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Mögliche Lösung für fehlende Kita-Plätze: Container-Nutzung geht weiter

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Von: Markus Liesegang, Kira Presch

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Container-Kita an der Poststraße Bönen
In dem Container, in dem die Awo-Kita „Kleine Forscher“ untergebracht ist, könnte künftig eine Kindertagesstätte Plätze für Kinder anbieten, die noch keinen Betreuungsplatz haben. Allerdings fehlt noch ein Träger. © Robert Szkudlarek/Digitalbild

Im Jugendhilfeausschuss des Kreises Unna am Mittwoch referierte Fachbereichsleiterin Katja Schuon auch über die Betreuungssituation in den Bönener Kindertageseinrichtungen und stellte erste mögliche Lösungsansätze vor. Denn: Noch sind bekanntlich aktuell 74 Kinder zum Start des Kindergartenjahres im Sommer unversorgt.

Bönen/Kreis Unna – 151 Kinder wurden zum 1. August neu angemeldet in den elf Bönener Kitas. Das reicht aber schon wieder nicht aus. Noch einmal knapp die Hälfte steht vor der Tür und wartet auf einen Betreuungsplatz im Sommer. „Wir sind darauf vorbereitet, dass der Bedarf größer sein würde als die aktuell verfügbaren Plätze. Das ist die Zahl, mit der wir auch gerechnet haben“, sagt Katja Schuon gegenüber dem WA.

Möglicher Wechsel im Container an der Poststraße

Eine relativ schnell umsetzbare Lösung bis zum Sommer könnte die erneute Nutzung des Containers an der Poststraße sein, so Schuon, in dem zurzeit die Awo-Kita „Kleine Forscher“ untergebracht ist. Die wird im Sommer in ihren Neubau an der Geschwister-Scholl-Straße ziehen. Die Bauarbeiten sollen nach Auskunft des Bauträgers UKBS im April abgeschlossen sein. Dann würde ein Container an der Poststraße frei, nebenan sind weiterhin die Kinder der Kita Hegemann untergebracht, bis ihr Neubau auf dem Gelände gegenüber vom Schwimmbad fertig gestellt ist.

Das wäre eine gute Option, so Schuon. „Natürlich müsste das baurechtlich geprüft werden, denn die Container sind ja als Übergangslösung gedacht. Zudem müssen wir in dem Zusammenhang auch klären, was passiert nach zwei Jahren im Container. Da müssen wir ja auch eine Lösung liefern. Wir müssten uns das Einverständnis der Gemeinde holen und die weitere Nutzung müsste geprüft werden, aber die Container sind ja in einem guten Zustand.“

Katja Schuon
Fachbereichsleiterin Katja Schuon berichtete im Jugendhilfeausschuss über die Situation bei der Kindertagesbetreuung in Bönen. © Linda Peloso

Eine Hürde müsste dann allerdings noch genommen werden: Der Kreis Unna muss kurzfristig einen Träger finden, der bereit ist, ab 1. August die neue, zwölfte Kita in der Gemeinde zu betreiben.

Eine Alternative zur weiteren Containernutzung wäre die Erweiterung bestehender Kitas. „Wir werden in den nächsten Wochen Gespräche mit der Gemeinde, mit möglichen Trägern für die Containerlösung, aber auch mit den Kitas vor Ort führen, um zu eruieren, ob der Ausbau vorhandener Kitas möglich und machbar wäre“, sagt Katja Schuon. „Ich hoffe, dass wir im nächsten Jugendhilfeausschuss am 2. März schon Ergebnisse vorstellen können.“

SPD stellt Antrag auf einen Waldkindergarten

Vielleicht kommt ja ein Waldkindergarten nach Bönen, den die Bönener SPD angeregt hatte. Die SPD-Kreistagsfraktion brachte im Jugendhilfeausschuss den Antrag ein, den die Kreisverwaltung nun prüfen wird. Der Antrag argumentiert: „Waldkindergärten sind pädagogische Einrichtungen, die innerhalb eines festgelegten Bereichs mehrere Aufenthaltsmöglichkeiten in der Natur bieten. Das Konzept hinter den naturnahen Kindergärten basiert auf der Erkenntnis, dass sich Kinder in der Natur besser bewegen, spielen und lernen können. Ein Waldkindergarten kann zudem bereits in jungen Jahren ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge entwickeln.“´

Dabei sollen Elterninteressen einbezogen werden. Auch die Fragen einer möglichen Einrichtungsform sowie Trägerschaft sollen geklärt werden. „Die pädagogischen Angebote haben sich in den vergangenen Jahren deutlich breiter aufgestellt. Wir gehen davon aus, dass ein Waldkindergarten für Eltern eine interessante Wahlmöglichkeit sein kann“, erläuterte Norbert Enters, SPD-Kreistagsmitglied und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, den Antrag.

Anträge stauen sich in der Elterngeldstelle

Brisant sei die Situation bei der Elterngeldstelle. 5,5 Stellen bewillige das Land, die nicht alle besetzt seien. Die Anträge würden sich stauen, Eltern stünden folglich ohne Geld da. Die Folge: Eltern müssten arbeiten, könnten sich nicht um die Kinder kümmern. Die Einführung der Elektronischen Akte sei dringend geboten, um Bearbeitung zu beschleunigen.

Fachbereichsleiterin Katja Schuon bemühte Fußballer Uwe Wegmann zur Entschuldigung: „Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam noch Pech dazu.“ Regularien der Einstellung, eine fehlende Leitung und Krankheitsfälle, führte sie an. Es gebe aber auch einen Lichtblick, da zwei Mitarbeiter des Jobcenters künftig mithelfen sollen.

Peronalausstattung im Kreisjugendamt analysiert

Rasmus Hachmann analysierte schließlich Organisationsstruktur und Personalausstattung des Kreisjugendamtes. Die Behörde, zuständig für Bönen, Fröndenberg und Holzwickede, stehe im kommunalen Bereich gar nicht schlecht da. Optimierungspotential bestehe dennoch, so Hachmann. Der Sozialwissenschaftler der Beratungsfirma Allevo kam zu dem Schluss, dass 3,28 Stellen zuviel vorhanden sind. Allerdings schränkte er ein, dass es eine Diskrepanz in den einzelnen Abteilungen gebe.

Zwei Abteilungen hätten einen Überhang, zwei seien eher unterbesetzt. Sinn würde es machen, Aufgabenbereiche umzuschichten, eine klarere Organisationsstruktur zu schaffen. Zudem müsse die Kommnuikation zwischen Stellen, deren Zuständigkeit sich überschneidet, dringend verbessert werden. „Man muss schon sehr genau hinschauen“, erklärte Hachmann, dass es nicht möglich sei, einfach Stellen zu streichen. Im Bereich der Familienbüros empfahl er zum Beispiel eine Ausweitung. Überhaupt seien pädagogische Fachkräfte zu sehr in Verwaltungsaufgaben eingebunden.

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