Kontaktverbot in der Krise: Die Bönener halten Abstand

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Stephan Rotering und Monika Thiel kontrollieren gemeinsam, ob sich die Menschen vor Ort an das Kontaktverbot halten.

Bönen – Ordentlich Abstand halten am Samstagvormittag die Kunden zueinander am Stand von Fisch-Robert auf dem Bönener Wochenmarkt in der Gemeindemitte. Das hat nichts damit zu tun, dass Monika Thiel, Mitarbeiterin des Bönener Ordnungsamtes, gerade gemeinsam mit Bürgermeister Stephan Rotering patrouilliert. Die Fischfreunde standen schon vorher verordnungsgerecht.

Die meisten Bönener seien einsichtig, sagt Monika Thiel, die schon seit Beginn der Kontaktbeschränkungen die neuralgischen Punkte im Auge hat. „Meine repräsentativen Pflichten sind ja in diesen Zeiten nicht so umfangreich“, erklärt Stephan Rotering seine temporäre Versetzung zum Ordnungsamt. Er sei aber auch dabei, um die Moral der Mitarbeiter zu stärken, die viel zu tun hätten. 

Das Bürgerbüro im Rathaus sei zwar geschlossen, die Arbeit in den Fachbereichen gehe aber natürlich den gewohnten Gang, wenn auch teilweise vom Homeoffice aus. So will die Verwaltungsspitze verhindern, dass die komplette „Mannschaft“ in einem Fachbereich, einer Abteilung, ausfalle. Die Mitarbeiter, deren originäre Aufgabe aktuell wegfalle, stehen zum Teil dem Ordnungsamt zur Verfügung. Zwölf sind es, die seit Anfang der vergangenen Woche den Streifendienst wahrnehmen. 

„Mindestens zwei Stunden am Tag sind sie unterwegs“, erklärt Stephan Rotering. „Natürlich zu unterschiedlichen Zeiten, vor allem in den Abendstunden.“ Grillpartys und Ähnliches hat Monika Thiel dabei bisher in der Gemeinde nicht bemerkt. Die neuralgischen Treffpunkte auf dem Parkplatz an der Skateranlage blieben sauber. „Einmal haben wir vier Leute am Teich auseinandergebracht“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin. „Das war aber kein Problem.“ Es blieb bei der Ansprache. Ein Bußgeld musste sie bisher noch nicht verhängen.

Zwei sind einer zuviel in der Corona-Krise

Thiel selbst wird an diesem Morgen auf dem Markt von einem Mann angesprochen. „Er hat erzählt, dass am Hochhaus an der Adalbertstraße mittags immer ein Bäcker vorfährt, und die Bewohner des Hauses dann davor in Gruppen zusammenstehen würden.“ Die Ortsbesichtigung ergibt am Samstag dann allerdings nichts. Der Bäcker kommt nicht, Menschenansammlungen gibt es keine. Thiel räumt auch mit der naheliegenden Überlegung auf, dass sich doch zwei Pärchen, die jeweils zusammenleben, treffen dürften. „Maximal drei, ein Pärchen und eine fremde Person. Zwei sind da einer zuviel“, bemüht sie einen Sinnspruch. 

Nach dem Gang die Bahnhofstraße rauf und runter, setzen sich die beiden Verwaltungsmitarbeiter ins Auto. Auch die Ortsteile und die dortigen Spielplätze stünden nämlich unter Beobachtung. „Wir haben ganz Bönen im Blick“, erklärt der Bürgermeister. Dass Thiel den Blick nicht nur auf die neue Verordnung richtet, zeigt sich, als sie eine Radfahrerin zum Absteigen auffordert. Mit Einsatz der Kontaktsperre bleibt das Radfahren in der Fußgängerzone mittwochs und samstags zu Marktzeiten weiterhin verboten. Und sicher wird Monika Thiel daneben auch die Falschparker per Smartphone festhalten.

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