Über 200 Millionen Euro fehlen

Monatelanger Lockdown: Textildiscounter Kik kämpft mit Pandemie-Auswirkungen

Der monatelange Corona-Lockdown hat den Einzelhandel in Deutschland hart getroffen. Der Textildiscounter Kik blickt nun aber wieder etwas optimistischer in die Zukunft.

Bönen – Sorgenvoll blickte Kik-Geschäftsführer Patrick Zahn im Februar auf die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf sein Unternehmen. „Alles, was nach Ostern kommt, ist kritisch“, sagt Zahn damals im Podcast „Steingarts Morning Briefing“ des früheren Handelsblatts-Chefredakteur Gabor Steingart. Tatsächlich dauerte der Corona-Lockdown bis weit nach dem Fest, er hat schon fast Pfingsten erreicht. Erst allmählich fallen mit den Inzidenzwerten auch die Beschränkungen. Zumindest „Click & Meet“ ist fast überall in den Geschäften wieder möglich. Das scheint die Kik-Führungsebene wieder optimistischer zu stimmen. (News zum Coronavirus)

UnternehmenKiK Textilien und Non-Food GmbH
SitzBönen (Kreis Unna/NRW)
Mitarbeiterca. 28.800

Textildiscounter Kik kämpft mit Auswirkungen der Corona-Pandemie

„Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Kunden in vielen Teilen Deutschlands wieder in unseren Filialen begrüßen können und erhalten sehr positive Rückmeldungen. Dank der Unterstützung unseres Gesellschafters und der Umsetzung effizienter Sparmaßnahmen sind wir davon überzeugt, dass wir die Herausforderungen überwinden und an unseren Erfolgskurs der vergangenen Jahre anknüpfen werden“, heißt es auf Anfrage von der Presseabteilung des Textildiscounters mit Sitz in Bönen (Kreis Unna).

Bislang zeichneten sich im Unternehmen keine coronabedingten Entlassungen oder Standortschließungen ab. „Wir möchten langfristig weiter wachsen und unser Filialnetzwerk in ganz Europa erweitern.“

Kik in der Corona-Pandemie: Kurzarbeit für tausende Beschäftigte

Der Einzelhandel stehe in Deutschland allerdings noch immer vor großen Herausforderungen. „Nirgendwo in Europa ist der Handel so lange und dauerhaft geschlossen wie hierzulande. Die Auswirkungen sind im gesamten Unternehmen zu spüren – von der Beschaffung in unseren Produktionsländern bis zum Verkauf. Und leider müssen wir aufgrund der ungewissen Lage seit vielen Wochen für tausende Kik-Beschäftigte Kurzarbeit anmelden.“

Auch in Bönen ist der Textildiscounter Kik mit einem Markt präsent.

Im Vergleich zu anderen Branchen hätte die Bundesregierung dem Einzelhandel wenig finanzielle Unterstützung ermöglicht. Allein in Deutschland zahle Kik 13,5 Millionen Euro Miete pro Monat – unabhängig davon, ob die Filialen geöffnet, teilweise geöffnet oder geschlossen seien. „Die staatlichen Hilfen, die Kik zustehen, belaufen sich auf maximal 2 Millionen Euro pro Monat.

Insgesamt fehlen uns durch die Corona-Pandemie bereits über 200 Mio. Euro, die für wichtige Zukunftsinvestitionen vorgesehen waren“, beklagt das Unternehmen. In einer solchen Situation wettbewerbsfähig zu bleiben, sei äußerst schwierig. Die langsame Teil-Öffnung der Handelsbranche werde die Monate des Lockdowns nur schwer kompensieren können.

Rubriklistenbild: © Pinger Sabine

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