Kurzweiliger Abend mit "Zupf 'n Streich" - aber kaum Zuhörer

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Peter Kothe an der Geige und Gitarrist Jay Minor sorgten für einen kurzweiligen Abend.

Bönen – Man nehme eine Kirche, zwei Musiker und einige handverlesene Musikfreunde – heraus kommt ein kurzweiliger Abend in der Fliericher Kirche. Bei „Zupf ´n Streich“ hatten die beiden Musiker Jay Minor und Peter Kothe hatten eine Menge zu bieten.

Minor ist von Kindesbeinen an der Gitarre verfallen und hat eine klassische Musikausbildung genossen. Die Geige hat Peter Kothe von klein auf begleitet. „Unsere Musik ist wie ein bunter Strauß wilder Blumen“, strahlte Minor, der das Konzert mit dem Evergreen „Blue Moon“ begann. 

Die beiden Musiker singen nicht. Worte fanden sie dennoch, und zwar zwischen den Musikstücken mit kleinen Anekdoten. Ungewöhnlich ist auch die Namensgebung der selbst komponierten Songs, die Hinweise auf den Ort oder den Zeitpunkt der kreativen Phase liefern. Der „Keller Song“ ist selbsterklärend, die gar nicht langweilige „0815-Samba“ entstand im August 2015. „Eigentlich nicht“ ist die Antwort auf die Frage, ob der äußerst temperamentvolle und keltisch angehauchte Song schon einen Namen hat. 

Fingerstyle mit den Beatles oder John Farnham

Verblüffend daran: Die Songs und ihre Namen prägten sich so besonders gut beim Publikum ein. Keine Kompromisse gab es bei der Stilrichtung. Die Liebe zum „Fingerstyle-König“ Tommy Emmanuel fand immer wieder Erwähnung. Vor zehn Jahren hat Minor die Technik des Fingerstyle für sich entdeckt. Melodie und Akkorde spielen ineinander. Damit erfüllt der Musiker eine Aufgabe, die sonst von drei Gitarristen geleistet wird. „Ohne technische Hilfsmittel“, betont Jay Minor, den seine Frau deshalb zum Üben auch schon mal in den Keller schickt. 

Wenn ausgebildete Musiker bekannte Stücke miteinander verbinden oder neu interpretieren, wird es spannend. Ausgerechnet aus dem tragisch-bedrohlichen Sting-Klassiker „Every breath you take“ wurde ein fröhlicher, verspielter Part. Es folgte ein rasanter Streifzug durch die Musikgeschichte, vorbei an den Beatles, John Farnham, Jackson Five und John Lennon. 

Veranstalter über geringes Interesse enttäuscht

Eine Enttäuschung war für den Hammer Musiklehrer und Veranstalter von „Zupf ´n Streich“ Reinhard Potschinski hingegen die geringe Anzahl der Gäste. Pfarrer Joachim Zierke hatte die Fliericher Kirche gerne für Musik und Gäste geöffnet. „Er fand die Idee gut“, ließ Potschinski wissen, dem die ehrenamtlich organisierten Konzerte am Herzen liegen. Das Interesse aus dem nahen Umfeld war allerdings gering. „Von den Flierichern kommt hier wohl kaum einer“, so der Musikfreund und ergänzt, dass er das nicht nachvollziehen kann, wo doch immer die Rede davon ist, dass in Bönen so wenig los sei. 

Tatsächlich kamen einige der nur 20 Gäste von außerhalb. „Das ist aber nicht nur in Bönen ein Problem“, ergänzte Potschinski, der auch in anderen Städten Konzerte organisiert. Es bleibt zu hoffen, dass Reinhard Potschinski nicht den Mut verliert und das Duo wieder nach Bönen einlädt, damit mehr Musikfreunde in den Genuss eines ganz besonderen Abends kommen.

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