Knöllchen statt Trauerbrief - Parkärger am Bönener Friedhof

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Zwischen Friedhof und Pfarrhaus finden etwa elf bis zwölf Pkw Platz.

Bönen – Rund um die Lenningser Straße wird es mit Parkplätzen eng, seit die Gemeinde Parkflächen markiert hat. Beim Parken außerhalb der Markierungen drohen „Knöllchen“. Besonders schwierig wird es, wenn Gäste zu einer Trauerfeier anreisen. Zwar gibt es einen geschotterten Parkplatz am Evangelischen Friedhof, der reicht aber oft nicht aus.

Als besonders feinfühlig haben die Besucher einer Beisetzung die Aktion der Gemeinde nicht empfunden: Während sie Abschied von ihrem Angehörigen genommen haben, schrieb eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes fleißig Knöllchen. Die steckten anschließend hinter den Scheibenwischern der Autos, die am Friedhof an der Lenningser Straße abgestellt worden waren.

Zu manchen Zeiten ist es dabei reine Glücksache, dort oder an den Nebenstraßen einen Parkplatz zu finden. Nachdem die Verwaltung im gesamten Bereich Bönener Höhe Parkbuchten markiert hat und das Parken nur noch auf diesen Flächen erlaubt ist, sind Abstellflächen rar geworden. Vor dem Friedhof sind es genau zwei, vier weitere auf der gegenüberliegenden Straßenseite werden regelmäßig von Dauerparkern besetzt. 

Besonders Auswärtige haben es schwer

Anwohner und Besucher müssen daher oft eine ganze Weile umherfahren, bis sie einen „legalen“ Parkplatz gefunden haben – eine Situation, die sonst wohl eher aus Großstädten bekannt ist. Besonders schwer haben es Auswärtige, die an einer Trauerfeier auf dem Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde teilnehmen möchten. Die wenigen ausgewiesenen Parkflächen auf der Straße in der Nähe der Ruhestätten reichen nämlich nur selten aus, um die Fahrzeuge aller Besucher aufzunehmen. 

Dass sich direkt neben der Anlage ein Parkplatz befindet, fällt den Wenigsten auf. Dabei hätten dort laut Kirchenkreis Hamm zumindest elf bis zwölf Pkw eine Abstellmöglichkeit. Zum einen fehlt jedoch das Schild, das den Bereich offiziell als Parkplatz ausweist, zum anderen wirkt die Fläche mit ihrem groben Schotterbelag und dem holprigen Übergang zur Straße für viele „unfertig.“

Einen wirklich einladenden Eindruck macht der geschotterte Parkplatz nicht. Bei Regen entstehen zudem große Pfützen.

 

Jetzt, nach tagelangem Regen, ist der Platz außerdem von einer riesigen Pfütze bedeckt. Und einige ältere Friedhofsbesucher beklagen noch die steile Auffahrt, die sie zu Fuß, teils mit einem Rollator oder einem Sack Blumenerde auf dem Arm, bewältigen müssen. 

Hinweisschild soll bald kommen

Sie wünschen sich einen Durchgang direkt vom Parkplatz zum Friedhof. Zumindest das Parkplatzschild soll in Kürze angebracht werden. „Es ist bestellt und auch schon geliefert, nur noch nicht aufgestellt“, berichtet Daniel Gröne, beim Kirchenkreis Hamm zuständig für die Friedhöfe. 

Er selbst hat sich über die Parkplatzregelung der Gemeinde, die vor einigen Wochen in Kraft getreten ist, gewundert. „Wir wussten nichts davon und wurden überrascht“, berichtet er. „Wir sind immer davon ausgegangen, dass der Parkplatz lediglich zusätzlich Parkmöglichkeiten bieten soll. Und das wäre ja auch in Ordnung.“ Eine Tür oder ein Tor vom Parkplatz zur Anlage hält Gröne für wenig sinnvoll.

„Der Eingang wäre ja ganz hinten in der Ecke. Ob damit wirklich Wege gespart werden, ist fraglich.“ Desweiteren würde ein Eingang alleine nicht ausreichen. Von dort aus müsste ein Weg gepflastert werden, damit die Besucher nicht über die Wiese laufen müssen. 

Ob die Kirchengemeinde dafür zusätzlich Geld ausgeben möchte, sei eher unwahrscheinlich. Die will sich zunächst um den Parkplatz selbst kümmern. „Wir haben natürlich schon festgestellt, dass die Bauausführung nicht in Ordnung ist“, sagt Beate Schmalz vom Friedhofsausschuss der Evangelischen Kirchengemeinde. Die Mängel sollen jetzt beseitigt werden. 

Die Presbyterin empfindet die aktuelle Parksituation aber ebenfalls als schwierig, vor allem für die Besucher der Trauerfeiern. „Wir mussten den Parkplatz anlegen, sonst hätten wir das Pfarrhaus daneben nicht bauen dürfen. Das war eine Auflage der Gemeinde“, erklärt sie. Dass der Platz nun quasi alleine alle Friedhofsbesucher aufnehmen soll, mache die Sache schwierig – insbesondere bei Beerdigungen mit vielen Besuchern. Ausweichen und „ein paar Schritte mehr gehen“ funktioniert in solchen Fällen nicht. 

Es sind dann schon etliche Meter mehr, die die Friedhofsbesucher zu Fuß zurücklegen müssen. Viele, vor allem ältere und weniger mobile Menschen, nehmen deshalb das drohende Bußgeld in Kauf und parken trotzdem an der Lenningser Straße, wenn sie zu einer Trauerfeier gehen.

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