Krimi-Autor Sven Stricker plant einen Mord in Bönen

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Sven Stricker wurde auf seiner Tour durch Bönen begleitet von Caroline Schrandt (Kultur Bönen), Sigrun Krauß (Kulturbereich Unna), Archivarin Barbara Börste und Esther Hahm (VHS; von links).

Bönen Der nächste Mord in Bönen steht kurz bevor: Sven Stricker hat sich intensiv vor Ort umgeschaut, um zu entscheiden, wo sein Opfer den Löffel abgeben wird. Zumindest auf dem Papier.

Stricker schreibt im Rahmen des Krimi-Festivals „Mord am Hellweg“ in diesem Jahr den Beitrag für Bönen. Jetzt hat er auf einem Rundgang durch die Gemeinde viele Ideen gesammelt. „Es wird etwas Schlimmes passieren, befürchte ich“, sagt Stricker. Und grinst. Denn aller möglichen Morde zum Trotz: Der Humor spielt bei dem in Mülheim an der Ruhr aufgewachsenen Autor immer eine Rolle. 

„Das wird auch dieses Mal so sei“, kündigt er an. Er möchte die untrennbar zum Festival gehörende Geschichtensammlung mit einer kurzen Krimikomödie bereichern. Wobei vor allem „kurz“ eine der größten Schwierigkeiten werden dürfte.

Bönen zwingt Stricker zu neuer Geschichte

 „Bei den Geschichten, die schon der Ort an sich erzählt, könnte ich allein das ganze Buch füllen“, sagt er. Beschränken muss er sich allerdings auf maximal zwölf Seiten. Das gibt das Organsiationsteam rund um Leiterin Sigrun Krauß so vor. Ebenso wie die Herausgeber es zur Pflicht gemacht haben, dass es pro Geschichte mindestens einen Mord gibt.

„Und die Autoren müssen vor Ort recherchieren“, betont Krauß. Gerade diese Pflicht änderte Strickers noch ungeschriebene Geschichte schon einmal von Grund auf. „Ich hatte eigentlich schon eine Story im Kopf, als ich hier her kam, und dachte, ich beuge den Ort der Geschichte“, sagt er. Aber die Gemeinde machte Stricker, der ursprünglich Hörspiele aufnahm und erst später seine wahre Leidenschaft für das Schreiben entdeckte, einen Strich durch die Rechnung, wie er lachend zugab. „Jetzt passe ich die Geschichte dem Ort an.“

Die Story zweier Personen, die sich zufällig in Bönen treffen, habe an jedem beliebigen Ort spielen können. „Das wäre verschenktes Potenzial bei dieser Gemeinde“, findet Stricker. Nun sollen es zwei Alteingesessene sein, um die er die Handlung strickt. Die führt die Leser wahrscheinlich zum Förderturm, den Stricker bei seinem Rundgang in Bönen besonders faszinierend fand. „Der Turm hat eine tolle Atmosphäre, die auch ein bisschen unheimlich ist“, findet er. 

Förderturm und Bahnhof dienen als Schauplätze

Ein weiterer sehr wahrscheinlicher Punkt der Handlung: der Bahnhof beziehungsweise die Schranken. „Bei meinem Rundgang habe ich die amüsante Geschichte gehört, dass man als Bönener etwa sein halbes Leben vor der Schranke verbringt“, erzählt er. Das wolle er samt der daraus resultierenden Situationskomik aufgreifen. 

Allzuviel Zeit hat Stricker dafür nicht mehr. „Eigentlich sollten die Geschichten Ende März fertig sein“, sagt Krauß. Da Strickers Recherchetermin sich so lange verschoben hatte, habe der 1970 in Tönning geborene Autor allerdings etwas länger Zeit. Bis wann genau, stehe noch nicht fest. Klar dagegen ist: Das Festival „Mord am Hellweg“ läuft vom 15. September bis zum 10. November mit rund 200 Veranstaltungen in 25 Städten und Gemeinden. Die Vorstellung der inzwischen neunten Krimisammlung ist für den 17. September geplant. 

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