Kreisverkehr als Visitenkarte der Gemeinde

Visitenkarte für Bönen: Wie wird der neue Kreisel am Ortseingang gestaltet?

Bagger bearbeitet Erde auf der Mittelinsel des Kreisverkehrs
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Wie soll der Kreisverkehr am Ortseingang in Altenbögge künftig aussehen? Bei der Gestaltung der Kreisinsel sollen die Bürger mitreden dürfen.

Die Bauarbeiten am Kreisverkehr am Ortseingang im Ortsteil Altenbögge gehen zügig voran. Während der Kreisel an der Einmündung der Bahnhofstraße in die Hammer Straße Gestalt annimmt, ist die Frage, wie dessen Mitte künftig aussehen soll?

Bönen – Die CDU-Fraktion hat dazu im Fachausschuss Planen, Bauen Umwelt einen Antrag zur Gestaltung eingebracht. Die Verwaltung soll nun prüfen, ob die Installation einer Stele oder einer vergleichbaren Konstruktion auf der Kreisinsel mit sichtbaren Hinweisen auf die Ortsteile möglich ist und durch Straßen.NRW genehmigt würde.

Die vertraglichen Regelungen mit Straßen.NRW sehen vor, dass der komplette Kreisverkehr nach Fertigstellung in die Baulast und somit in die Unterhaltungspflicht des Landes übergeht. Die technischen Planungen für den Bau der Kreisinsel beschränken sich auf Leerrohre, die unter der Fahrbahn bis zur Mitte verlegt werden, um beispielsweise Beleuchtungskabel aufnehmen zu können. Gestalterisch würde vom Landesbetrieb standardmäßig Boden hügelförmig aufgebracht sowie eine Oberbodenandeckung, also etwa Rasen. Weitere Maßnahmen seien im Zuge der Erstellung des Kreisverkehrs von Straßen.NRW nicht vorgesehen, so Fachbereichsleiter Robert Eisler.

Das veranlasste die CDU-Fraktion, einen Antrag zu stellen, um dem Knotenpunkt am Ortseingang – quasi als Visitenkarte der Gemeinde – eine besondere Gestaltung zu geben.

Wunsch nach etwas, das den Ortseingang prägt

„Wenn wir den Kreisel gestalten, sind wir auch für die Unterhaltung zuständig. Die einfachste Lösung wäre Rasen, für dessen Pflege allerdings auch der Bauhof zuständig wäre“, so Eisler. „Aber ich denke, wir wünschen uns alle, dass da etwas entsteht, das den Ortseingang prägt, und Attraktivität über den Kreisverkehr ausgestrahlt wird.“ Das könnte durch eine gärtnerische Lösung erreicht werden oder durch eine künstlerische. Eine Übernahme der Gestaltung durch die Gemeinde müsste im Vertrag mit Straßen.NRW noch festgeschrieben werden.

Entscheidend sei aber, dass der Landesbetrieb dem Antrag zustimmt, denn für die Gestaltung von Kreisverkehren gelten genaue Vorgaben, je nachdem, wo sich etwa der Kreisverkehr befindet und wie hoch die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist. Nach Vorgabe von Straßen.NRW darf die Insel keinerlei Aufbauten aufweisen, von denen ein Gefährdungspotenzial ausgeht. Baumbepflanzungen, Lichtmasten oder massive Kunstobjekte auf der Kreisinsel sind demnach ausgeschlossen. Denn die Verkehrssicherheit geht vor.

In Werne lehnte Straßen.NRW Kreisel-Kunst ab

Deshalb scheiterte auch 2015 ein ehrgeiziges Projekt in der Nachbarschaft: In Werne wollte die Wirtschaftsförderung die Kreisel entlang der Nordlippestraße L518 mit massiven Kunstwerken verschönern. Es gab viele Ideen und auch Sponsoren. Letztlich lehnte der Landesbetrieb als Baulastträger die Kreisel-Kunst ab mit dem Hinweis, dass feste Einbauten außerhalb geschlossener Ortschaften nicht zugelassen werden können, weil sie die Sicherheit der Autofahrer gefährden. Denn, so die damalige Begründung von Straßen.NRW, es gebe immer wieder Autofahrer, die aus Unachtsamkeit geradeaus fahren und über die Kreisinsel schießen. Ein festes Hindernis erhöhe die Verletzungsgefahr.

Bei dem Kreisverkehr am Ortseingang Altenbögge handelt es sich jedoch um einen Zwitter – nicht innerörtlich, aber auch nicht außerhalb der Gemeinde. Insofern bleibt es spannend, welchen Beurteilungsmaßstab Straßen.NRW hier anlegen wird.

Die Verwaltung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass viele Kreisverkehre, allerdings in Baulast der Kommunen oder der Kreise, nicht unter diesen engen Vorgaben gestaltet wurden – auch verschiedene Kreisverkehre auf Gemeindegebiet.

Da der neue Knotenpunkt auch den Ortseingangscharakter unterstreichen soll, hat die Verwaltung bereits eine formlose Voranfrage beim Straßenbaulastträger für eine gestalterische Aufwertung der Kreisinsel eingereicht. Die sei grundsätzlich positiv beantwortet worden.

Bürger sind gefragt Verwaltung sammelt Ideen und Vorschläge

Nun geht es um das Wie und die Details. Denn trotz aller Einschränkungen und Vorgaben seien viele Varianten denkbar, wie die Insel attraktiv gestaltet werden kann, so Eisler. Hier wäre sowohl eine gärtnerische wie auch eine künstlerische Ausgestaltung, eventuell in Kombination, möglich – natürlich auch mit Blick auf die Kosten. Um eine möglichst breite Akzeptanz bei den Bürgern zu erreichen, plant die Verwaltung, die Öffentlichkeit bei der Gestaltung einzubeziehen. Ideen und Gestaltungsvorschläge werden gesammelt, ausgewertet und zur Diskussion gestellt. Allerdings sollten die Rahmenbedingungen klar kommuniziert werden, damit Vorschläge verwertbar sind und nicht ins Leere laufen.

Die Verwaltung wird jetzt mit Straßen.NRW Kontakt aufnehmen, um die vertraglichen und technischen Bedingungen zur Gestaltung der Kreisinsel im Detail abzustimmen.

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