Leiter der Bönener Hauptschule: "Es braucht mehr soziales Engagement"

+
Schulleiter werden vor allem an Hauptschulen gesucht.

Bönen – Schulleiter werden dringend gesucht, jede neunte Stelle ist im Schnitt unbesetzt. Die schlechteste Besetzungsquote haben Hauptschulen mit 78 Prozent. WA-Mitarbeiterin Pauline Sickmann sprach aus diesem Anlass mit Reinhard Engler, Schulleiter der Pestalozzi Hauptschule, über die Herausforderungen seines Jobs.

Wie sind Sie Schulleiter geworden? 

Nach der Ausbildung habe ich 15 Jahre als Fachlehrer gearbeitet und war an der Kopernikusschule in Hamm-Pelkum unter anderem Schülervertretungslehrer. Ich wollte dann mehr Verantwortung übernehmen, auch administrativ, und habe mich auf eine vakante Stelle in Welver beworben. Das war ein Sprung ins kalte Wasser, da ich davor keine Stelle als Konrektor hatte. 

Warum Hauptschule? 

Reinhard Engler, Leiter der Bönener Hauptschule.

Ich habe mich mit Leib und Seele der Hauptschule verschrieben. Mein ursprünglicher Berufswunsch war Sozialarbeiter. Und als Lehrer an einer Hauptschule entsprechen viele Aufgaben ursprünglich der Sozialarbeit. Man hat Umgang mit Schülern, die dankbar für jede Hilfe sind. An der Hauptschule braucht es mehr soziales Engagement. 

Was sind die Herausforderungen an Ihrem Job? 

Da bin ich zwiegespalten. Einmal ist es wichtig, nicht den Bezug zur Basis, dem Unterrichten, zu verlieren. Aber die Aufgabenmenge nimmt zu. Die Möglichkeit, zu unterrichten, hat inzwischen abgenommen. Mit der Vielfalt der Aufgaben steigt aber auch die Verantwortung in vielen Bereichen. 

Inwieweit können Sie Aufgaben delegieren? 

Das ist so eine Sache. Ich bin in der glücklichen Lage, einen Konrektor zu haben und sich mit ihm gut zu ergänzen. Gewisse Fachlichkeiten im Kollegium sollen natürlich genutzt werden, IT-Wissen etwa oder Qualifikationen im Übergang Schule-Beruf. Aber es ist auch wichtig, das Kollegium nicht zu sehr zu belasten. 

Warum gibt es so viele unbesetzte Schulleiterstellen an Hauptschulen? 

Die Erhöhung der Besoldung vor zwei Jahren trägt bereits Früchte. Trotzdem steigen die Verantwortung und die Aufgabenfülle weiter. Im Vergleich mit Gymnasien sind Leiter an Hauptschulen immer noch unterbezahlt. Mich persönlich stören die wechselnden Personalien in Schulämtern. Hier wünsche ich mir in der Besetzung mehr Kontinuität. Wenn es ständig neue Gesichter gibt, fehlt die Kontinuität. Was ich aber betonen möchte: Mir macht die Arbeit immer noch Spaß – auch mit fast 65 Jahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare