Internationale Sommergalerie des Fotoclubs Bönen in der Alten Mühle zu sehen

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Mitglieder und Gäste bereiteten die Ausstellung gemeinsam vor.

Bönen - Die Sommergalerie des Fotoclubs Bönen wird in diesem Jahr zu einer internationalen Ausstellung. Sie ist ab jetzt bis zum 30. August in der Alten Mühle zu sehen. „Wir waren schon ein wenig perplex, als wir auf einmal Nachricht aus Hongkong bekamen“, erzählte Clubmitglied Dietmar Wilke.

Er begrüßte beim Aufhängen am Samstag nämlich Martina Platte. Sie kommt zwar ursprünglich aus Pelkum, arbeitet aber seit 21 Jahren in der chinesischen Metropole. „Ich habe es im Internet gelesen, und da ich in dieser Zeit hier bin, hab ich mich beworben“, erzählte sie.

Platte zeigt Straßenszenen in Schwarz-Weiß, zum Beispiel das Schlangestehen an der Bushaltestelle. Das klar strukturiert aufgenommene Motiv fand sie als Bild interessant, ansonsten hält die Pelkumerin exotische Szenen grundsätzlich für überbewertet. „Wenn ich die Oma auf einer Bank in Asien fotografiere, ist das doch genauso in Bönen die gleiche Szene – Oma auf Bank.“ Bewertet würde so ein klassisches Urlaubsbild auf deutschen Wettbewerben aber weitaus höher. Platte fotografiert seit der Jugend. „Menschen, Mode, Architektur und eben Straßenszenen. Landschaft kann ich nicht so“, gab sie zu.

Die Pelkumerin war aber nicht die einzige, die Bilder in die Mühle gebracht hat. „15 Bewerbungen sind eingegangen“, freute sich Wilke über die unerwartet gute Resonanz auf die originelle Aktion des Clubs. Der hatte sich nämlich entschieden, in diesem Jahr auch Bilder von Nichtmitgliedern in die Ausstellung aufzunehmen. Jeder Gastfotograf durfte zwei Bilder stellen, die Clubmitglieder bis zu vier.

Und die Bilder der Gäste sind durchaus sehenswert. Sie beleben die Sommergalerie, die traditionell themenoffen angelegt ist. Es seien eben fotografisch unterschiedliche Interessen vorhanden, so Wilke, auch wenn die gemeinsamen Ausflüge des Clubs manchmal die Thematik vorgeben.

Wilke selbst bevorzugt grafische Arbeiten in Landschaft und Architektur. Er spielt mit Bearbeitungsprogrammen, setzt farbliche Blickpunkte durch partiellen Farbentzug. In die gleiche Kerbe, wenn auch abstrakter, schlägt Shanice Taubert aus Opsen, die in der Tageszeitung den Aufruf zur Teilnahme las. „Das stammt aus einer Hausaufgabe zu perforierten Flächen“, erklärt die Kommunikationsdesign-Studentin den gelenkten Lichteinfall durch ein Rollo. Das zweite Bild zeigt ein Treppenhaus der Essener Zeche Zollverein – allerdings aufgenommen mit einer extravaganten Perspektive.

Bei Fotoclub-Mitglied Rolf Cordes stehen Tiere im Mittelpunkt. „Es kann aber auch mal der Sonnenuntergang sein“, sagt er. „Ich bin kein Freak mit Mega-Ausrüstung“, rückt er sein Hobby ins rechte Licht. Ebenso wie Peter Schulte, der sich in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Wasser und Geräte der Brandschützer, teils in Details, hat er zur Schau beigesteuert.

Frank Meier hingegen setzt schon auf eine hochwertige Ausrüstung, inklusive Filtertechnik, die bei seinen Londonaufnahmen räumliche Tiefe erzeugt. Der Mensch auf der Bühne steht im Blickpunkt von Christian Baltrusch. „Ich hab ein Faible für dunkel, melancholisch“, sagt er. Zum einen zeigt er sparsam, kontrastreich beleuchtete Aufnahmen eines Haarmodells, dann aber auch knackige Konzertaufnahmen. „Eigentlich bin ich ja eher Schwarz-weiß-Fotograf, habe analog mit eigener Dunkelkammer angefangen“, entschuldigt er die Farbe im Bühnenportrait von Ray Wilson.

Er lockte übrigens einen weiteren Gastaussteller nach Bönen: Petra Leusmann aus Wuppertal nutzt die Fotoausstellung, um ihre Konzertbilder publik zu machen.

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