Ortstermin am Alleenradweg

Konflikte auf Radwegen: Kreis und Polizei werben für mehr Rücksichtnahme

Birgit Kalle und Holger Middelmann vom Kreis Unna radelten über die Erhöhungen zum Termin
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Birgit Kalle und Holger Middelmann vom Kreis Unna radelten über die Erhöhungen zum Termin

Gerade in Zeiten der Pandemie sind immer Radfahrer unterwegs, die zum Teil auch immer schneller fahren. Es kann zu brenzligen Situationen kommen, wenn Radfahrer auf Fußgänger treffen – wie zum Beispiel auf dem Alleenradweg in Bönen. Genau dort haben Kreis und Polizei nun eine Kampagne für gegenseitige Rücksichtnahme gestartet. 

Bönen – Radfahren ist gesund, umweltfreundlich und liegt voll Trend. Doch je mehr Zweiräder unterwegs sind, desto mehr steigt damit die Unfallgefahr. Daher starten jetzt Straßenverkehrsbehörde, die Unfallkommission im Kreis und die Kreispolizeibehörde Unna eine Neuauflage der Serie „Radfahren – Aber sicher!“. Startschuss war am Donnerstag in Lenningsen.

„Jeder vierte oder fünfte Verunglückte im Kreisgebiet ist ein Radfahrer“, sagt Thomas Stoltefuß. Der Mann weiß, wovon er redet, denn der Polizeihauptkommissar ist Leiter des Verkehrsdienstes und somit mit den Unfallstatistiken bestens vertraut.

300 Unfälle mit Radfahrern in 2020

Im vergangenen Jahr, in dem coronabedingt viele Menschen auf das Rad umgestiegen sind, registrierte die Kreispolizeibehörde knapp 300 Unfälle mit Radfahrern oder Menschen, die auf einem E-Bike unterwegs waren. 247 davon wurden verletzt.

Zum Auftakt der präventiven Reihe, mit der das Wissen rund um wichtige Verkehrsregeln aufgefrischt werden soll, hatten Kreis, Polizei und Gemeinde Bönen zum Alleenradweg auf Höhe des Spielplatzes „Alter Bahnhof“ in Lenningsen eingeladen.

Dies sei zwar keine signifikante Unfallstelle, gleichwohl aber berge der Weg, den sich Fußgänger und Radfahrer teilen, Konfliktpotenzial, teilte Stoltefuß mit.

Eine Überwachung dieses Bereichs gestalte sich problematisch. Daher sei es nötig, dass alle Nutzer in einer gewissen gegenseitigen Rücksichtnahme und in einer der Situation angemessen Geschwindigkeit unterwegs wären.

„Das Letzte, was die Polizei möchte, ist, dass nur durch Sanktionen das Bewusstsein verändert wird“, stellte der Leiter des Verkehrsdienstes fest.

Bürgersteig ist für Radler tabu

Weil es zwischen Radfahrern und Spielplatzbesuchern immer mal wieder zu brenzligen Situationen gekommen ist, wurden dort bereits vor einigen Monaten für 13 000 Euro drei Aufpflasterungen installiert, um zu schnelle Radfahrer im Zugangsbereich des Spielplatzes ein wenig zu bremsen, wie Holger Middelmann aus dem Bereich Unterhaltung, Neubau und Erweiterung von Verkehrsflächen beim Kreis Unna berichtete.

Eine Maßnahme, die auch der Radfahrbeauftragte der Gemeinde Bönen, Maximilian Drexler, begrüßt. „Wir sind sehr daran interessiert, den Radverkehr bei uns in Bönen zu stärken und in Zusammenarbeit mit den Bürgern die Wege noch sicherer zu gestalten.“ Bekanntlich waren aus der Bürgerschaft Hinweise zu der teils problematischen Situation vor dem Spielplatz an die Gemeinde herangetragen worden.

Zum Start der Präventionsreihe trafen sich Michael Arnold (Kreis Unna), Thomas Stoltefuß und Eve Wedel und Bernd Pentrup von der Polizei sowie Holger Middelmann (Kreis) und René Böhm und Maximilian Drexler (Gemeinde Bönen) am Alleenradweg in Lenningsen.

Laut Statistik werden Unfälle häufig durch Radfahrer selbst verursacht. „Damit Fußgänger sich nicht erschrecken und um Gefahrensituationen zu vermeiden, sollten Radfahrer vorausschauend fahren und wenn nötig auch die Klingel benutzen“, rät Michael Arnold aus der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna.

Ein schnelles Vorbeipreschen an den Fußgängern sei sogar verboten. „Manche wissen das nicht. So kommt es manchmal zu Streit, der vermieden werden kann“, so Arnold.

Kreis-Pressesprecherin Brigit Kalle weist zudem darauf hin, dass der ganz normale Bürgersteig für fast alle Radfahrer tabu ist. Ausnahmen gelten nur für Radfahr-Anfänger: Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen. Bis zum vollendeten achten Lebensjahr dürfen die Kinder dort auch von einer Aufsichtsperson begleitet werden. Beim Überqueren von Einmündungen müssen Kinder und Aufsichtsperson übrigens absteigen.

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