Hoffnung auf Einigung im Gebührenstreit

Konflikt mit Musik-Label: Kita nimmt Jerusalema-Video vorerst auf dem Netz

Die Mitarbeiter der Kita „Kleine Forscher“ tanzten zum südafrikanischen Erfolgshit. Das Video wird aber erst einmal aus dem Netz genommen.
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Die Mitarbeiter der Kita „Kleine Forscher“ tanzten zum südafrikanischen Erfolgshit. Das Video wird aber erst einmal aus dem Netz genommen.

Die „Jerusalema Dance Challenge“ ist in den vergangenen Monaten um die Welt gegangen. Und auch das Team der Awo-Kindertageseinrichtung „Kleine Forscher“ hat sich im noch jungen Jahr der Herausforderung gestellt. Doch pünktlich zur Online-Premiere am Wochenende machte die Nachricht die Runde, dass die Inhaber der Rechte am Lied nun Gebühren dafür verlangen. Das Video verschwindet damit erst einmal wieder aus dem Netz.

Bönen – „Wir werden die Version mit Musik erst einmal herausnehmen. Wahrscheinlich werden wir dann als Platzhalter eine Fassung ohne Musik einstellen, bis die rechtliche Frage geklärt ist“, sagt Stefan Kuster, Referent für Unternehmenskommunikation bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Ruhr-Lippe-Ems, am Dienstag auf Anfrage. Die Kleinen Forscher sind nicht die einzigen, die von den Lizenz-Forderungen betroffen sind.

Seit Freitag hat sich die Nachricht verbreitet, dass der Konzern Warner Music nachträglich Lizenzgebühren für die Verwendung des Pop-Songs von Master KG aus Südafrika fordert. Am Montag bestätigte eine Sprecherin von Warner Music gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass sich das Label dem Charakter der „Jerusalema Dance Challenge“ bewusst sei und daher abgestufte Lizenzvergütungen die jeweiligen Rahmenbedingungen des betreffenden Nutzers berücksichtige.

„Daher bieten wir je nach Nutzer unterschiedliche Preiskategorien für unterschiedliche Nutzungen an, auch rein symbolische Beträge“, wird die Sprecherin zitiert. Das macht Hoffnung, dass der Clip, den das Kita-Team um Einrichtungsleitung Sabine Zeising aufgenommen hat, bald wieder mit Musik abrufbar sein wird.

Awo bemüht sich um Einigung

„Wir werden uns jetzt als gemeinnützige Organisation bemühen, entweder eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten oder versuchen, eine Lizenz zu bekommen. Wie schnell das geht, lässt sich nicht noch nicht sagen“, so Stefan Kuster. Nach einer Rücksprache mit dem Awo--Bezirksverband habe man sich aber zunächst entschlossen, das Tanz-Video aus dem Internet zu nehmen.

„In früheren Jahren habe ich in einem anderen Job die Plattenbosse als durchaus zugänglich erlebt. Es wäre natürlich schön, wenn das für einen günstigen Kurs hinzubekommen wäre“, wünscht sich der Awo-Sprecher.

Virtueller Rundgang

Ein Klick auf die Online-Präsenz der Bönener Einrichtung „Kleine Forscher“ lohnt sich aber dennoch, denn erstmals gibt es nun die Möglichkeit, die übergangsweise an der Poststraße angesiedelte Kita bei einem Rundgang in bewegten Bildern bequem von zu Hause aus zu erkunden – gerade in Corona-Zeiten eine sichere Möglichkeit für einen ersten Eindruck. Dieser Film ist auf der Internetseite der Kita der Awo Ruhr-Lippe-Ems unterhalb der Bildergalerie zu finden: www.awo-rle.de/kleine-forscher

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