Kinder- und Jugendbüro

Besonders wichtig, in der Coronakrise weiterhin Kontakt zu halten

Fassade Go in Bönen
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Der Treffpunkt Go in ist nach wie vor geschlossen. Um so wichtiger ist es den Mitarbeitern, in der Coronakrise Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen zu halten.

Bönen – Die Pandemie hat auch die Arbeit des Kinder- und Jugendbüros, des Treffpunkts Go in und des Jugendforums im vergangenen Jahr geprägt. „Corona ist lästig, langwierig und belastend“, so Jasmin Ruhfaut, Leiterin des Bönener Kinder- und Jugendbüros, in ihrem Bericht im Ausschuss für Familie, Sport und Kultur.

„Nach wie vor können wir Kinder und Jugendliche nicht als Gäste im Go in begrüßen. Dennoch lassen wir sie in dieser schwierigen Situation nicht allein, sondern haben kreative Lösungen entwickelt, um den Kontakt weiter aufrecht erhalten zu können.“

Neben der Bewältigung gesellschaftlicher Anforderungen, die an Jugendliche gestellt werden, finde in diesem wichtigen Lebensabschnitt auch die Entwicklung der Persönlichkeit statt. „Jugendliche müssen sich ausprobieren, Vorlieben und Abneigungen entwickeln. Im Normalfall findet das innerhalb der Gruppe Gleichaltriger statt, die als primäre soziale Bezugsgruppe neben das Elternhaus tritt. Was passiert, wenn das, wie in der aktuellen Coronapandemie, nicht stattfindet, weil die Jugendlichen sich nicht treffen dürfen?“ Diese Frage warf Jasmin Ruhfaut auf.

Kaum Austausch mit Gleichaltrigen

„Normalerweise entstehen bei Treffen Gespräche, die zum Nachdenken anregen und die eigene Position auch infrage stellen. Wer bin ich, wo will ich hin?“ Jetzt finde der Erfahrungsaustausch fast nur noch über das Internet statt, aber ohne Filter oder das Hinterfragen und die Diskussion mit der besten Freundin etwa. Das führe auch zu Überforderungen bei den Heranwachsenden, befürchtet Ruhfaut. „Wir sind in Kontakt mit einer Fachberatungsstelle, um uns beraten zu lassen, wie wir weiter Ansprechpartner sein können und diese Entwicklung auffangen können.“

Darüber hinaus versuche das Go in trotz Schließung vielfältige Angebote zu machen, um die Auswirkungen der Pandemie abzufedern. Ein Beispiel sei der Verleih von Filmen und Spielen, der sehr gut von Familien angenommen würde. Möglicherweise soll das Angebot noch durch einen Buchverleih ergänzt werden, um die Hemmschwelle Bücherei zu umgehen. „Wir bieten auch einen Druckerservice an, weil viele Familien nicht entsprechend ausgestattet sind. Wir verteilen Ausmahlbilder und Rätsel.“ Eine hohe Nachfrage gibt es bei der Kochtüte, die wöchentlich für 14 Familien ausgegeben wird. „Die Nachfrage ist aber deutlich höher“, sagt Jasmin Ruhfaut.

Auch sportlich sollen die Jugendlichen motiviert werden. „Inzwischen hat sich über Instagram eine kleine Laufcommunity gebildet, die sich immer wieder neue Ziele steckt – etwa gemeinsam in einer Woche die 100-Kilometer-Grenze zu knacken.“

Neue Homepage mit App-Funktion als sichere Kommunikationsplattform

Kontakte finden derzeit hauptsächlich über Instagram statt, so Ruhfaut – etwa aktuell bei der Beteiligung der Jugendlichen an der Umgestaltung des Jugendbereichs im Go in. „Deshalb basteln wir aktuell an einer neuen Homepage mit App-Funktion, um eine sichere Kommunikationsplattform zu haben und nicht auf Instagram und Whatsapp angewiesen zu sein, um mit Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Das „Hall-of-Fame“-Projekt sei ein voller Erfolg, berichtet Ruhfaut. „Wir bekommen viele Rückmeldungen von Sprayern auch über Bönen hinaus, die die Graffiti-Sprayfläche nutzen.

Aktuell habe das Kinder- und Jugendbüro eine Anfrage zu einem Spielplatz in Nordbögge erhalten. Dort seien viele Kinder in der Umgebung aus dem Angebot auf dem Platz rausgewachsen, so Ruhfaut. „Einige Kinder haben bemalte Steine verkauft, um Geld zu sammeln für die Umgestaltung des Spielplatzes. „Da bin ich im Gespräch, dass wir gemeinsam schauen, wie man die Plätze auch für ältere Kinder attraktiv gestalten könnte.“

Ein anderes Thema sei der Bolzplatz an der Goetheschule, der bekanntlich demnächst der geplanten Kita weichen soll. „Es wäre schade, wenn der Platz ganz verschwindet. Vielleicht kann man ihn erhalten, wenn man ihn in die Nähe des Bikeparks verschiebt“, schlug Ruhfaut vor

Infos über die Aktivitäten im Treffpunkt Go in sind auf der Homepage www.treffpunkt-go-in.de zu finden.

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