Kita-Alternativen zum Rathauscontainer gesucht

+
Der Container des alten Rathauses an der Poststraße genügt nicht den strengen Anforderungen für einen Kindergarten.

Bönen – Nach dem Start des Kindergartenjahres im August fehlen in Bönen nach wie vor über 50 Betreuungsplätze. Geplant war eine Übergangslösung im ehemaligen Rathaus an der Poststraße. Diese Pläne sind nun aufgegeben worden, weil der bauliche Zustand nicht für die Unterbringung einer Kita geeignet ist.

Die betroffenen Eltern sollen nach den Herbstferien zu einer Informationsveranstaltung eingeladen werden. „Wir setzen alle Hebel in Bewegung, damit wir schnell eine Lösung finden, um die betroffenen Kinder unterbringen zu können“, versichert Katja Schuon, Leiterin des Fachbereichs Familie und Jugend beim Kreis Unna. Der ist als Jugendamt verantwortlich für die Planung in Bönen. 

Angedacht war eine Übergangslösung im Container des alten Rathauses, der kurzfristig zum Kindergarten umgerüstet werden sollte. Parallel wird bereits der Neubau eines zehnten Kindergartens in der Gemeinde in der Siedlung Im Borgholz an der Geschwister-Scholl-Straße projektiert. Die Trägerschaft wird die Awo übernehmen. 

Der Baustart verzögert sich nach Auskunft von Katja Schuon aber bereits, weil die Behörde derzeit drei Kindergärten in Bönen, Fröndenberg und Holzwickede plant, die sie mit der Unnaer Kreis- Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) realisieren will. Derzeit blockieren aber andere Projekte wie Kitaneubauten in Unna und Bergkamen eine schnelle Umsetzung. „Die Schwierigkeit ist, Architekten und Bauunternehmer zu finden, die freie Kapazitäten haben“, erläutert Katja Schuon. 

Katja Schuon, Leiterin des Fachbereichs Familie und Jugend beim Kreis Unna.

Die Awo hat mittlerweile eine Not-Gruppe im Familienzentrum Schatzkästchen eingerichtet, um wenigstens ganz dringenden Betreuungsbedarf aufzufangen. „Auch die Kapazitäten der Tageseltern sind mittlerweile voll ausgeschöpft“, so Schuon. Dennoch fehlen derzeit noch 50 Betreuungsplätze in der Gemeinde. Für die betroffenen Eltern eine Katastrophe. 

Es habe sich herausgestellt, dass die Planunterlagen des Rathauscontainers nicht den Tatsachen entsprechen, erläutert Schuon, warum diese Lösung inzwischen verworfen werden musste. „Das Problem ist, dass seit Anfang des Jahres die Bauvorschriften für Kindergärten verändert wurden.“ Vor allem die Brandschutzvorschriften seien verschärft worden. Da sei es nicht damit getan, einfach einen neuen Container hinzustellen. „Die Sicherheit geht einfach vor.“ 

Deshalb müsse ein Brandschutzkonzept erstellt werden, und alle beteiligten Stellen, wie beispielsweise das Gesundheitsamt zum Thema Baubiologie, in die Planungen miteinbezogen werden. „Dieses Verfahren können wir nicht abkürzen. Dennoch müssen und wollen wir so schnell wie möglich eine Lösung finden“, sagt Schuon. 

In der vergangenen Woche trafen sich Vertreter der Gemeinde, der Awo und des Kreisjugendamtes, um über Alternativen zum alten Rathaus für einen provisorischen Kita-Standort zu beraten, die zeitnah umgesetzt werden können. „Wir prüfen jetzt verschiedene Möglichkeiten in der Gemeinde auf ihre Umsetzung. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden wir das kommunizieren“, so Schuon. 

In der 44. Kalenderwoche, also Ende Oktober – so die derzeitige Planung – sollen die betroffenen Eltern, die noch auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder warten, eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung erhalten, auf der hoffentlich konkrete Ergebnisse vorgestellt werden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare