Über Radstation in Bönen verfügbar

Mehr Schub für umweltfreundliche Mobilität: Kreis Unna schafft 80 neue E-Bikes für Verleih an

Landrat Mario Löhr (zweiter von rechts) übergab die E-Bike-Flotte.
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Landrat Mario Löhr (zweiter von rechts) übergab die E-Bike-Flotte.

„Weg vom Auto“ ist die Devise in der Verkehrswende. Der Kreis Unna leistet dazu einen neuen Beitrag. 80 neue E-Bikes im Verleih ergänzen das Netz von Bus und Bahn.

Bönen/Kreis Unna – Teilweise über 40 000 Kilometer waren einige der E-Bikes bereits gefahren, die der Kreis Unna vor sieben Jahren angeschafft hat, damit die Menschen sie an den Bahnhöfen im Kreis ausleihen können, um beispielsweise das Auto stehenzulassen. „Die Lebensleistung unserer Flotte war überschritten“, sagt Stefan Rose, Leiter der Radstationen der „DasDies Service GmbH“, die sich auch in Bönen um Wartung und Ausleihe kümmert. Höchste Zeit also für neues Material.

Investition von 248.000 Euro über vier Jahre

„Ab Ende März stehen in den Radstationen des Kreises durchgehend insgesamt 80 neue E-Bikes als Mietfahrräder zur Verfügung“, teilte der Kreis nun mit. Er finanziert die Aufstockung für vier Jahre mit 62 000 Euro pro anno, weil er darin einen wichtigen Baustein für das Mobilitätskonzept sieht. „Das Rad ist neben Bus und Bahn und Carsharing ein umweltfreundliches Verkehrsmittel, das wir insgesamt noch weiter stärken und vernetzen wollen“, betont Landrat Mario Löhr. „Das Mobilitätskonzept ist die Stellschraube für den Klimaschutz“, ergänzt Kreissprecher Volker Meier.

Zehn Räder am Bönener Bahnhof verfügbar

Und Radfahren boomt. Besonders das Coronajahr 2020 hat die Nachfrage nach E-Bikes weiter deutlich erhöht. Teilweise gab es Lieferengpässe, auch die Radstationen konnten nicht mehr alle Wünsche erfüllen, waren zeitweise ausgebucht. Diesen Trend trägt der Kreis mit der Modernisierung der Fahrradflotte Rechnung. So werden statt bisher 30 E-Bikes nun 80 angeschafft – zudem 40 moderne Tourenräder und zwei Top-Mountain-Bikes. „Die neuen Pedelecs mit leistungsfähigen Motoren und gut dimensionierten 500 Wh- beziehungsweise 625 Wh-Akku sind ab sofort an den Bahnhöfen in Bönen, Kamen, Lünen, Schwerte, Unna und Werne sowie in der Lüner City zu mieten – Selm-Beifang wird diese Standorte ergänzen“, heißt es in einer Pressemitteilung. In Bönen stehen bereits fünf Räder, fünf weitere sollen zeitnah folgen.

Im vergangenen Jahr 2000 Ausleihen

Laut Maciej Kozlowski, dem Geschäftsführer der Awo-Tochter „DasDies Service GmbH“, ist das gut angelegtes Geld: „Vor acht Jahren hatten wir jährlich noch knapp 300 Fahrradvermietungen pro Jahr. Im vergangenen Jahr waren es schon über 2000. Ohne den Corona-Effekt, der uns zeitweise zur Schließung von Stationen und Radverleih zwang, wäre die Steigerung noch größer gewesen.“ Die Räder werden nach Angaben von Kreissprecher Meier vor allem am Wochenende zu Ausflügen genutzt: „Aber auch die Wochennutzung hat deutlich zugenommen.“ Dazu habe auch die Umstellung der Preisstruktur vor etwa zwei Jahren beigetragen. Früher musste jeder Radler sein Gefährt wenigstens zwei Stunden ausleihen, nun kostet jede angefangene Stunde pauschal 75 Cent, in der Nacht wird es günstiger.

Kaum Pannen, wenig Diebnstahl

Mit der bisherigen Nutzung der Fahrradleihe in den Radstationen der Bahnhöfe ist der Kreis zufrieden. Die Anschaffung der 80 neuen E-Bikes, 50 mehr als bislang zur Verfügung standen, soll die Buchungen aber natürlich noch weiter in die Höhe treiben. Laut Kreissprecher Volker Meier halten sich auch die Kosten für Reparaturen in Grenzen: „Die Räder werden ja auch regelmäßig in den Radstationen gewartet, sodass es zu wenigen Defekten kommt.“ Die zunächst ausrangierten Fahrräder bleiben weiter im Betrieb, um auf sie in Spitzenzeiten zurückgreifen zu können. Gestohlen wurden die deutlich markierten Räder allerdings auch. „Die Diebstähle sind aber nicht im signifikanten Bereich“, sagt Meier.

Der Kreis nimmt dabei in Kauf, dass sich die Aktion finanziell nur bedingt selbst trägt. „Die Erlöse decken den laufenden Betrieb mit Wartung, Reparatur inklusive Versicherung, aber es reicht noch nicht, um Rücklagen zu bilden“, sagt Meier. Er rechnet auch nicht damit, dass das bei steigender Nachfrage zeitnah geschehen wird.

Buchung über Apps möglich

Ob Räder verfügbar sind, darüber informiert bisher das Buchungsportal der Stationen unter www.radstation.ruhr. Der Kreis kooperiert mit den Radstationen, weil durch das dort arbeitende Personal Ausleihe und Wartung tagsüber gesichert seien. „Wir können ja nicht zum Akkutausch jemanden mit dem Auto schicken“, erläutert Meier. In Kürze sollen Buchungen auch über die fahrtwind-App der VKU möglich sein. Zeitnah soll auch eine 24-Stunden-Ausleihe und ein automatisierter Zugang zu den Fahrrädern folgen, erklärt der Kreissprecher. An einem System, das selbsttätig ein gebuchtes Rad entsperren kann, werde gearbeitet.

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