Impfnachweis in der Apotheke

Bönener Pharmazeuten bereiten sich auf digitale Registrierungen vor

Mann präsentiert Impfstatus auf Smartphone
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Wer geimpft ist, kann künftig per App seinen Impfstatus bestätigen. Auch in den Bönener Apotheken soll es möglich sein, sich nachträglich registrieren zu lassen.

Bisher wurden die Corona-Impfungen in das gelbe Impfbuch eingetragen. Ab Montag soll zusätzlich eine digitalisierte Form angeboten werden. Wer bereits seine Impfeinträge im Impfbuch erhalten hat, kann sie in seiner Apotheke vor Ort nachträglich digitalisieren lassen. Auch die Bönener Apotheken bereiten sich gerade darauf vor.

Bönen – „Eigentlich warten wir seit Januar darauf, dass der digitalisierte Impfpass kommt, nun soll alles plötzlich sehr schnell gehen“, sagt Stefan Oyen, Inhaber von drei Bönener Apotheken, der aktuell die technischen Voraussetzungen für diesen Dienst schafft.

„Ob wir den Service direkt ab Montag, 14. Juni, anbieten können, kann ich noch nicht sagen, denn es müssen noch einige Detailfragen geklärt werden.“ Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn räumte am Donnerstag ein, dass nicht überall der Service kurzfristig zum 14. Juni bereits verfügbar sei. Er rechnet damit, dass bis Ende Juni ein flächendeckendes regionales Angebot besteht.

„Grundsätzlich werden wir diesen Service in Bönen in Kürze anbieten – voraussichtlich in der Apotheke am Bahnhof“, bestätigt Stefan Oyen. „Geplant ist eine einfache technische Lösung über das Portal der deutschen Vor-Ort-Apotheken, das mit dem Robert-Koch-Institut verknüpft ist.“

Auch Bären Apotheke will Digitalisierung anbieten

Auch seine Kollegin Bettina Siegert, Inhaberin der Bären-Apotheke, bereitet aktuell alles vor, um den Service in ihrer Apotheke anbieten zu können. „Dass es jetzt am Ende doch so schnell ging, hat uns etwas überrumpelt“, sagt Mitarbeiterin Jennifer Schlüter.

Ob die Digitalisierung direkt am Montag bereits angeboten werden kann und ob eine Terminvergabe über die Internetseite der Apotheke möglich sein wird, das stehe noch nicht fest. Um sicher zu gehen, sollten Kunden, die ihren Impfnachweis auf ihr Smartphone übertragen lassen wollen, ab Mitte der Woche Kontakt mit der Bären-Apotheke aufnehmen.

Die Daten der Impfungen werden regional abgeglichen, weil die Prüfbarkeit hier am besten möglich ist. Schließlich handelt es sich um ein amtliches Dokument, mit dem Menschen zum Beispiel eine Reise antreten können. Da müssen Fehler und Betrug ausgeschlossen werden. „Deshalb wird vor der Übertragung in die Cov-App oder in die Corona-Warn-App zum Beispiel die Chargennummer der Impfdosis, das Datum, der Impfort und die Unterschrift des Arztes genau überprüft“, erläutert Stefan Oyen. So soll Betrug mit falschen Impfdaten verhindert werden.

Der Bönener Apotheker Stefan Oyen will einen Terminservice auf seiner Internetseite für die Digitalisierung einrichten, damit es keine Wartezeiten gibt.

„Wir werden über einen Link auf unserer Homepage, ähnlich wie bei den Terminbuchungen für einen Schnelltest, Termine für die Erstellung des digitalen Impfpasses anbieten, damit es keine Wartezeiten gibt“, plant Stefan Oyen. Ob das bereits am Wochenende zu Montag möglich ist oder erst in ein paar Tagen, müsse noch geklärt werden – „aber da kommt es in der Regel ja nicht auf einen Tag an.“

Nachweis auch ohne Netz vorzeigbar

Wer vollständig gegen Covid-19 geimpft wurde, erhält von nun an ein Zertifikat, entweder digital oder als Ausdruck auf Papier. Darauf befindet sich ein QR-Code, der mit der neuen App CovPass gescannt werden kann oder mit der Corona-Warn-App ab Version 2.3. Die Impfbescheinigung wird verschlüsselt auf dem Smartphone gespeichert. In der App wird mit den gespeicherten Daten ein individueller QR-Code erstellt, ein sogenannter Impfbescheinigungstoken. Dieser kann an Stellen, die den Impfnachweis prüfen müssen, erfasst werden. Weil die Daten auf dem Smartphone gespeichert werden, kann man den Code auch ohne Internetverbindung vorzeigen.

Das Impfzertifikat erhalten Geimpfte künftig direkt dort, wo sie sich impfen lassen. Wer bereits vollständig geimpft worden ist, kann sich das Zertifikat grundsätzlich dort ausstellen lassen, wo die Impfung durchgeführt wurde, also im Impfzentrum oder in der entsprechenden Arztpraxis. Ab dem 14. Juni können auch einige Apotheken Impfzertifikate ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband bietet dann auf www.mein-apothekenmanager.de eine Suchfunktion an, mit der die teilnehmenden Apotheken gefunden werden können.

Mit dem stetigen Rückgang der Inzidenzwerte seien auch die Situationen, bei denen Testergebnisse oder Impfnachweise vorgezeigt werden müssen, weniger geworden. Das merke man, so Oyen, auch daran, dass die Zahl der Schnelltests im Testzentrum bei Denninghaus, das er betreibt, aktuell spürbar zurückgehen.

Aber für alle, die einen Urlaub in den kommenden Wochen planen, sei ein Nachweis der vollständigen Impfung schon wichtig. „Natürlich kann man sein gelbes Impfbuch vorzeigen – das hat ja weiterhin seine Gültigkeit“, betont Oyen, und weist ausdrücklich darauf hin, das Heft nach der Digitalisierung der Covid-Impfnachweise nicht etwa wegzuwerfen. Schließlich seien dort auch andere Impfungen eingetragen. „Das ist ein zusätzliches Angebot, damit man das Impfbuch nicht immer mit sich führen muss, sondern die Daten bequem auf dem Smartphone hat.“

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