehrfach auf Tauben geschossen haben.

Eine Geldstrafe muss ein 61-jähriger Bönener zahlen, weil er eine Taube aus einem Baum geschossen hat. Der Richter am Amtsgericht Unna sah darin einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Bönen/Unna - Zum Prozess gekommen war es, weil ein Nachbar die Tat vom 11. Juni mitbekommen hatte. Im Zeugenstand erklärte der Mann, er habe einen Schuss gehört, kurz darauf sei die Taube aus dem Baum gefallen. Es sei nicht das erste Mal, dass der Angeklagte auf Tauben geschossen habe: „Mal trifft er eine, mal nicht.“

Der Angeklagte widersprach dem Vorwurf, gezielt auf die Tiere geschossen zu haben. Vielmehr habe er in seinem Garten Tannenzapfen an einem Baum ins Visier genommen. Normalerweise, so der Bönener, schieße er auf einen Kugelfang, der sich in seinem Garten befindet. In dem Fall habe er aber den Baum ausgesucht, da dieser bereits krank sei.

Schuss auf Taube: „Für mich sah die sehr tot aus“

Der Zeuge gab an, dass es sich überhaupt nicht um den vom Angeklagten genannten Baum handelte. Statt der großen Tanne mit den Zapfen, nehme der 61-Jährige regelmäßig einen Kirschbaum ins Visier, denn darauf befänden sich die Vögel. Am Tattag sei der Nachbar nach dem Schuss zum Angeklagten gegangen, um diesen, wie bereits einige Male vorher, zur Rede zu stellen. Da habe er die Taube auf dem Boden liegen sehen. „Für mich sah die sehr tot aus“, beschrieb der 56-Jährige den Zustand des Tieres.

Nach zahlreichen vorherigen Vorfällen habe es ihm gereicht, und er habe an dem Tag die Polizei dazu geholt. Als diese eintraf, befanden sich lediglich ein paar Federn unter dem Kirschbaum. Von der mutmaßlich erschossenen Taube fehlte hingegen jede Spur. Doch dem Richter reichte es trotzdem für eine Verurteilung zu einer Geldstrafe von 1800 Euro. Er halte es durchaus für möglich, dass der Angeklagte einen günstigen Moment genutzt habe, um die Taube zu entfernen.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass Sie auf die Taube geschossen und diese auch getötet haben“, so der Vorsitzende in seiner Urteilsbegründung.

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