Kanzlerkandidaten-Duell vor der Entscheidung

Laschet oder Söder? Die CDU-Vorsitzenden an der Basis haben einen klaren Favoriten

Zeit, die Maske abzunehmen, wenn es um die Spitzenkandidatur geht. Armin Laschet (vorn) liegt in der Gunst der hiesigen CDU-Basis vor Markus Söder.
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Zeit, die Maske abzunehmen, wenn es um die Spitzenkandidatur geht. Armin Laschet (vorn) liegt in der Gunst der hiesigen CDU-Basis vor Markus Söder.

Wer soll für die Union zur Bundestagswahl als Spitzenkandidat antreten? Da sind alle Blicke auf die Berliner Polit-Bühne gerichtet. Aber was sagt eigentlich die Basis?

Bönen/Kreis Unna – Mit dem seit Montag wohl erwartbaren Ausgang des Kandidatenduells der Unionsparteien ist der hiesige CDU-Vorsitzende zufrieden. „Armin Laschet ist der neue Bundesvorsitzende der CDU. Da ist es nur logisch, dass er der Kanzlerkandidat wird“, sagte Torsten Goetz.

Da war die Empfehlung des CDU-Präsidiums mit beträchtlicher Bindungswirkung für den NRW-Ministerpräsidenten als Merkel-Nachfolger in der Welt – und für die Redaktion der Moment gekommen, nach den schlagzeilenträchtigen Tagen in der medial zugespitzten „K-Frage“ mal der CDU-Parteibasis den Puls zu fühlen.

Goetz: Entscheidung zur rechten Zeit

Ihr Bönener Vorsitzender favorisiert eh Laschet als nächsten Regierungschef. Die Geduldsprobe bis zur endgültigen Klärung der Kandidatenfrage zu Mitte dieser Woche war für ihn kaum zu umgehen. „Es ist schon richtig, erst mal abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln.“ Zumal die ungebändigte Pandemie alles andere überschattet. Jetzt sei die Entscheidung jedoch nötig und richtig.

„Nun muss der Kandidat die Mitglieder mitnehmen und an der Basis abholen, was wir als gemeinsame Entwicklung angehen und im Programm sehen wollen,“ formulierte Bönens erster Christdemokrat klare Erwartungen. Dazu müssten die Verbände, von der CDA bis zur neuen Klima-Union, „in die Arbeitsprozesse einbezogen werden.“ Die Parteistrukturen böten genug Foren, sich einzubringen.

„Klare Kante“ für den Stimmungswandel

Dass seinem Favoriten der Makel schlechter Umfragewerte anhaftet, ist Goetz klar. Das seien Momentaufnahmen in denen sich die Pandemiemüdigkeit niederschlage. Durchaus nachvollziehbar wegen der Allgegenwart der Corona-Probleme und befeuert dadurch, „dass man nicht mehr jede Regel versteht.“ Aber: „Im September war es in den Umfragen noch anders herum, nur irgendwann wird die Luft dünner.“ Ändern werde sich die Lage aber, „wenn wir jetzt bundeseinheitlich klare Kante zeigen.“ Mit der Gesetzesinitiative der Regierung werde sich das Blatt wenden.

Mal zum Konkurrenten: Kommt Markus Söder besser rüber, weil der kraftmeiernde Bayer überschätzt wird? Torsten Goetz lacht. „Es sind zwei unterschiedliche Typen“, sagt er dann. Und: „Die CSU hat sicher gute Politiker. Aber keinen, der ganz Deutschland einigen kann.“

Der Kreisvorsitzende war mal für Merz

An der guten Regierungsarbeit in NRW ließen sich die Talente ablesen, die Armin Laschet zum besseren Mann fürs Kanzleramt machen, meint auch der Kreis-Vorsitzende der Union, Marco Morten Pufke. Das Amt des Ministerpräsidenten hielt Pufke schon für das Beste für Laschet, als noch die Kür des CDU-Vorsitzenden anstand. Da stimmte der Kreis-Chef der Union für Friedrich Merz. „Mit dem klarem Votum des Parteivorstands ist Laschet aber klar Kanzlerkandidat, ich stehe hundertprozentig hinter der Entscheidung.“

Es sei gut, dass nun Klarheit herrsche – und „es einer von uns macht.“ Söder möge aktuell höher im Kurs stehen als Laschet, auch dank der Ungeschicklichkeit mit dem Brücken-Lockdown. „Es stellt sich aber die Frage, ob das bis zur Bundestagswahl trägt“, meldet Pufke Zweifel an. In NRW habe Laschet bewiesen, „dass er auch mit knappen Mehrheiten den Laden zusammenhält.“ Nun müsse der Rest der Republik erfahren, „wie gut er das 18-Millionen-Land regiert.“ Entscheidend sei nun eine klare Corona-Strategie.

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