Flüchtlingsunterkunft

Gemeinde widerspricht WDR-Bericht: Keine Räumung am Nordkamp

Gebäude Am Nordkamp 57 Bönen Flüchtlingsunterkunft
+
In dem Gebäude am Nordkamp sind neben Flüchtlingen auch Obdachlose untergebracht.

Die Nachricht in der WDR-Sendung „Lokalzeit“, dass die Problemunterkunft am Nordkamp geräumt werden soll, sorgte am Dienstag für Irritationen. „Wir werden keine Unterkunft räumen“, stellte der zuständige Fachbereichsleiter der Gemeinde, Jörg-Andreas Otte, jetzt klar.

Bönen – Nach der Veröffentlichung von Fotos, die die katastrophalen Verhältnisse in der Gemeinschaftsküche und in Sanitärräumen am Nordkamp zeigen, rückte die Flüchtlingsunterkunft der Gemeinde in den Fokus der Öffentlichkeit. Gegenüber dem WA stellte der zuständige Fachbereichsleiter der Gemeinde, Jörg-Andreas Otte, jetzt klar, dass nicht geplant sei, die betroffenen Bewohner in anderen Unterkünften unterzubringen. „Wir räumen keine Unterkunft, weil es dafür keinen Grund gibt“, so Otte. „Die, die da wohnen, bleiben erst mal dort wohnen. Technische Mängel werden wir, wenn nötig, beheben.“

Wegen der hygienischen Mängel der Unterkunft sollen Hausmeister und Betreuungspersonal noch intensiver auf die Bewohner Einfluss nehmen, die man bisher mit Argumenten noch nicht erreicht habe. „Wenn die mauern und zumachen, da haben wir ein Problem“, so Otte, und kündigte an: „Wir werden das Korsett noch enger schnallen an der Stelle.“ Was das konkret bedeutet, konnte der Fachbereichsleiter nicht sagen. „Das müssen wir dann noch einmal besprechen.“

Für Irritationen hatte ein Bericht des WDR-Fernsehens am Dienstagabend in der „Lokalzeit“ Dortmund gesorgt. Die Gemeinde Bönen habe angekündigt, dass „die Problemunterkunft am Nordkamp bald geräumt werden soll. Die Flüchtlinge sollen dann auf andere Einrichtungen verteilt werden“, heißt es da. Dem widerspricht der Bönener Fachbereichsleiter: „Die Frage war, wie ich zur Durchmengung stehe von Obdachlosen und Flüchtlingen in einem Gebäude.“ Die Rede sei ausschließlich vom Gebäude Am Nordkamp 57 gewesen, wo auf verschiedenen Etagen neben Obdachlosen auch einige Flüchtlinge untergebracht seien. „Das muss nicht so bleiben, da gucken wir mal, dass wir das bei Gelegenheit ändern. Das hat aber auch keine Eile.“

Von einer aktuellen Räumung der Unterkunft könne keine Rede sein. Denn die Gemeinde erwarte Flüchtlingszuweisungen von der Bezirksregierung in der Stärke von rund 70 Personen, damit die Gemeinde die 100-prozentige Zuweisungsquote erfüllt. „Nach jetzigem Stand haben wir die Kapazitäten in den drei Notunterkünften am Nordkamp, am Billy-Montigny-Platz und an der Nordbögger Straße. Die Kleinschwimmhalle am MCG brauchen wir nicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare