Mäuse-Plage in Bönen? Das sagen die Landwirte

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Für Mäuse und ihren Nachwuchs sind die derzeitigen Wetterbedingungen ideal. In einigen Regionen ist bereits von einer Plage die Rede.

Bönen – Die Mäuse kommen! Von einer wahren Plage berichten Landwirte mittlerweile in Südwestfalen und in Norddeutschland. Die kleinen Nager fressen auf dem Grünland Halme samt Wurzeln radikal ab, sodass die Existenz einiger Betriebe bereits bedroht sei. In Bönen gibt der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsvereins Bönen Entwarnung.

„Von einer Plage würde ich hier noch nicht sprechen“, sagt Christian Möllmann. „Aber bei den extremen Wetterbedingungen haben die Tierchen natürlich beste Bedingungen, dass ihre Population rasant steigt.“

Schuld an der extremen Vermehrung von Feld- und Wühlmäusen seien die ungewöhnlichen Wetterbedingungen. „Wir hatten bis jetzt keinen richtigen Winter und dazu zwei extrem trockene Jahre.“ Das führe dazu, dass sich die kleinen Nager explosionsartig vermehren können. „Die paar Tage, an denen das Thermometer minus ein oder minus drei Grad anzeigte, reichen nicht, um die Bestände zu dezimieren. Kein Frost, keine nassen Äcker – der Boden ist gar, er lässt sich gut von Maschinen bearbeiten.“ 

Gut für die Maschinen ist auch gut für die Mäuse

Aber was gut für Maschinen ist, sei eben auch gut für Mäuse. Die haben nämlich derzeit sehr gute Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen. „Natürlich sind die Tierchen auch auf unseren Äckern aktiv und fressen was weg, aber das ist noch nicht bedrohlich, sodass wir etwas unternehmen müssten.“ 

Das sei eben regional unterschiedlich. Derzeit kommen reichlich Niederschläge runter. Sind die ausreichend, um den ausgetrockneten Boden nach der langen Trockenheit nachhaltig zu wässern? „Oberflächlich wirken die Böden jetzt nass, aber in tieferen Schichten war der Boden lange Zeit immer noch zu trocken.“ Inzwischen gebe es aber Anzeichen, dass die Feuchtigkeit auch in 80 bis 100 Zentimeter Tiefe angekommen sei. 

Frost würde Landwirte freuen

„Bönen ist in einigen Bereichen durch den Bergbau geschädigt. Manche Flächen brauchen Drainagen, um zuviel Wasser abzutransportieren. Ob das Defizit jetzt behoben ist, kann ich nicht beurteilen, aber die Drainagen leiten mittlerweile überschüssiges Wasser in die Gräben.“ Wenn es nach ihm ginge, dann dürfte es jetzt auch mal aufhören zu regnen. 

„Für die Landwirtschaft wäre es gut, wenn wir noch einmal richtig Frost bekämen“, sagt Möllmann. Das sei gut für die Böden, die ließen sich dann besser bearbeiten. Ob tatsächlich auch alle Schädlinge, die man loswerden möchte, bei einer Frostperiode dezimiert werden, da ist er sich nicht so sicher. „Aber wenn’s geht, dann bald, damit nicht spät im Jahr alles erfriert.“ 

Die extrem warmen Temperaturen des vergangenen Wochenendes ließen allerdings wenig Hoffnung, dass es so bald Frost geben wird. „Das milde Klima begünstigt nicht nur den Schadinsektenzuflug, sondern auch, dass die landwirtschaftlichen Kulturen viel zu früh anfangen zu wachsen. Wenn die Halme schon sehr früh austreiben und spät im März noch einmal Frost kommt, dann richtet das großen Schaden an.“ 

Aber das sei das Risiko, mit dem die Landwirtschaft leben müsse. „Wir sind abhängig von der Natur. Niemand kann vorhersagen, wie sich das Wetter tatsächlich entwickelt.“

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