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Kind sollte kommen: Bönener (30) rast betrunken zur Freundin – und baut Unfall

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Von: Sylvia Mönnig

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Bei der Ausfahrt Bönen der Autobahn 2 krachte der 30-Jährige in eine Leitplanke.
Bei der Ausfahrt Bönen der Autobahn 2 krachte der 30-Jährige in eine Leitplanke. © Peter Steffen/dpa

Aus Sorge um seine schwangere Freundin und das ungeborene Kind setzte sich ein Bönener nicht nur alkoholisiert hinter das Steuer, sondern verschwand auch noch nach einem Unfall, ohne sich um den angerichteten Schaden zu kümmern. Das kam den 30-Jährigen nun teuer zu stehen.

Unna/Bönen – Der Geburtstag einer Angehörigen führte den Mann aus Bönen am 13. Juni nach Datteln. Dort wurde gefeiert und getrunken. Dann kam der Anruf der Freundin, die ihn darüber informierte, dass das Kind komme. Also warf der 30-Jährige alle Bedenken über Bord, setzte sich ins Auto und gab Gas. Auf der A2 wollte er in Bönen die Ausfahrt nehmen. Ein anderer Fahrer war ihm nicht schnell genug. Er überholte, verlor die Kontrolle und kollidierte mit der Leitplanke, die in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ihn kümmerte das reichlich wenig. Er verschwand vom Ort des Geschehens.

Ein Promille Alkohol im Blut

Kurz darauf stand die Polizei vor seiner Tür und es stellte sich heraus, dass er zum Zeitpunkt der Fahrt und des Unfalls etwa ein Promille im Blut hatte. Der Führerschein wurde sofort einkassiert.

Betreten erschien der Bönener, der zuvor noch nie negativ aufgefallen war, nun zu seinem Prozess vor dem Amtsgericht Unna. Die Trunkenheitsfahrt und die Unfallflucht räumte er unumwunden ein. Allerdings schilderte er auch, wie es dazu kommen konnte. Er habe Angst um seine Freundin und das Kind gehabt, sei deshalb in Eile gewesen. Nach der Kollision sei er dann weitergefahren, weil er befürchtet habe, jemand könne ihm „reinkrachen“. Was seine Freundin betreffe, sei das Ganze übrigens ein Fehlalarm gewesen, und bei seinem Auto habe es sich anschließend um einen Totalschaden gehandelt.

Richter: „Ich glaube Ihnen“

Das Geständnis, das leere Strafregister und der eigene Schaden wirkten sich am Ende zugunsten des 30-Jährigen aus. Der Richter brachte es auf den Punkt: „Ich glaube Ihnen, dass Sie daraus gelernt haben und dass das eine einmalige Sondersituation war.“ Auf der anderen Seite sei er sich aber auch darüber bewusst gewesen, dass seine Freundin schwanger gewesen sei und er hätte ohnehin zurückgemusst. Der Bönener wurde zu 750 Euro Geldstrafe und fünf Monaten Sperrfrist zur Erteilung der Fahrerlaubnis verurteilt.

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