Konzert mit Coverband „Fiffty“

Endlich wieder Kultur am Zechenturm in Bönen

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Zwei Dinge wollte Bürgermeister Stephan Rotering mit dem Konzert erreichen: aufzeigen, dass kulturelle Veranstaltungen unter den Auflagen der Pandemie möglich sind. Zudem erhofft er sich Unterstützung für eine weitere Amtszeit, denn am kommenden Sonntag sind Kommunalwahlen.

Bönen – Musik liegt in der Luft. Das war am Samstagabend durchaus wörtlich zu nehmen, als die Coverband „Fiffty“ mitten in Bönen anstimmte, was sich über die Jahrzehnte ins kollektive musikalische Gedächtnis eingebrannt hat.

Der Regen hatte sich gnädig verzogen vor Beginn des Open-Air-Konzerts am Zechenturm, aber das noch imposante Wolkenbild ging mit teils ruppigen Böen einher. Der Wind blies anfangs bedrohlich in die Mikrofone und die Textblätter vom Notenständer. Aber die Routiniers aus Erwitte auf der Bühne brachte das nicht aus dem Takt und die nicht ganz 100 Gäste davor nicht aus der Stimmung.

Mit Bollerwagen durch die Reihen

50 mal zwei Karten standen für das Ereignis zur Verfügung, verlost von Bürgermeister Stephan Rotering über seinen Facebook-Account. Der parteilose Bewerber auf eine zweite Amtszeit empfahl sich „nebenbei“ auf diesem Wege mit Unterstützung „seines“ Bündnisses aus CDU, Grünen, BgB und FDP für die Abstimmung am kommenden Sonntag, wollte nach eigenen Worten aber auch zeigen, dass auch unter den Auflagen der Pandemie Kulturveranstaltungen möglich sind – was von der Konkurrenz übrigens argwöhnisch beäugt wird.

Also ging’s nur mit vorheriger Registrierung hinein, nur mit Maske und Platzanweiser an den Tisch oder (allein) aufs WC. Damit es sich an der Theke nicht gemütlich drubbeln kann, sorgten dienstbare Geister aus dem Unterstützerkreis mit dem Bollerwagen zwischen den luftigen Reihen für die Bewirtung. Tanzen war tabu, das Mitsingen auch, obwohl erkennbar genug Textfeste versammelt waren. Damit das Sitzpublikum in Bewegung und Laune kommt, ließ „Fiffty“ die Gäste auch mal im Takt an den Tischen rudern.

„Turm leer, Auftragslage schlecht“

„Der Turm steht seit Monaten leer, mit der Auftragslage der Band steht’s auch nicht zum Besten“, sagte der Gastgeber zur Begrüßung. Der programmatische Teil war in einem Satz abgehakt: „Wäre schön, wenn ihr nächste Woche an mich denkt“, spielte Rotering auf die Wahl am kommenden Sonntag, 13. September, an. 

Dann gehörte die Bühne den Musikern. Über die Botschaft des Repertoires mag sich jeder so seine Gedanken machen. „Sexy, ich werde alles für dich tun“ von Westernhagen gab’s im ersten Set, auch Lindenbergs „Ich mach‘ mein Ding“. Und: Solange unser Reporter zugegen war, war „Highway to hell“ jedenfalls nicht dabei.

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