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„Unerwartet gut gestartet“ - nur wenige Schüler sind positiv

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Von: Kira Presch

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Lollitest an Kind
Bei den Grundschülern wird der Lollitest gemacht. Bis das Ergebnis vorliegt, brauchen Eltern aktuell Geduld. © Peter Kneffel

Am Montag sind die Schüler nach den Weihnachtsferien wieder in die Schulen zurückgekehrt. Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen und des Falles der 13-jährigen Schülerin in Hagen, die sich weigert, mit ungeimpften Mitschülern in einem Klassenraum zu sitzen, stellt sich die Frage: Wie sieht es an den Bönener Schulen aktuell aus? Wie klappt es mit den Tests? Wie hoch ist die Zahl der positiv Getesteten?

Bönen – „Wir sind unerwartet gut gestartet“, meldet Petra Coerdt, Schulleiterin der Humboldt Realschule. „Wir haben inzwischen dreimal alle Personen an der Schule getestet, also Schüler, Lehrer und weiteres Personal. Von über 1400 Tests sind nur drei positiv gewesen. Das ist erfreulich wenig. Insgesamt sind 15 Kinder aktuell in Quarantäne, weil Kontaktpersonen im häuslichen Umfeld positiv getestet wurden.“

Im Gegensatz zu den Grundschulen, die Lollitests anwenden, die ins Labor geschickt werden müssen, werden an den weiterführenden Schulen Antigen-Selbsttests durchgeführt, deren Ergebnis sofort ablesbar ist. „Die Frage ist, wie weit die Tests auch bei Omikron anschlagen. Aber der Test von Siemens, den die Schulen in NRW bisher anwenden, gilt als sehr sicher“, so Coerdt. Ab Ende Januar, wenn die Vorräte aufgebraucht sind, sei allerdings ein Wechsel zu dem Tests eines chinesischen Herstellers geplant. „Ich gehe davon aus, dass der genauso zuverlässig in Bezug auf die Omikron-Variante sein wird“, so die Schulleiterin.

Präsenzunterricht von Schülern und Eltern akzeptiert

Der Fall einer 13-Jährigen in Hagen, die sich weigert, mit ungeimpften Mitschülern in einem Klassenraum zu sitzen, macht derzeit Schlagzeilen. Gibt es auch bei den Bönener Schülern und Eltern Bedenken, am Präsenzunterricht teilzunehmen? „Bisher nicht. Wir hatten ein einziges Gespräch mit einem besorgten Vater, der meinte, es wäre doch vielleicht besser, wenn sein Kind zu Hause bliebe. Aber das geht nicht, wir haben schließlich eine Schulpflicht“, sagt Petra Coerdt.

Erfreulich sei auch die ungewöhnlich geringe Krankenrate am ersten Schultag nach den Ferien im Verhältnis zu der Zeit vor den Ferien gewesen. „Nur 16 Kinder meldeten sich krank, das ist sehr wenig.“

Humboldt Realschule Bönen
Nicht nur an der Humboldt-Realschule werden derzeit alle, auch Geimpfte und Genesene, getestet. © Volkmer

Angesichts der angespannten Infektionslage wird die Bönener Realschule ihren am 21. Januar geplanten Tag der offenen Tür absagen. „Aber wir bieten jede Menge Informationen auf unserer Homepage an. Außerdem sind auch individuelle Beratungsgespräche möglich“, so Coerdt.

Auch am Marie-Curie-Gymnasium musste der ursprünglich für Freitag geplante Besuchstag ausfallen und wurde ins Digitale verlegt. Ansonsten sei die Stimmung gut, betont die kommissarische Leiterin Bianca Giese. Schüler oder Eltern, die den Präsenzunterricht ablehnen, gebe es auch am MCG nicht. „Im Gegenteil, viele Schüler sind froh, dass sie zur Schule gehen können.“ Obwohl zurzeit alle getestet würden – auch Geimpfte und Genesene – sei es bis jetzt bei einem positiven Test geblieben. „In Quarantäne wegen positiver Kontaktpersonen im häuslichen Bereich befinden sich derzeit weniger als zehn Schüler“, so Giese. „Wir sind hier auch in einer guten Lage, können die Klassenräume gut lüften.“

Labore sind zurzeit überlastet

Schwierig ist es für die Grundschulen, denn sie wenden für die Klassen eins bis vier die Lollitests an, die von einem Labor ausgewertet werden müssen – zunächst im Pool, bei positivem Ergebnis müssen die Einzeltests ausgewertet werden. Das dauert aktuell länger als ursprünglich geplant, denn die Labors sind durch die wegen der Omikron-Variante rasant ansteigenden Infektions- und Testzahlen derzeit stark überlastet, bestätigen Goethe- und Hellweggrundschule.

Hier gilt: Erst wenn das Labor Entwarnung gibt mit einem negativen Pooltest oder die einzelnen PCR-Tests ausgewertet sind, dürfen die Kinder in die Klasse zurückkehren. „Das führt oft dazu, dass die Ergebnisse nicht um 18 Uhr vorliegen, sondern manchmal erst um 22 Uhr oder um 3 Uhr morgens“, berichtet Anne Schott, Konrektorin der Goethegrundschule. „Das ist natürlich sehr unglücklich.“ Aber mit der guten Kommunikation mit den Eltern lasse sich das auffangen. Die stimmen sich mit der Schule auch ab, wenn etwa Symptome einer Erkältung auftreten und lassen ihr Kind zur Sicherheit einen Tag zu Hause.

Geht mein Kind in die Schule oder brauche ich eine Betreuung?

„Die langen Wartezeiten, bis ein Testergebnis vorliegt, führen auch zu Unmut bei den Eltern“, bestätigt Antje Anbring-Keiter, Leiterin der Hellweggrundschule. „Weil wir sie oft erst kurzfristig morgens informieren können, ob die Kinder den Unterricht besuchen können oder ob sie eine Betreuung für ihre Kinder brauchen. Wir müssen also noch mehr mit den Eltern kommunizieren als sonst schon.“ Dennoch gebe es in beiden Bönener Grundschulen keine Bestrebungen von Eltern, ihre Kinder zu Hause zu lassen, weil sie befürchten, sie könnten sich im Präsenzunterricht anstecken.

Antje Anbring-Keiter räumt ein, dass sie zum Schulstart mit höheren Infektionszahlen gerechnet hatte. „Am Montag hatten wir zwei positive Fälle und am Mittwoch einen Fall und einen weiteren positiven Fall über Kontaktpersonen im häuslichen Umfeld.“ Auch ihre Kollegin Anne Schott meldet an der Goetheschule derzeit einen positiven Pooltest und zwei Schüler in Quarantäne. Ob diese relativ niedrigen Infektionszahlen aber auch in der kommenden Woche noch gelten, kann niemand sagen.

„Das Testen macht das Leben an der Schule nicht einfacher“, resümiert Anne Schott. „Aber wir achten sehr genau auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen, um Infektionen zu verhindern. Die Kinder sind inzwischen auch sehr routiniert, was die Durchführung der Tests betrifft. Das klappt wirklich gut.“

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