Verfolgung gelingt im „vertretbaren“ Rahmen

„Lückenlos“: Kreis Unna sagt, die Kontaktnachverfolgung läuft wieder

Anfang Februar soll es im Impfzentrum losgehen. Die Gemeinde hat jetzt alle Bürger über 80 Jahre angeschrieben, wie sie einen Termin ausmachen können.
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Anfang Februar soll es im Impfzentrum losgehen. Die Gemeinde hat jetzt alle Bürger über 80 Jahre angeschrieben, wie sie einen Termin ausmachen können.

Seit zwölf Wochen befindet sich Deutschland im Lockdown. Wirklich und vor allem dauerhaft runtergegangen sind die Neuansteckungen seitdem nicht, allein in Nordrhein-Westfalen sind nach einer Schätzung des Landeszentrums Gesundheit (LZG) fast 54 000 Menschen aktuell infiziert. Daher haben Bund und Länder am Dienstag das weitere Vorgehen diskutiert. Der Kampf gegen das Virus geht derweil auch im Kreis Unna weiter.

Nachverfolgung

Ein großes Problem war mit dem sprunghaften Anstieg der Corona-Neuansteckungen ab Oktober die Nachverfolgung der Kontakte. Damals musste sogar auf Hilfe der Bundeswehr zurückgegriffen werden. Für Kreissprecher Volker Meier liegt hier auch das relevanteste Kriterium, wenn über den Lockdown gesprochen wird. „Der entscheidende Index ist, kommen wir mit den Nachverfolgungen hinterher“, sagt der Kreissprecher.

Und das sei seit einiger Zeit wieder der Fall. Als „lückenlos“ beschreibt er die Kontaktverfolgung aktuell. „Zumindest, soweit sie uns zur Kenntnis gelangen“, sagt Meier mit Blick auf die Mithilfe der Betroffenen. Innerhalb eines Tages könne man handeln, sofern die Personen erreicht werden. „Das ist vertretbar“, findet Meier.

Gleichzeitig ist er „ausgesprochen skeptisch“, was Lockerungen angeht. Die Lage im Kreis sei derzeit zwar stabil, die Zahl der Neuinfektionen aber immer noch auf einem hohen Niveau. Um unter einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 zu kommen, dürften sich im Kreis Unna nur 197 Menschen in einer Woche anstecken. In den vergangenen sieben Tagen gab es allerdings 489 Neuinfizierte.

Neue Virus-Variante

Über die aufgetretenen Mutationen des Coronavirus liegen Meier mit Blick auf den Kreis bislang keine Informationen vor. Von der Variante soll eine höhere Ansteckungsgefahr ausgehen. Das heißt aber nicht, dass sie hier noch nicht vorkommen. Denn bisher wurde in deutschen Laboren nur selten dahingehend geprüft. Laut tagesschau.de will das Bundesgesundheitsministerium die Quote aber schnell auf mindestens fünf Prozent aller positiven Proben erhöhen.

Für Meier sind die Mutationen aber ein weiterer Grund, sich Lockdown-Erleichterungen genau zu überlegen. „Wir können nicht einschätzen, wie sie sich auf das Infektionsgeschehen auswirken“, rät er zur Vorsicht.

Impf-Fortschritt

In NRW hat am Wochenende die zweite Impfreihe begonnen. Rund drei Wochen nach der ersten Spritze soll sichergestellt werden, dass tatsächlich ein Schutz gegen das Virus aufgebaut wird. Zwar führt bereits bei etwa der Hälfte der Menschen die erste Dosis des Biontech-Stoffes zu einem Immunschutz, nach der zweiten steigt diese Rate aber auf 95 Prozent.

Auch der Kreis Unna hat mit der zweiten Runde begonnen – bis Montag bei 60 dokumentierten Personen. 4763 Menschen haben die Erstimpfung erhalten. Eine Sprecherin der Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erklärte, dass bis Ende Januar alle Pflegeheime durchgeimpft sein sollten. Und auch in den Krankenhäusern des Kreises wird mittlerweile geimpft.

Impftermine

Näher rückt auch die Inbetriebnahme des Impfzentrums in Unna. „Gerade wird geklärt, wie viele Impfstraßen zu Beginn in Betrieb gehen“, sagt die KVWL-Sprecherin. Fünf Straßen wurden in der neuen Kreissporthalle im Dezember eingerichtet. „Wir können nur so viel Verimpfen, wie Impfstoff da sind.“

In den nächsten Tagen erhalten alle Über-80-Jährigen, die nicht in einer Pflegeeinrichtung wohnen, Bescheid, dass sie über die Impfhotline einen Termin ausmachen können. Das sind in Bönen 1253 Personen, in Bergkamen 2800. In dem Brief, der in Bönen am Dienstag und in Bergkamen am Montag rausging, wird außerdem über das Impfangebot, die Erreichbarkeit des Impfzentrums und die kostenlose Nutzung des ÖPNV informiert, erläuterte Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte.

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