Landratswahl im Kreis Unna

Mario Löhr (SPD) und Marco Morten Pufke (CDU) gehen in die Stichwahl

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Bei der Ergebnispräsentation im Kreishaus: Marco Morten Pufke (links, CDU) und Mario Löhr (rechts, SPD) gehen in die Stichwahl um das Amt des Landrats. In der Mitte: Der amtierende Landrat und Wahlleiter Michael Makiolla.

Kreis Unna – Der Kampf um den Posten des Landrats im Kreis Unna entscheidet sich in zwei Wochen in einer Stichwahl. Es treten an: SPD-Kandidat Mario Löhr und Marco Morten Pufke von der CDU.

Löhr konnte bei der Kommunalwahl am Sonntag 41,12 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, Pufke lag am Ende bei 27,56 Prozent. Großer Gewinner des Abends waren die Grünen: Sie erzielten bei der Kreistagswahl ein Plus von 8,1 Punkten und erreichten am Ende 19,32 Prozent.

Bis auf GFL-Landratskandidat Andreas Dahlke verfolgten alle Bewerber um das höchste Amt im Kreis die Ergebnispräsentation im Kreishaus. Als Erster trat, sichtlich vergnügt, Herbert Goldmann von den Grünen vor die Presse. Platz drei bei der Landratswahl mit 18,10 Prozent sei für ihn „ehrenhaft“, das gute Abschneiden seiner Partei mache ihn darüber hinaus „richtig glücklich“. Und woher kommt der Zuspruch? „Wir haben in den zurückliegenden Legislaturperioden gute Arbeit geleistet und besetzen aktuell die Themen, die insbesondere jungen Menschen wichtig sind: Bildung, Klima, Naturschutz, bezahlbarer Wohnraum.“

Beide Stichwahl-Kandidaten zuversichtlich

Der GFL-Kandidat Andreas Dahlke (6,95 Prozent) und Susanne Schneider von der FDP (6,27 Prozent) blieben bei der Landratswahl chancenlos. Die beiden Kandidaten für die Stichwahl zeigten sich mit Blick auf die Stichwahl kämpferisch. Löhr sagte, er sei „zutiefst davon überzeugt“, dass er die Menschen für sich gewinnen könne. Das ist ihm mit Blick auf Selm, wo er Bürgermeister ist, auch beeindruckend gelungen. Dort stimmten 58,83 Prozent der Wähler für Löhr als künftigen Landrat. Aus Sicht Pufkes werden die Karten nun ganz neu gemischt. Er kündigte für die nächsten 14 Tage einen neuerlichen intensiven Wahlkampf an.

Bei der Wahl der Vertretung des Kreises musste die SPD eine herbe Schlappe einstecken: Minus 9,8 Prozentpunkte hieß es am Ende. Auch die CDU ließ Federn, aber mit 2,2 Punkten längst nicht so deutlich.

AfD viertstärkste Kraft, aber ohne Sitz

Die AfD wurde hinter den Grünen rechnerisch mit 5 Prozent die viertstärkste Kraft. Für einen Sitz im neuen Kreistag reichte es aber nicht. Dafür hätte ein Direktkandidat der Partei einen der Kreiswahlbezirke holen müssen. Der Wahlausschuss des Kreises hatte die Reserveliste bekanntlich nicht zugelassen, ein Einspruch der AfD beim Landeswahlausschuss blieb erfolglos.

Hinter der AfD folgen die FDP mit 4,75 Prozent, die Linke (3,43 Prozent), die GFL (Gemeinsam für Lünen, 2,61), der Kreisverband der Freien Wähler (1,68), die Familien-Partei (1,64), die WfU (Wir für Unna, 1,32) und die Sonstigen (0,96). Auch die Linken zählen zu den Verlierern des Abends mit minus 1,52 Prozentpunkten.

Wahlbeteiligung bei unter 50 Prozent

321.736 Wählerinnen und Wähler waren zu den Kommunalwahlen zugelassen. Am Ende lag die Wahlbeteiligung bei 48,83 beziehungsweise 48,86 Prozent. Zum Vergleich: Bei den Kommunalwahlen 2014 gaben jeweils über die Hälfte der Wahlberechtigten gültige Stimmen ab. Die Stimmauszählung dauerte diesmal länger. Erst nach 24 Uhr lagen erste Endergebnisse vor.

Die SPD erzielte ihr bestes Ergebnis in der Stadt Kamen, die CDU in Werne. Die Grünen konnten in Unna vergleichsweise viele Stimmen auf sich vereinen.

Aus Bergkamen direkt in den Kreistag gewählt wurden:

Wahlkreis 11: Wilhelm Null (SPD)
Wahlkreis 12: Angelika Chur (SPD)
Wahlkreis 13: Jens Schmülling (SPD)
Wahlkreis 14: Martina Eickhoff (SPD)

Aus

Bönen

direkt in den Kreistag gewählt wurden:

Wahlkreis 17: Sabine Lutz-Kunz (SPD)
Wahlkreis 19: Norbert Enters (SPD)

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