Interview lässt auf Bilanz schließen

Impfzentrum Unna: Das passiert mit Restdosen - Wird an AstraZeneca gezweifelt?

Impfzentrum Kreissporthalle Unna
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Von einer hohen Impfbereitschaft spricht der Kreis für das Impfzentrum Unna. Parallel zu den über 80-Jährigen werden zurzeit Rettungsdienste und Pflegedienste geimpft.

Die Corona-Impfungen im Kreis Unna sind im vollen Gange, das Impfzentrum im Hochbetrieb. Ein Kreissprecher verrät, was mit den Restdosen passiert und gibt Einblicke zur Impf-Bereitschaft.

Kreis Unna - Lehrer und Erzieher rücken jetzt in der Corona-Impfreihenfolge auf. Restdosen sollen am Ende des Tages an priorisierte Berufsgruppen abgegeben werden, damit kein Impfstoff verschwendet wird. Immer wieder ist die Rede von Pflegepersonal, das AstraZeneca ablehnt. Wie ist die aktuelle Situation im Impfzenrum Kreis Unna? Darüber sprach Kira Presch mit dem Sprecher des Kreises Unna, Max Rolke.

Im Gespräch kommt auch immer wieder die Impfreihenfolge zur Sprache. Es gibt übrigens ein Internet-Tool, mit dem jeder seinen persönlichen Impf-Termin berechnen kann. Auch die (Coronavirus im Kreis Unna)

LandkreisKreis Unna
Fläche542,6 km²
Einwohner394.891 (31. Dez. 2019)

Impfzentrum Kreis Unna: Folgen von Lehrer- und Erzieher-Impfungen noch nicht absehbar

Die Aufgabe, Termine für einzelne Berufsgruppen zu vereinbaren, liegt beim Kreis Unna. Wie bewältigen Sie das?
Das ist schon ein großer Aufwand und Kraftakt. Im Gesundheitsamt haben wir derzeit zwei Mitarbeiter eingebunden, die den ganzen Tag nichts anderes tun als am Telefon Termine zu vereinbaren. Im Moment können wir das noch stemmen, weil wir auch nicht so viel Impfstoff haben, dass wir unendlich viele Termine vergeben können. Aber wir müssen das System ausbauen. Es gibt Überlegungen, das Team auf vier Mitarbeiter aufzustocken, wenn demnächst weitere Berufsgruppen dazukommen.
Wer wird zurzeit geimpft?
Die Kassenärztliche Vereinigung vergibt die Termine für die über 80-Jährigen. Die haben oberste Priorität. Der Kreis Unna vergibt parallel Impftermine für Berufsgruppen. Die Impfung des Rettungsdienstes im Kreis ist weitgehend abgeschlossen. Den haben wir mit Restdosen und AstraZeneca versorgt. Aktuell in der Stufe Prio 1 sind die ambulanten Pflegedienste an der Reihe. Das ist eine Vorgabe vom Land. Wenn mehr AstraZeneca verfügbar ist, dann kommen auch andere Berufsgruppen zum Zuge.
Welche Auswirkungen hätte die zusätzliche Aufnahme von Lehrern und Erziehern in die Gruppe mit der zweithöchsten Priorität?
Das können wir noch überhaupt nicht absehen. Wir haben noch keine Zahlen vorliegen, wie viele Lehrer und Erzieher im Kreis konkret betroffen sind und sich impfen lassen wollen.

Impfzentrum Kreis Unna: Das passiert mit den Restdosen

Was geschieht mit den Restdosen?
Wenn wir am Ende des Tages feststellen, wir haben von Biontech oder AstraZeneca Restdosen übrig, haben wir einen Plan, wie mit den Resten umzugehen ist. Wir gehen dann unsere nach Dringlichkeit gestaffelte Liste durch, wer eine Impfung erhalten kann. Das haben wir alles vorgeplant, die Rufnummern liegen bereit. Dann werden die Listen abtelefoniert, um die an diesem Tag noch zur Verfügung stehenden Dosen zu verimpfen. Das alles muss ja auch schnell gehen. Es kann sein, dass Menschen dabei sind, die am Morgen noch nicht ahnen, dass sie am Abend geimpft werden.
Passiert es, dass dennoch Impfdosen übrig bleiben?
Bisher ist es immer gelungen, die Impfdosen an den Mann oder die Frau zu bringen. Es ist uns gelungen, dass wir nichts wegschmeißen mussten. Davon profitiert auch die Polizei im Kreis bereits. Da sind schon einige Beamte geimpft worden.
Um wie viele Restdosen handelt es sich, die am Ende eines Impftages weitergegeben werden?
Da handelt es sich um einzelne Dosen, das können mal zwei oder mal sieben Impfdosen sein – zum Beispiel wenn Impftermine nicht wahrgenommen wurden oder noch Impfdosen in einer angebrochenen Ampulle zur Verfügung stehen.

Impfzentrum Kreis Unna: Impf-Bereitschaft auch bei AstraZeneca hoch

Es war immer wieder die Rede davon, dass in den Impfzentren Termine in großer Zahl nicht wahrgenommen worden sind. Ist das im Impfzentrum in Unna ebenfalls passiert?
Nein, das können wir nicht beobachten. Die Menschen halten ihre Termine in der Regel ein.
Es gibt Berichte, dass AstraZeneca als Impfstoff von medizinischem Personal oft abgelehnt würde. Können Sie das bestätigen?
Das können wir hier noch nicht beobachten. Es gibt sehr vereinzelte Fälle, wo eine Impfung mit AstraZeneca oder eine Impfung generell abgelehnt wird. Es gibt ja keine Impfpflicht. Aber die Impfbereitschaft ist nach unseren Beobachtungen im Kreis Unna sehr hoch.
Wie begegnen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Menschen, die Zweifel haben, sich mit AstraZeneca impfen zu lassen?
Wir vereinbaren diese Termine am Telefon. Da kann man bei dem einen oder anderen auch im Gespräch noch Zweifel ausräumen. Parallel zu den Impfungen der über 80-Jährigen mit Biontech bieten wir aktuell auch Sammeltermine für ambulante Pflegedienste mit AstraZeneca an. Da sprechen wir vorher mit den Pflegedienstleitern und informieren auch über den Impfstoff.
Liegen dem Gesundheitsamt konkrete Zahlen für die einzelnen Berufsgruppen vor, die im Kreis Unna geimpft werden sollen?
Dazu kann ich keine Angaben machen. Wir machen individuelle Bedarfsanfragen beispielsweise beim jeweiligen Leiter eines Pflegedienstes, wie viele seiner Mitarbeiter sich impfen lassen wollen. Dann vereinbaren wir für diese Gruppe einen Impftermin.

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