Verwaltung verspricht Abhilfe

Jürgen Klein beklagt: Kein Platz am Grab der Tochter

Jürgen Klein auf dem Friedhof Nordbögge
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Jürgen Klein am Grab seiner Tochter auf dem Altenbögger Friedhof. Er beklagt, dass der Abstand zu den neuen Gräbern so gering ist, dass er auf sie treten muss, um an die Grabstelle zu kommen.

Wenn Jürgen Klein zum Grab seiner Tochter will, dann muss der 80-Jährige über eine holperige Wiese, weil es keinen Weg an diesem Grabfeld gibt. Vor dem Grab ist kaum Platz zum Stehen, weil der Abstand zum Nachbargrab zu gering ist. Im Rathaus ist das Problem mittlerweile bekannt: „Wir sind dabei, eine vernünftige Lösung zu finden.“

Bönen – Jedes Mal, wenn Jürgen Klein zum Altenbögger Friedhof geht, dann ärgert er sich, denn er gelangt nur über eine unebene Wiese an das Grab seiner verstorbenen Tochter Ilka. Ein im Februar 2020 angelegtes Einzelgrab am Fuß des Grabes grenzt so nah daran, dass er nicht mehr vor dem Grab seiner Tochter stehen kann, ohne auf den Grabplatz eines anderen Menschen zu treten. Etwas mehr Abstand und ein Weg auf dem er sicher zur Grabstelle gelangen kann, das wünscht er sich.

„Ich bin nicht der Einzige, der Probleme mit dem nicht vorhandenen Gehweg hat“, erzählt Jürgen Klein. Zu diesem Grabfeld kommen viele ältere Menschen, die hier ihre Angehörigen besuchen. Sie müssen auf der Wiese aufpassen, dass sie nicht stolpern, weil die Wiese viele Dellen hat. Ich bin noch ganz gut zu Fuß“, sagt der 80-Jährige, „aber wer zum Beispiel mit einem Rollator unterwegs ist, der hat hier Probleme – vor allem, wenn es nass ist.“

Wo in anderen Abschnitten des Friedhofs plattierte oder geschotterte Wege an den Grabstellen entlang führen, da müssen die Besucher hier ohne festen Weg auskommen.

Mehr noch macht ihm allerdings zu schaffen, dass seit Februar 2020 zwei Einzelgräber ohne den nötigen Abstand angelegt wurden – eines direkt am Fuß des Grabes seiner Tochter. „Ich kann nur vor dem Grab meiner Tochter stehen, wenn ich auf das andere Grab trete“, schildert Klein das Problem. Das sei zwar mit Rasen bedeckt, aber bis vor Kurzem waren hier noch oberhalb der Steinplatte ein Kreuz und Blumen angebracht, sodass der Weg zum Grab zum Balanceakt wurde. Die sind mittlerweile entfernt worden, dennoch sei der Abstand zwischen den Gräbern viel zu gering, bemängelt Klein. „Dabei ist hier doch ausreichend Platz.“

Das Problem ist im Rathaus durchaus bekannt, wie der zuständige Sachbearbeiter Carsten Wilke versichert. Zumal Jürgen Klein bei ihm schon vorstellig wurde. Ursprünglich sei das Grab unterhalb von dem seiner Tochter an einer anderen Stelle geplant gewesen. Wegen Drainageproblemen musste kurzfristig eine andere Lösung gefunden werden. Dass dabei beim Ausbaggern zu wenig Abstand gehalten worden ist, will Wilke nicht ausschließen. Aber eine Versetzung des Grabes sei nicht möglich, das käme einer Exhumierung gleich. „Ich vermute, dass der Steinmetz die Steinplatte zu hoch direkt an das Kreuz gesetzt hat, sodass der Abstand zu gering ist“, so Wilke.

Glücklich sei die Situation nicht, räumt Wilke ein. „Mir tut das auch leid. Wir sind aber dabei, eine vernünftige Lösung zu finden“, verspricht er. „Wegen Corona geht es nur nicht von heute auf morgen. Wir müssen mit dem Gemeindegärtner besprechen, wie wir einen Weg anlegen können und möglicherweise die Steinplatte nach unten versetzen. Die Blumen und das Kreuz sind inzwischen entfernt worden, sodass der Zugang zum Grab schon besser geworden ist.“

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