Laubbläser in der Kritik: Bauhof kommt nicht ohne die motorisierten Helfer aus

+
Laubsauger und Laubbläser sind beliebte Helfer im Herbst. Jetzt fordern BUND und Umweltministerium, aus Umweltgründen darauf zu verzichten.

Bönen – In der Herbstzeit macht das fallende Laub nicht nur Gartenbesitzern das Leben schwer, sondern auch den Mitarbeitern des Gemeindebauhofs. Da greifen kommunale Gärtner und private Bürger gerne zu Laubbläser und Laubsauger. Das soll sich ändern, denn die praktischen Helfer sind in die Kritik geraten.

Blätter auf öffentlichen Wegen und Straßen sind eine Gefahrenquelle für Unfälle. „Im Zuge der Verkehrssicherungspflicht ist die Gemeinde Bönen dazu verpflichtet, anfallendes Laub auf Gehwegen und Straßen zu beseitigen, um Unfälle zu vermeiden“, sagt der Leiter des Bauhofs, Dennis Borkowiak. 

Damit haben seine Mitarbeiter derzeit alle Hände voll zu tun. Bei ihrer Arbeit nutzen sie auch Laubbläser, um der Blättermasse Herr zu werden – so wie viele Privatleute, die in diesen Tagen überall in der Gemeinde mit den praktischen Geräten hantieren. 

„Laubbläser verursachen nicht nur Lärm, sondern vernichten auch Lebensraum von Kleintieren und wirbeln Krankheitserreger auf“, sagt das Umweltministerium und warnt vor den Schäden, die die Geräte anrichten. Bisher störten sich Anwohner und Passanten eher an dem Lärm, den die Geräte verursachen. 

Doch nun rufen Bundesumweltministerium und Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) dazu auf, im privaten Bereich auf Laubbläser ganz zu verzichten. Auch Kommunen sollten die umstrittenen Geräte nur in unverzichtbaren Fällen einsetzen, so die Antwort des Ministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen. 

Noch bis zum 7. Dezember bleiben die Laubsammelcontainer der Gemeinde stehen.

„Die Forderung des BUND und die Mitteilung des Bundesumweltministeriums sind uns bekannt. Wir teilen die Einschätzung, insbesondere für den Bereich der privaten Haushalte“, sagt Fachbereichsleiter Robert Eisler. Im kommunalen Bereich stelle sich die Ausgangslage aber etwas anders dar. „Aufgrund der anfallenden Mengen können wir nicht komplett auf derartige Geräte verzichten. Wir sind aber natürlich bemüht, den Einsatz auf das notwendige Maß zu begrenzen.“ 

Im Übrigen setze die Gemeinde überwiegend Laubbläser statt Laubsauger ein. „Dort, wo Laub in angrenzende Grün- oder Waldflächen geblasen werden kann, erfolgt gar keine Aufnahme. Hier können die Insekten dann neuen Unterschlupf finden.“ 

Ganz verzichten könne die Gemeinde nicht auf die Geräte, macht Bauhofleiter Dennis Borkowiak deutlich. „Die Bearbeitung der enormen Laubmassen im Gemeindegebiet wäre nicht zu schaffen, wenn wir nicht wie bisher auf Laubbläser zurückgreifen würden. Ein Aufkehren und Verladen von Hand wäre nicht zu realisieren, weil der Arbeitsaufwand so enorm ist.“ 

Ein kompletter Verzicht sei deshalb keine Option. „Wir benötigen die Maschinen, um die Arbeiten so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten. Der Bauhof stellt jeder Arbeitskolonne ein Gerät zur Verfügung, zudem verfügt der Bauhof über eine Containermulde inklusive Laubverladegebläse zum Aufsaugen der Laubmassen.“ 

Wenn es nach BUND und Umweltministerium geht, sollten die Bönener Bürger jedoch auf die motorisierten Helfer verzichten und ihre Blätter wieder mit dem Rechen zusammen harken.

Wohin mit dem Laub?

Bereits seit einigen Jahren stellt der Bauhof an einzelnen laubreichen Standorten in der Gemeinde Container bereit, um den Abtransport der Blätter zu erleichtern: 

Steinstraße, Mühlenstraße, Friedrich-Ebert-Straße/Hohe Straße, Zechenstraße (Nähe Mittelinsel/im Wendehammer) und Nordstraße/Ecke Zechenstraße.

Aufgrund der milden Temperaturen ist noch viel Laub an den Bäumen, sodass die Gemeinde die Aufstellzeit der Container bis zum 7. Dezember verlängert hat. Auch am Bönener Wertstoffhof kann bis zum 7. Dezember noch kostenlos Laub abgegeben werden. Aus Umweltschutzgründen sollte es nicht in Einweg-Plastiksäcken angeliefert werden, sondern in Mehrwegsäcken, die es auch am Wertstoffhof gibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare