Kita-Provisorium im ehemaligen Bönener Rathaus in der Schwebe

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Nach dem Auszug der Gemeindeverwaltung im Mai vergangenen Jahres steht das Gebäude leer. Es soll vorübergehend eine Kita beherbergen.

Bönen – Noch vor der Sommerpause hatte der Gemeinderat zugestimmt, dem Kreis Unna das ehemalige Rathaus I an der Poststraße für zehn Jahre zu vermieten. Der Kreis will darin eine Kita  unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) unterbringen, bis diese in ein neues Gebäude an der Geschwister-Scholl-Straße ziehen kann. Anschließend soll eine weitere Übergangs-Kita  das aus Containern zusammengesetzte Gebäude nutzen, um den wachsenden Betreuungsbedarf in der Gemeinde zu bedienen. Doch ob sich diese Pläne umsetzen lassen, ist jetzt fraglich.

Wie Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte den Mitgliedern des Fachausschusses Familie, Sport und Kultur der Gemeinde am Donnerstagabend im Rathaus berichtete, haben ein Statiker und weitere Fachleute das Bauwerk vor Kurzem in Augenschein genommen. Dabei hätten die Experten festgestellt, dass es deutliche Mängel im Wärme-, Schall- und Brandschutz aufweist. Diese zu beseitigen und damit den Ansprüchen einer Kindertageseinrichtung zu genügen, wäre sehr aufwendig. Und es könnte die Umbaukosten nach ersten Schätzungen vermutlich so in die Höhe treiben, dass der Kreis mit den dafür veranschlagten 700 000 Euro nicht mehr auskommen würde. Eventuell würden sie sogar nahe an die eines Neubaus reichen. 

Damit wäre der Sinn einer provisorischen Nutzung des Containerbaus infrage gestellt. „So einfach, wie wir uns das vorgestellt haben, nämlich das Gebäude in ein paar Monaten als Kita herzurichten, ist es also nicht“, fasste der Fachbereichsleiter zusammen. Der Kreis würde bereits nach Alternativen suchen. Möglich wäre zum Beispiel, neue Container anzumieten. Allerdings, so Otto, handelt es sich um eine erste Einschätzung der Fachleute, weitere Untersuchungen stünden noch an. 

Kreis sucht nach Alternativen

Das bestätigt auch Katja Schuon, Leiterin des Fachbereiches Familie und Jugend beim Kreis Unna. „Es gibt weitere Gespräche mit dem Statiker und allen anderen Beteiligten. Wir sind auf jeden Fall dran, eine Lösung zu finden“, sagt sie. Die Jugendamtsleiterin hat großes Verständnis für die Eltern, die dringend auf einen Kita-Platz angewiesen sind und nun in der Warteschleife stecken. Bei dem Gesprächstermin sollen daher weitere Alternativen diskutiert werden, berichtet sie.

Die Entscheidung, in Bönen eine zehnte Kita zu bauen, ist bereits vor einem Jahr gefallen. Im November bekam die Awo dann den Zuschlag, die neue Einrichtung zu betreiben. Zehn Monate später hat sich auf dem vorgesehenen Grundstück, dem Spielplatz Borgholz II, aber noch nichts getan. Die Zeit hätte vielleicht ausgereicht, um zumindest den Rohbau der künftigen Kita fertigzustellen. Damit hätte sich die Übergangszeit in einem Provisorium verkürzt. Den Neubau will der Betreiber mit der Unnaer Kreis- Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) stemmen. Gemeinsam sind die beiden zurzeit jedoch mit anderen Projekten beschäftigt, mit dem Neubau von Kitas in Unna, Holzwickede und Bergkamen nämlich. „Da sind die Kapazitäten natürlich ausgeschöpft“, weiß Katja Schuon. „Sie können nur eine Kita nach der anderen bauen.“ Schließlich hätten auch die Architekten und Bauunternehmer nur begrenzte Möglichkeiten, zumal die Auftragsbücher in der Baubranche derzeit sehr gut gefüllt sind. Die Awo hat mittlerweile eine Not-Gruppe im Familienzentrum Schatzkästchen eingerichtet, um wenigstens ganz dringenden Betreuungsbedarf aufzufangen.

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