Neuzugang für die Kita-Landschaft in Bönen

+
Diese Hegemann-Kita entsteht gerade in Menden und könnte in ihrer Bauweise ein Vorbild für Bönen sein.

Bönen - Der neue Träger für die noch zu bauende Kindertagesstätte an der Poststraße steht fest. Der Jugendhilfeausschuss entschied sich dabei für einen Neuling im Kreis. Bei der Abstimmung ging es sehr knapp zu.

Ein neuer Kita-Träger wird künftig noch mehr Farbe in die Bönener Kindertagesstätten-Landschaft bringen. Die Kita Hegemann gGmbH erhielt in der Ausschusssitzung der Jugendhilfe des Kreises am Dienstagabend den Zuschlag, die zu bauende Einrichtung an der Poststraße zu betreiben. Nur hauchdünn setzte sich das aufstrebende Unternehmen mit Sitz in Iserlohn bei der Abstimmung in der Aula des Hellweg-Berufskollegs gegen die Awo durch. Bei optimaler Umsetzung könnte die Kita schon im Oktober 2021 ihre Türen öffnen.

Gleichstand bei der Abstimmung

Drei Betreiber hatten im Vorfeld ihr Interesse bekundet. Dritter im Bunde war „Step Kids Kita“ aus Berlin, der allerdings nach den Präsentationen keine Stimme erhielt. Hegemann und Awo waren nach der Abstimmung der Mitglieder der Jugendhilfe mit jeweils fünf Stimmen gleichauf. Damit musste die zuvor vom Fachbereich Familie und Jugend erstellte Auswertungsmatrix entscheiden. In der hatte Hegemann mit 370 Punkte vor der Awo (360) die Nase vorne. Bei fast allen unterschiedlichen Kriterien waren beide Betreiber gleich bewertet worden.

Neuheitsbonus spricht für Hegemann

Entscheidend war, dass die Arbeiterwohlfahrt 30 Zähler weniger im Bereich „Anbietervielfalt“ erhielt, weil sie in Bönen schon die Kitas „Schatzkästchen“ und „Kleine Forscher“, die derzeit übergangsweise auf der Fläche an der Poststraße untergebracht sind, betreibt. Das 20-Punkte-Plus in Sachen „Qualitätsmanagement“ reichte im Gegenzug nicht. „Wir freuen uns sehr“, sagte Hegemann-Geschäftsführer Andreas Kerntke, dass sein Unternehmen nun auch erstmals im Kreis Unna Fuß fassen wird.

75 Kinder in vier Gruppen

Die neue Einrichtung soll vierzügig sein und 75 Jungen und Mädchen Platz bieten, im Vorfeld war für die Gemeinde ein Bedarf von 52 Kindern (34 Ü3, 18 U3) festgestellt worden, der aufgrund einer hohen Geburtenrate und eines hohen Zuzugs ansteigend ist. Die Kosten für den Bau sind laut Beschlussvorlage des Kreises nach einer Hochrechnung des Bundesministeriums des Innern mit 2,37 Millionen Euro kalkuliert worden – ohne den Grundstückserwerb und die anschließende Herrichtung. Bis zur Fertigstellung soll der neue Träger eine Übergangseinrichtungfür die Kinder betreiben.

Aus Eigenbedarf gegründet

Die Kita Hegemann ist ein recht junges Unternehmen, das 2010 von Melanie Hegemann aus Eigenbedarf gegründet wurde. Sie ist als freier Träger von der Jugendhilfe NRW anerkannt und betreibt neun konfessionsfreie Einrichtungen in Hagen und im Kreis Iserlohn, zwei weitere in Menden werden in diesem Jahr eröffnet.

Kein zusätzlicher Elternbeitrag

„Wir werden in Kürze mit dem Kreisjugendamt Kontakt aufnehmen. Wir haben bei der Präsentation mögliche Wege aufgezeigt, die die Kita gehen kann. Wir sind für alle Wünsche offen“, setzt Kerntke auf gute Zusammenarbeit mit Kreis und Gemeinde. In der Sitzung erklärte er, dass der Betreiber keinen zusätzlichen Elternbetrag nehmen werde und lediglich 20 Tage bei zwei Wochen Sommerferien im Jahr geschlossen bleibt.

Träger setzt auf bewährtes Baukonzept

In seiner Präsentation zeigte der Geschäftsführer Bilder einer Beispiel-Einrichtung, die derzeit in Menden gebaut wird und so auch in Bönen umgesetzt werden könnte. Dabei soll ein sicherer Anfahrtsbereich auf dem Gelände mitgeplant werden. Sollten alle Fragen bezüglich des Grundstücks zeitig geklärt und ein Bauantrag bis Juni möglich sein, könnte die Kita zum 1. Oktober fertig werden, malte Kerntke bei seiner Präsentation ein Idealszenario. Mit den Partnern in Menden habe die Bauzeit zwölf Monate betragen. Im Vorfeld sei jedoch nicht ersichtlich gewesen, welche Restarbeiten vor Ort noch geleistet werden müssten. In diesem Punkt hofft er, zeitnah Klarheit zu erhalten.

Aussetzung des Kita-Beitrags nun auch offiziell genehmigt

Der Betreiber-Vergabe füllte die meiste Zeit auf der Jugendhilfe-Sitzung. Außerdem plädierten die Mitglieder einstimmig für die Genehmigung der wegen der Corona-Krise gefassten Dringlichkeitsbeschlüsse zur Aussetzung der Kita-Beiträge im April und Mai. „Wir hoffen auf ein Konzept, wie es weitergeht“, sagte der Ausschussvorsitzende Theodor Rieke: „Die Jugendämter sind verantwortlich, aber wir brauchen vom Land eine vernünftige Vorgehensweise.“

Bezüglich der freiwilligen Betriebskostenzuschüsse für die Kitas sollen neue Verträge abgeschlossen werden, was aufgrund des im August in Kraft tretenden Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) notwendig geworden ist. Die jährliche Förderung der Offener Jugendarbeit in Bönen, Fröndenberg und Holzwickede wurde erneut genehmigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare