Tipps der GWA

Kein Verständnis für wilde Müllkippen in Bönen: Es gibt viele andere Möglichkeiten

Wilde Müllkippe Windrad Bönen
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Wilde Müllkippen wie am Windrad Am Eckey finden Passanten immer wieder auf Gemeindegebiet.

Es ist eine Riesensauerei, was manche Zeitgenossen so in die Landschaft kippen. Immer wieder finden Passanten am Wegesrand auf Bönener Gemeindegebiet wilde Müllkippen. Dabei nimmt der Wertstoffhof die meisten Abfälle sogar kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr an. Mülldetektive könnten künftig dafür sorgen, dass weniger Müll in die Landschaft gekippt wird.

Bönen – Müll ordentlich zu entsorgen, ist eigentlich ganz einfach. Grundsätzlich gehört der eigene Abfall in die Tonnen vor der Haustür, natürlich getrennt nach Hausmüll, Wertstoffen, Papier und Bioabfall. Was hier nicht hineingehört oder das Volumen der Tonnen sprengt, nimmt fast immer der Wertstoffhof in der Fritz-Husemann-Straße an. Auch hier wird sorgfältig getrennt, denn das Ziel ist, möglichst viel zu verwerten. Einmal, um die Kosten zu senken, aber auch, um die Umwelt zu entlasten. Deshalb gibt es für umweltschädliche Substanzen, wie Lösungsmittel eigene Schadstoffzeiten. Dann ist Fachpersonal vor Ort und nimmt die Stoffe kostenlos an.

Das zeigt, die fachgerechte Müllentsorgung ist wichtig. Nur in Ausnahmefällen, wie bei größeren Mengen Baustellenabfällen, verweisen die GWA-Mitarbeiter an die Deponie oder den Bauhof nur wenige Kilometer entfernt. Die Gebühren legt die Gemeinde für den Wertstoffhof bewusst niedrig fest, damit eben keine Abfälle in den Wäldern oder an den Straßenrändern landen.

Mülldetektive sollen für Sauberkeit sorgen

Die Bürgeranregung von Peter Thiemann, der zunehmenden Vermüllung durch „Mülldetektive“ entgegenzuwirken, will die Gemeinde aufgreifen. Der Haupt- und Finanzausschuss verwies den Antrag jetzt an den zuständigen Fachausschuss für Familie, Sport und Kultur. Dort soll über die Einrichtung eines Ermittlungsdienstes für wilde Müllkippen beraten werden, für den Verwaltungsmitarbeiter eingesetzt werden sollen. Sie haben die Befugnis, zu kontrollieren und Anzeigen auszustellen.

Dass das dennoch passiert, ist in den sozialen Netzwerken ein echtes Reizthema geworden. Auch GWA-Mitarbeiter Dirk Grabbe kann darüber nur den Kopf schütteln. „Wenn ich Bilder von Abfall in der Landschaft finden will, muss ich nicht lange suchen,“ weiß der aktive Radsportler. Auch deshalb ist er an seinem Arbeitsplatz sehr darauf bedacht, für alle Kunden den richtigen Entsorgungsweg zu finden, selbst wenn der Wertstoffhof die Lieferung mal nicht annehmen kann. Dabei begegnet ihm Verständnis. „Hier ist noch nie jemand mit quietschenden Reifen vom Hof gefahren“, bescheinigt er den Kunden, dass sie sich ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst sind.

Bürger zahlen bereits für die Entsorgung

Für die GWA beginnt dann die eigentliche Arbeit. Mit dem Abladen ist es nämlich nicht getan. Täglich wird der gelieferte Abfall abtransportiert und bestmöglich verwertet oder verbrannt. Ist beides nicht möglich, wird deponiert.

GWA-Sprecher Andreas Hellmich rät, schon beim Kauf an die Umwelt zu denken. Gut sei die Entscheidung für langlebige Produkte, die möglichst reparaturfähig sind. Das könnte dauerhaft auch die Kosten für die Gemeinde und damit für die Allgemeinheit reduzieren. Elektrogeräte sollten am Ende auch nicht als Restmüll entsorgt und schon gar nicht in die Wertstofftonne gelangen. „Die Kabel wickeln sich um die Sortiermaschine, wie alle Seile und Bänder.“ Die GWA nimmt alles, was Strom braucht, kostenlos an und kümmert sich um die Verwertung. Ebenfalls komplex ist die Verwertung von Holz, vor allem, wenn es behandelt ist. Holz mit Verrottungsschutz nimmt der Wertstoffhof zwar an, muss es dann aber entsorgen.

Inzwischen ärgert das asoziale Entsorgen von Müll in der Natur immer mehr Bürger.

Die Annahme von Müll am Bönener Wertstoffhof ist übrigens den Bönenern vorbehalten, weil sie die Entsorgung über ihre Gebühren finanzieren. Die Berechtigung wird deshalb auch überprüft. Wer die von der GWA zugestellte Berechtigungskarte nicht dabei hat, kann auch seinen Ausweis vorlegen. „Mal eben auf dem Weg von der Arbeit den Müll in einer anderen Gemeinde abgeben, das ist nicht erlaubt“, macht Grabbe deutlich.

Für Mitbürger, die ihren Abfall in die Umwelt werfen, haben die Mitarbeiter kein Verständnis. „Das ist absurd“, findet Hellmich. Schließlich zahlen die Bürger über die Abfallgebühren die Entsorgung teilweise bereits. Bei der GWA hat man kein Verständnis für Menschen, die, um ein paar Euro zu sparen, ihren umweltschädlichen Müll in die Landschaft werfen, der dann auch noch zulasten aller wieder eingesammelt und entsorgt werden muss.

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