Verwaltung zieht Bilanz

„Knöllchen“ bringen 45 000 Euro in den Gemeindehaushalt

Verwarnung Knöllchen Zettel an der Windschutzscheibe
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Über „Knöllchen“ an der Windschutzscheibe mussten sich im Jahr 2020 weniger Bönener ärgern als zuvor.

Bönen – Die Gemeinde blickt statistisch zurück auf das Jahr 2020 und zählt die „Knöllchen“, die im Coronajahr ausgestellt wurden. Das Ergebnis: Es wurden deutlich weniger Verwarnungen ausgesprochen als im Vorjahr. Insgesamt waren es 2809, im Vergleich zu 3286 im Jahr 2019. Die Verwarnungen spülten 45 546,33 Euro in die Gemeindekasse.

Wie hat sich die Arbeit der Ordnungskräfte durch Corona verändert?

Damit die Verwaltung Falschparker erwischt, sind mittlerweile vier Außendienstmitarbeiter auf Gemeindegebiet unterwegs , die den ruhenden Verkehr überwachen. Ihre wesentliche Aufgabe: Parkverstöße in der Gemeinde erfassen und kostenpflichtige Verwarnungen ausstellen. Durch die Corona-Pandemie haben sich die Schwerpunkte der Aufgaben aber auch hier verändert. Es gehört nun zusätzlich zu den Aufgaben der Außendienstmitarbeiter, die Einhaltung der Coronaschutzverordnung zu überwachen, wie zum Beispiel die Einhaltung der Abstandsregeln, der Maskenpflicht oder der Quarantäneanordnung zu kontrollieren.

Die Quarantänebescheide wurden überwiegend persönlich zugestellt, seit das Team im Juli um zwei Mitarbeiter aufgestockt worden war. Die Mitarbeiter waren zu unterschiedlichen Zeiten, auch an Wochenenden, unterwegs, berichtet die Verwaltung, damit die Bürger eine verstärkte Präsenz wahrnehmen konnten.

Die zusätzlichen pandemiebedingten Aufgaben nahem viel Zeit in Anspruch, die damit verbundene Präsenz der Ordnungskräfte, aber auch positive Nebenwirkungen auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer gehabt, vermutet die Verwaltung. Denn generell sei die Zahl der Parkverstöße zurückgegangen. Es wurden 477 Verwarnungen weniger als im Vorjahr ausgestellt.

Wie reagiert die Gemeinde auf Bürgerbeschwerden?

Grundsätzlich reagiere die Verwaltung flexibel und nehme Beschwerden aus der Bevölkerung zum Anlass, an betreffenden Stellen intensiver oder zu bestimmten Zeiten zu kontrollieren.

Häufig meldeten sich Bürger, die über die schwierige Parksituation im eigenen Wohngebiet berichten oder Rechtsfragen haben beispielsweise zu Falschparkern, berichtet die Bönener Verwaltung. Wo eine telefonische Beratung nicht ausreiche, schauten sich die Außendienstmitarbeiter die Situation auch vor Ort an und entschieden dann, ob eine Verwarnung ausgestellt werden kann.

Zudem werde nach einer angemessenen Zeit überprüft, ob sich die problematische Verkehrssituation verbessert hat oder weiterhin besteht. Dann würden Möglichkeiten für Verkehrsregeln geprüft. Das sei allerdings nicht immer sofort umsetzbar, manchmal auch gesetzlich nicht zulässig, berichtet die Verwaltung.

Wo wurden die meisten Verstöße festgestellt?

In der Hitliste der Verkehrsverstöße liegen Parken auf dem Gehweg und im verkehrsberuhigten Bereich mit jeweils 188 Verwarnungen gleich auf. Und das seit Jahren. Das ginge vor allem auf Kosten der schwächsten Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Personen mit körperlicher Beeinträchtigung und Kinder. Besserung sei durch eine nachhaltige Verhaltensänderung sei hier nicht zu beobachten, so das Fazit aus dem Rathaus.

Natürlich sieht es nicht überall gleich aus in der Gemeinde. Schwerpunkt der Verwarnungen ist nach wie vor der Bönener Ortskern, was der höheren Einwohnerdichte und Parkplatzknappheit im Zentrum geschuldet ist. Auch das Verkehrsaufkommen ist hier viel dichter als in den ländlichen Ortsteilen. Hotspot ist wie in jedem Jahr der große Reweparkplatz, da macht auch die Coronapandemie keinen Unterschied.

Ruhte der Verkehr 2020 mehr als sonst in der Gemeinde durch vermehrtes Home-Office etwa, zum Einkaufen in der Ortsmitte fuhren die Bönener diesen zentralen Parkplatz an – und vergaßen auch in Zeiten von Corona hin und wieder, die Parkscheibe einzustellen. Allein 1801mal fehlte bei abgestellten Autos die Parkscheibe oder war falsch eingestellt. Das brachte allein 27 224,50 Euro in die Gemeindekasse.

Insgesamt bescherte das Fehlverhalten der Bürger dem Gemeindehaushalt Einnahmen in Höhe von 45 546,33 Euro. Der Haushaltsansatz von Kämmerer Dirk Carbow in Höhe von 40 000 Euro wurde überschritten.

Wie häufig wurden Verstöße gegen Masken- oder Anleinpflicht geahndet?

Die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren aber nicht nur, ob die Bönener korrekt parken, sie sind auch für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständig. Wer Abfall wegwirft oder gegen die Anleinpflicht bei Hunden verstößt, der muss ebenfalls mit einem Verwarnungsgeld rechnen. Im Jahr 2020 gab es in 13 Fällen schriftliche Verwarnungen, die mit 223,50 Euro zu Buche schlagen.

Infolge der Corona-Pandemie sind auch neue Verstöße dazu gekommen. So wurden 14 Einreiseverstöße, zwölf Maskenpflichtvergehen und 20 sonstige Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung geahndet. Darüber hinaus sprachen die Außendienstmitarbeiter auf ihren Kontrollgängen zahlreiche mündliche Verwarnungen aus, die dazu führten, dass ein Großteil der Bürger ihr Fehlverhalten einstellte beziehungsweise den Mangel beseitigte.

Der Bericht über die Verwarnungen in der Gemeinde wird auch Thema im Ausschuss für Familie Sport und Kultur sein. Er findet am Donnerstag, 4. März, um 18 Uhr in der Aula des Schulzentrums statt.

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