Heiligabend im Corona-Jahr

Kirchengemeinde und Pfarrei planen Weihnachten in den Bönener Kirchen

Heiligabend ist die Alte Kirche in Bönen in der Regel gut besucht. In diesem Jahr dürfen aber wohl kaum so viele Besucher kommen.
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Heiligabend ist die Alte Kirche in Bönen in der Regel gut besucht. In diesem Jahr dürfen aber wohl kaum so viele Besucher kommen.

Bönen – Wie genau das Weihnachtsfest in diesem Jahr sein wird, vermag noch niemand zu sagen. Sicher ist aber: Es wird anders als all die Jahre zuvor. Trotz oder gerade wegen möglicher Beschränkungen, der Sorge vor der Krankheit und darum, wie stark die Corona-Pandemie unser Leben in knapp fünf Wochen weiter im Griff hat, möchten die Kirchen in Bönen den Menschen aber wie jedes Jahr zum Fest die frohe Botschaft über Jesu Geburt nahe bringen – dieses Mal eben auf besondere Weise.

Die Verantwortlichen in der Evangelischen Kirchengemeinde haben sich jedenfalls in den vergangenen Wochen sehr viele Gedanken gemacht, Ideen diskutiert und geplant. Herausgekommen ist ein Weihnachten, das für jedes Gemeindeglied etwas bieten soll.

In Nordbögge können sich die Gläubigen etwa selbst auf den Weg zur Krippe machen. Los geht es Heiligabend um 15 Uhr am Dietrich-Bonhoeffer-Haus mit dem bekannten Aufruf: „Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe“. So machen sich die Teilnehmer auf zur Herberge, treffen beim Gang durchs Dorf die Hirten auf dem Feld, die himmlischen Heerscharen und gelangen am Ende zum Stall, in dem Jesus zur Welt gekommen ist.

Zwei Stunden später ist zudem ein Gottesdienst draußen vor dem Bonhoeffer-Haus geplant. Ein Zeltdach soll dafür sorgen, dass die Besucher zumindest von oben vor möglichem Regen geschützt sind.

Gottesdienste unter freiem Himmel

In Altenbögge am Fritz-von-Bodelschwingh-Haus werden am Nachmittag und am frühen Abend ebenfalls Open-Air-Gottesdienste gefeiert, und in Flierich am Schacht VI können vor allem Familien nachmittags eine Waldweihnacht erleben. Des Weiteren ist entweder in oder an der Kirche in Flierich am frühen Abend ein Gottesdienst vorgesehen. Dort werden die Details noch geplant.

In der Alten Kirche lädt hingegen Pfarrerin Susanne Krämer-Puzicha an Heiligabend zu mehreren Kurzangeboten ein. Die Andachten sollen jeweils circa 30 Minuten dauern, sodass möglichst viele Christen die Gelegenheit haben, daran teilzunehmen, ohne dass das Gotteshaus überfüllt wird.

Die Christmetten am späten Abend und in der Nacht sollen schließlich wie gewohnt in den Kirchen und Gemeindehäusern stattfinden. Erfahrungsgemäß ist die Besucherzahl dabei geringer, die Teilnehmer sollten demnach genügend Abstand halten können.

Dennoch wird dafür, und für alle anderen Gottesdienste an den Feiertagen, ein Anmeldesystem eingerichtet. Auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinde können Interessierte sich dafür anmelden und die Tickets selber ausdrucken. Das System zählt automatisch die Zahl der Anmeldungen herunter, sodass die maximal mögliche Personenanzahl in den Häusern jeweils eingehalten werden kann. Wer keinen Internetzugang hat, kann sich an das Gemeindebüro wenden.

Für jeden Gläubigen das passende Angebot

„Ich denke, wir haben damit ein breit gefächertes Angebot für alle Menschen“, sagt Pfarrer Detlef Belter. „Wir hoffen natürlich, dass uns Corona da keinen Strich durch die Rechnung macht.“ Dann nämlich müssten die Pläne noch einmal überdacht und schlimmstenfalls sogar weiter beschnitten werden.

Ebenso unter Vorbehalt müssen die Mitglieder der Pfarrei Sankt Barbara Bönen und Heeren die Weihnachtstage organisieren. Zurzeit ist angedacht, Heiligabend, an beiden Feiertagen sowie dem darauf folgenden Sonntag, dem 27. Dezember, jeweils in allen drei Kirchen zumindest eine Messe anzubieten. Insofern hätten die Katholiken die Chance, wenigstens einen der zwölf Gottesdienste an den Weihnachtstagen besuchen zu können, ohne gegen Schutzvorkehrungen zu verstoßen. „Und es muss ja nicht immer Heiligabend sein“, stellt Gemeindereferentin Martina Dinslage fest. „Der Weihnachtsmorgen ist ja auch sehr schön.“ Ein Krippenspiel, wie es ansonsten üblich ist, werde an Heiligabend ohnehin nicht aufgeführt.

An Stelle dessen soll es insbesondere für Kinder in der Sankt-Bonifatius-Kirche einen Stationengang geben. Der beginnt vor dem Eingang des frisch renovierten Gotteshauses, an dem an diesem Abend die neu installierte Außenbeleuchtung schon mal für festlichen Glanz sorgen soll.

Zwölf Messen in den Kirchen der Pfarrei Sankt Barbara

Durch eine geschmückte Weihnachtstür gehen die Besucher dann mit ausreichend Abstand in die Kirche, wo sie an verschiedenen Stationen die Weihnachtsgeschichte erfahren können. An jedem Halt gibt es eine Kleinigkeit zum Mitnehmen. „Was genau das ist, wird noch nicht verraten. Schließlich ist Weihnachten“, sagt Martina Dinslage.

Ein ähnlicher Ablauf ist für die Herz-Jesu-Kirche in Heeren-Werve vorgesehen, in der Christ-König-Kirche in Bönen können die Gläubigen die Krippe besuchen. Alle drei Kirchen werden am Nachmittag des 24. Dezember von 14.30 bis 16.30 Uhr geöffnet sein.

Die genauen Gottesdienst- und Messezeiten sowie die Möglichkeiten zur Anmeldungen werden rechtzeitig bekannt gegeben. Informationen dazu stehen dann auch auf den Internetseiten www.evangelische-kirchengemeinde-boenen.de und www.stbarbara-boenen-heeren.de.

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