Zweite Übergangskita in Planung

Kreis sucht Träger für weitere Einrichtung an der Poststraße

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Die neue Übergangskita könnte an der Stelle des ehemaligen Rathauses an der Poststraße entstehen...

Bönen – Rund 130 fehlende Betreuungsplätze in Bönener Kitas – das waren die alarmierenden Zahlen am Jahresbeginn. Inzwischen hat der Kreis Unna reagiert und neben dem Alten Rathaus an der Poststraße Container für eine Übergangskita aufstellen lassen, die ab 1. Mai bezugsfertig sein soll. Da damit der Bedarf immer noch nicht gedeckt ist, soll nun kurzfristig eine weitere Übergangskita in direkter Nachbarschaft an den Start gehen. Mit einem Dringlichkeitsbeschluss machte Landrat Michael Makiolla den Weg frei für die Suche nach einem Träger für die Einrichtung.

„Ich bin sehr froh, dass der Kreis das Verfahren jetzt so schnell auf den Weg bringt und das Projekt Fahrt aufnimmt“, kommentiert Stephan Rotering die gute Nachricht. Der Bönener Bürgermeister hatte im Zuge der Planungen für die Container-Kita gebeten, die Kapazität von 60 Plätzen direkt aufzustocken, da absehbar war, dass weitere Familien unversorgt bleiben würden.

Eine Verdopplung war ohne einen erneuten Beschluss nicht möglich, so der Kreis Unna. Dafür entsteht jetzt in der Nachbarschaft eine zweite Übergangseinrichtung, um den gestiegenen Bedarf bei der Kindertagesbetreuung zu decken.

Geburtenrate in Bönen steigt

Trotz der zum 1. Mai geplanten Inbetriebnahme der Übergangseinrichtung an der Poststraße weist die derzeitige Kindergartenbedarfsplanung zum neuen Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, aktuell einen weiteren Bedarf an rund 30 U3- und 18 Ü3-Plätzen auf. Auch für die kommenden Jahre gehen die Prognosen von deutlich steigendem Bedarf an Betreuungsplätzen aus. Die Ursachen dafür sind erfreulich, die derzeitige Situation ist es nicht: „In Bönen steigt die Geburtenrate, es ziehen viele junge Familien in die Gemeinde und sie nehmen früh Kita-Plätze in Anspruch“, erklärt Katja Schuon, die Leiterin des Fachbereichs Familie und Jugend beim Kreis Unna, der für die Kindergartenbedarfsplanung zuständig ist.

Zwar ist die von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ruhr-Lippe-Ems betriebene Container-Übergangs-Kita an der Poststraße in Kürze startklar, um den aktuellen dringenden Bedarf aufzufangen. „Doch es werden dauerhaft mehr Plätze benötigt, und deshalb müssen wir erneut viel Geld für einen Neubau in die Hand nehmen“, sagt Katja Schuon. Deshalb sei der Betrieb einer zusätzlichen Kindertageseinrichtung unumgänglich. Die Inbetriebnahme soll spätestens zum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. August erfolgen.

Auch der Standort für die neue Kita soll an der Poststraße liegen, die Gemeinde Bönen hat dort ein entsprechend großes Grundstück angeboten. Noch sei laut Rotering nicht klar, ob die neue Übergangskita auf dem Gelände entstehen soll, wo zurzeit noch der ehemalige Rathauscontainer steht, oder auf der benachbarten Hundewiese. „Beides wäre grundsätzlich möglich.“

...oder auf der Hundewiese nebenan.

Suche nach Träger, der Betrieb übernimmt

In der vierzügigen Einrichtung sollen 60 Plätze für Kinder im Alter bis sechs Jahren geschaffen werden. Geplant ist folgende Aufteilung: in der Gruppenform I eine Gruppe für sechs Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren und 14 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. In der Gruppenform II sollen 20 Kinder im Alter bis zu drei Jahren betreut werden und in der Gruppenform III 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren.

Der Kreis kalkuliert mit Kosten von rund 2,4 Millionen Euro für den Bau der Kita und die Anlage des Außengeländes. Hinzu kommen mehr als 250 000 Euro für die Ausstattung. Die Finanzierung der Gesamtmaßnahme – Kosten der Realisierung der Kindertageseinrichtung und des Grundstücks – muss über einen Investitionsplan mit einer Laufzeit von 25 Jahren erfolgen. Die monatlichen Kosten werden im Rahmen der gesetzlichen Betriebskostenbezuschussung nach dem Kinderbildungsgesetz und als freiwilliger Zuschuss gewährt.

Nun muss zunächst ein Träger gefunden werden, der den Betrieb der Kita übernimmt. Die Auswahl des Trägers der neuen Kindertageseinrichtung erfolgt dann in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 19. Mai. Das Auswahlverfahren erfolgt anhand einer persönlichen Vorstellung des Trägers, des Konzepts und der pädagogischen Ausrichtung sowie einer Entscheidungsmatrix.

Interessierte Anbieter können sich bis Freitag, 1. Mai, beim Kreis Unna, Fachbereich Familie und Jugend, Hansastraße 4, 59425 Unna melden. Für Rückfragen steht die Sachgebietsleiterin Birgit Nebling unter Tel. 0 23 03/ 27-1058 zur Verfügung.

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