Coronavirus im Kreis Unna

Corona-Impfzentrum im Kreis Unna startklar: So sieht es aus - und so geht es jetzt weiter

Bis zu einer halben Stunden sollen die Impflinge im Wartebereich des Impfzentrums auf Nebenwirkungen beobachtet werden.
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Bis zu einer halben Stunde sollen die Impflinge im Wartebereich des Impfzentrums wegen möglicher Nebenwirkungen beobachtet werden.

Das Impfzentrum in der Kreissporthalle ist startklar, wird aber noch einige Zeit leer bleiben. Wenn alles gut läuft, sollen die ersten Dosen des Wirkstoffs gegen den Coronavirus im Kreis Unna am 27. Dezember zur Verfügung stehen. Zuerst kommen die Bewohner und Mitarbeiter dreier Pflegeeinrichtungen an die Reihe, die von mobilen Impfteams besucht werden.

Bönen – Dann ist die erste Charge, die dem Kreis vom Bund zugewiesen wurde, exakt 509 Impfungen, auch schon verbraucht. Das teilten die Verantwortlichen im Kreis um Gesundheitsdezernent Uwe Hasche und den Leiter des Fachbereichs Gesundheitsschutz Josef Merfels beim Ortstermin an der Platanenallee mit.

Das Haus Husemann in Unna, das Seniorenzentrum „Minister“ Achenbach in Lünen und das Haus am Stadtpark in Schwerte wissen Bescheid, dass sie von den Impfteams als erste angefahren werden. Von allen Pflegeheimen hat der Kreis eine Prioritätenliste erstellt, die sich auf Größe, die Zahl der Intensivpflegepatienten und das Risiko einer schweren Erkrankung der Bewohner stützt. „Es muss passen, damit keine Impfdosen verfallen“, sagte Dr. Prosper Rodewyk, Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Einrichtungen, in denen es derzeit positive Coronafälle gibt, werden zurückgestellt.

Fünf Impfstrecken, 1200 Personen bei voller Auslastung

Die schwierige Lagerung des Biontech-Impfstoffs, der extrem gekühlt und innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden muss sowie nur fünf Tage haltbar ist, steht einer schnellen flächendeckenden Impfung im Wege. Rodewyk hält das Konstrukt Impfzentrum daher nur für die frühe Phase für sinnvoll. Bei einem leichteren Umgang mit dem Wirkstoff sollen die Hausärzte das Impfen übernehmen. Schließlich kann nur so eine Durchimpfung der Bevölkerung in einem angemessenen Zeitraum bewerkstelligt werden.

Denn die Kapazität des Impfzentrums des Kreises mit seinen fünf Impfstraßen ist beschränkt. Bei genügend Dosen könnten unter Volllast circa 1200 Personen am Tag geimpft werden, schätzte Merfels. 70 Menschen vom Ordnungsdienstmitarbeiter bis zum Arzt werden dann dort im Einsatz sein.

Impfzentrum in zweieinhalb Wochen eingerichtet

Bis es so weit ist, werden die von der Bundesregierung gekauften Impfstoffe nach dem Schlüssel, nachdem vor einigen Jahren auch die Flüchtlinge auf die Städte und Kreise verteilt wurden, ausgeliefert. Noch sei allerdings unklar, wann die zweite Charge ankommen werde und wie groß sie sei, erklärte Rodewyk.

Deshalb wollen Merfels, Hasche und Co. auch noch keine Angaben dazu machen, wann in der Kreissporthalle die erste Nadel gesetzt wird. In den ersten 14 Tagen sicherlich nicht, ist sich der Leiter des Impfzentrums sicher.

Corona-Impfung auf fünf Straßen: So sieht das Impfzentrum des Kreises Unna aus

Impfzentrum des Kreises Unna in der Kreissporthalle an der Platanenallee
Impfzentrum des Kreises Unna in der Kreissporthalle an der Platanenallee
Impfzentrum des Kreises Unna in der Kreissporthalle an der Platanenallee
Impfzentrum des Kreises Unna in der Kreissporthalle an der Platanenallee
Corona-Impfung auf fünf Straßen: So sieht das Impfzentrum des Kreises Unna aus

Vorbereitet ist der Kreis allerdings schon jetzt. „Wir sind impfbereit“, verkündete Rodewyk. In zweieinhalb Wochen hat der Kreis aus der Sporthalle ein Impfzentrum gemacht. „Das war eine logistische Meisterleistung, an der viele Dienststellen mitgewirkt haben“, lobte Hasche seine Mitstreiter. Am Mittwoch wird es eine Generalprobe geben, ob auch alles wie erdacht funktioniert.

Geordneter Ablauf und Wartebereiche

Für die „Impflinge“ geht es in einem Wartezelt los. Dort wird Fieber gemessen und die Einlassberechtigung kontrolliert. Im Innenbereich wird den Besuchern ein Aufklärungs- und ein Anamnesebogen ausgehändigt und die Impffähigkeit überprüft. Von einer Seite der 1600 Quadratmeter großen Halle geht es dann zur anderen. Erst gibt es das Gespräch mit dem Arzt zu Fragen über die Impfung, später von einem anderen die Spritze. Dazwischen sind Stühle zum Platznehmen aufgebaut. „Drei bis fünf Minuten“, so Sandra Pflanz, stellvertretende organisatorische Leiterin des Zentrums, sind im Schnitt für jede Station eingeplant. Alles geschieht nach Aufruf.

Bis kurz vor der Verabreichung wird der Wirkstoff im Kühlschrank des Impfraums gelagert. Das zeigen Sandra Pflanz und Josef Merfels, die für die Organisation des Impfzentrums zuständig sind.

Im großen Wartebereich sollen die Menschen 15 bis 30 Minuten unter ärztlicher Aufsicht bleiben, ehe sie bei der Abmeldung einen neuen Termin erhalten und das Gebäude verlassen können. Die Impfzahlen werden jeden Tag an das Ministerium für Arbeit und Gesundheit weitergeleitet. Alles ist barrierefrei, eine der fünf Impfstraßen auch rollstuhlgerecht. Für Zwischenfälle stehen ein Sanitätsraum mit drei Liegen und Notfallsanitäter bereit. Zu Beginn wird auch ein Rettungswagen vor der Halle parken.

Terminvergaben sollen ab Januar möglich sein

Das Freischalten der Terminvergabe sei frühestens für den 4. Januar vorgesehen, sagte Merfels. Kontakt soll unter der bundesweiten Rufnummer 116117, per App oder per PC möglich sein. Die Menschen sollen von sich aus aktiv werden. Noch müsse aber geguckt werden, wie die Termine mit dem Vorhandensein eines Impfstoffs kombiniert werden, damit nicht Leute umsonst in die Platanenallee fahren oder die Dosen ungenutzt bleiben.

Zunächst sind Menschen über 80 Jahre, Bewohner von Pflegeheimen und deren Personal (auch ambulant und palliativ) sowie Menschen in medizinischen Einrichtungen oder einem erhöhten Risiko eines Kontakts mit Corona-Patienten für die Impfungen vorgesehen.

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