Was machen die Bönener Schulen mit 715 000 Euro?

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In Bönen könnten bald mehr Schüler mit Tablets arbeiten, wenn die Gelder aus dem Digitalpakt Schule eingesetzt werden.

Bönen – Die Welt ist digital geworden. Um Kinder und Jugendliche auf ihre berufliche Zukunft in dieser Welt vorzubereiten und ihnen den selbstkritischen Umgang mit den Medien zu vermitteln, müssen die Schulen entsprechend ausgestattet werden. Geld dafür gibt es aus dem Digitalpakt des Landes. Der Gemeinde stehen 715 000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Eine staatliche Summe, von der alle fünf Schulen profitieren sollen.

Bevor das Geld beantragt werden kann, müssen allerdings der Schulträger, also die Gemeinde, und die Schulen einen Medienentwicklungsplan erstellen. Die Bönener Verwaltung hat damit die Firma SIT aus Hemer beauftragt, die laut Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte bereits seit Jahren das pädagogische Netz an den Schulen vor Ort betreut. 

Weil das Unternehmen zurzeit stark ausgelastet ist, könnten die Mitarbeiter frühestens ab den Herbstferien damit beginnen, so Otte. Der Fachbereichsleiter geht davon aus, dass es rund ein halbes Jahr dauert, bis dieser Plan fertig ist. 

Zunächst müssten die Experten nämlich den Ist-Zustand an den Schulen feststellen und dann den Bedarf ermitteln. Die Ergebnisse sind für den Förderantrag beim Land erforderlich. „Es ist der Gemeinde also nicht möglich, einen Antrag zu stellen, bevor der Medienentwicklungsplan erstellt ist“, erklärt Jörg-Andreas Otte. 

Einheitliches Konzept gewünscht

Die Schulen müssen hingegen ein „technisch-pädagogisches Einsatzkonzept“ liefern, welches die Grundlage für den Plan bildet. Erst wenn abgestimmt ist, welche Schule, welchen Bedarf hat, könnte ausgerechnet werden, wie viel Geld sie benötigt, heißt es aus dem Bönener Rathaus. 

Die Hellwegschule hat das gewünschte Konzept bereits zusammengefasst und weitergeleitet. „Wir hoffen, dass wir uns mit den anderen Schulen auf ein einheitliches Konzept einigen“, sagt Schulleiterin Antje Anbring-Keiter. Werden an den Grund- und weiterführenden Schulen die gleichen Geräte eingesetzt, müssten die Kinder beim Wechsel nicht umlernen. Eine Wunschliste, welche Geräte das genau sein sollten, hat die Grundschule nicht. 

„Wir brauchen digitale Präsentationsmöglichkeiten für die Lehrer, aber auch für die Kinderhand. Ob das mobile Tablets sind, die wir von Klasse zu Klasse tragen, oder feste PCs in den Klassenzimmern wissen wir noch nicht. Außerdem möchten wir den PC-Raum weiter nutzen, von ganzen Klassen und den AGs. 

Internetverbindung als Voraussetzung

Fest steht, dass die Technik, die wir an der Schule haben, völlig überaltert ist“, erklärt die Leiterin. Ihre Schule habe zudem langfristig Bedarf an W-Lan, dem drahtlosen Netzwerk, um etwa die Internetrecherche auszubauen. „Ich denke, allein die Infrastruktur für die Digitalisierung zu schaffen, wird die meisten Kosten verursachen“, schätzt Antje Anbring-Keiter. 

Flächendeckendes W-Lan in allen Klassenräumen ist auch der dringende Wunsch von Reinhard Engler für die Pestalozzi-Hauptschule. „Und außerdem eine komplette Neuausstattung unseres Computerraumes, mit neuer Hard- und Software“, gibt der Schulleiter an. 

Darauf wartet die Hauptschule schon seit Jahren. „Es gab bereits 2016 ein fertiges Konzept, das alle Kosten ausgewiesen hat“, erzählt er. Nun hofft Engler, dass der Digitalpakt der Schule endlich die ersehnte Ausstattung beschert. In der Goetheschule funktioniert das Internet bereits gut – meistens jedenfalls, wie Annegret Berg berichtet. 

„Eine gute Internetverbindung ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Schulen vernünftig damit arbeiten können“, so die Schulleiterin. Sie würde sich über Whiteboards, interaktive Tafeln, oder Vergleichbares für jedes Klassenzimmer und I-Pads für die Dritt- und Viertklässler freuen.  „Außerdem wäre es schön, wenn jeder Lehrer einen PC hätte. Momentan arbeiten wir zum Teil auf unseren privaten Rechnern.“ 

Veraltetes Betriebssystem

An den weiterführenden Schulen ist der Druck noch höher, den Anschluss an die digitale Welt nicht zu verpassen. Schließlich entlassen sie die Jugendlichen direkt ins Studium oder ins Berufsleben. „All das, womit in den großen Konzernen gearbeitet wird, sollte in der Schule zu finden sein“, stellt Dr. Peter Petrak, Leiter des Marie-Curie-Gymnasiums, fest. 

Schließlich müssten sich die Schüler mit all den Medien, die es außerhalb der Schule gibt, zurechtfinden. Tablets, Smartboards und SIM-Karten sollten daher Standard an den Schulen sein. Das MCG hat in den vergangenen Jahren schon einiges getan, um das Gymnasium „digital“ zu machen, zum Teil mithilfe von Sponsoren. Allein mit einem Internetzugang sei es aber nicht getan.

 „Wir brauchen schülergerechtes Internet, entsprechende Lizenzen und Schutzsoftware“, erklärt Petrak. Ganz oben auf seiner Wunschliste für das MCG stehen Beamer und Smartboards für die Klassenzimmer und Fachräume. „Die Lehrer brauchen Präsentationsmöglichkeiten, damit in jedem Raum digitales Lernen möglich ist“, sagt er. Das ist etwas, über das sich die Humboldt-Realschule genauso freuen würde. „Wir wünschen uns Dokumentenkameras, mit denen wir Schülerlösungen via Beamer für alle sichtbar machen können“, sagt Guido Bläsing, Konrektor der Realschule. 

Stabile Internetverbindungen, damit jede Klasse ins Netz gehen kann, wären ebenfalls sinnvoll. „Aktuell gibt es bei uns erst mal die Herausforderung – wie an vielen anderen Schulen –, dass unsere PCs alle noch mit Windows 7 laufen. Microsoft will den Support dafür aber einstellen, sodass wir dann ein Sicherheitsrisiko haben. Also ist zunächst ein Update für das Betriebssystem angedacht“, berichtet Bläsing. 

Und dann sei die Ausstattung des Computerraums der Schule alles andere als aktuell, sowohl was die Geräte, als auch die Software angeht. „Der PC-Raum soll komplett umstrukturiert werden, möglichst mit Workstations, wie sie auch an den Berufskollegs zu finden sind.“

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