Impfaktion des Kreises am Bönener Marie-Curie-Gymnasium

Schüler lassen sich für mehr Freiheit impfen

Impfaktion des Kreises im Marie-Curie-Gymnasium Bönen
+
Kinderkrankenschwester Rabea Kirsch impfte die Schüler im Bönener Marie-Curie-Gymnasium mit dem Vakzin von Biontech.

Der große Ansturm blieb am Dienstagvormittag aus. In der ersten Stunden, in denen der Kreis die Bönener Schüler zum Impfen gegen das Coronavirus in die Aula des Marie-Curie-Gymnasiums einlud, kamen lediglich neun Gymnasiasten zur Immunisierung. Dennoch waren sich die Beteiligten einig, dass das Angebot sinnvoll ist und unbedingt an den Schulen im Kreis fortgeführt werden soll. So ist am Donnerstag etwa das Städtische Gymnasium in Bergkamen an der Reihe, am Freitag die Gesamtschule Kamen. Am MCG gibt es am Dienstag, 21. September, eine zweite Auflage.

Bönen - MCG-Leiterin Bianca Giese hatte schon vorab nicht unbedingt mit Andrang beim ersten Impftermin an ihrer Schule gerechnet. „Viele Schüler sind bereits geimpft“, weiß sie. Insbesondere die älteren Mädchen und Jungen in der Oberstufe, an die sich das Angebot in erster Linie richtet, hätten sich frühzeitig um Termine im Impfzentrum oder bei ihrem Hausarzt bemüht. Nun sollten diejenigen möglichst unkompliziert die Gelegenheit bekommen, die es bislang noch nicht geschafft haben.

„Es ist die freie Entscheidung der Schüler. Wir wollen keinen Druck aufbauen“, betonte Bianca Giese. Deshalb sei keine Anmeldung notwendig gewesen, wer wollte, konnte spontan in die Aula kommen. Minderjährige benötigten dazu allerdings die Einverständniserklärung aller Erziehungsberechtigten sowie deren Ausweiskopie. Corona und die mögliche Immunisierung seien zuvor jedoch Thema im Biologieunterricht am Bönener Gymnasium gewesen, sodass die Jugendlichen informiert worden seien, erzählte Bianca Giese.

Jugendliche sind gut informiert

Das bestätigte Thomas Krüger. „Diejenigen die kommen, sind sehr gut informiert. Sie wollen geimpft werden und sind dankbar, dass sie das jetzt vor Ort an ihrer Schule machen können“, so der Bönener Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Der Mediziner klärte die Schüler vor der Spritze über den Ablauf und mögliche Reaktionen auf und beantwortete geduldig alle Fragen, die die Impflinge hatte. Die drehten sich zum Beispiel darum, wie lange Geimpfte auf Sport verzichten sollten. „Einige sind auch ein bisschen aufgeregt. Ihnen machen wir Mut“, sagte Krüger.

Unterstützt wurde er dabei von Rabea Kirsch. Die Kinderkrankenschwester aus Bochum arbeitet seit Februar im Impfzentrum des Kreises und setzte in der MCG-Aula die wichtige Spritze. „Siehst du, die Aufregung war ganz umsonst“, freute sie sich nach erfolgreicher Impfung, dass das gerade geimpfte Mädchen trotz vormaliger Nervosität keinerlei Probleme mit dem kurzen Nadelstich hatte.

Den hatten sich die Jugendlichen offenbar gut überlegt. Bei den meisten Schülern sind Eltern und Geschwister bereits immunisiert, sie wünschen sich jetzt den gleichen Status – vor allem aber mehr „Normalität“. „Ich möchte bei meinen Hobbys wieder freier sein“, gab beispielsweise eine 14-jährige Gymnasiastin an. Ihrer Mitschülerin hatte ähnliche Motive. „Falls im Winter weitere Einschränkungen kommen, möchte ich die Möglichkeiten behalten, zum Beispiel Essen zu gehen oder etwas mit Freunden zu unternehmen.“ Die vergangenen knapp eineinhalb Jahre mit Lockdowns, teils geschlossener Schule oder Distanzunterricht, ohne Vereinssport und Musikschule, vor allem aber mit viel zu wenig Kontakten, hätten ihnen sehr zu schaffen gemacht. „Das wollen wir nicht mehr.“

Da die Impfung derzeit der einzige Weg aus der Pandemie ist, brachten auch jüngere Schüler unter 16 Jahre die Einverständniserklärungen ihrer Eltern nebst Ausweiskopie mit, um das Vakzin von Biontech erhalten zu können. „Die Ausweiskopie hatten nicht alle dabei. Sie konnten sie sich aber noch spontan per Whatsapp schicken lassen“, erzählte Karsten Borchert vom Kreis Unna, der die Gymnasiasten in Empfang nahm und die notwendigen Unterlagen überprüfte. Sobald alles vollständig war, händigte er den Schülern die Aufklärungsbögen aus. Die wurden von den Jugendlichen gründlich gelesen, bevor sie sich auf den Weg zu Thomas Krüger und Rabea Kirsch machten.

Möglichst viele Angebote

Die Impfstoffdosen bereiteten derweil die Pharmazeutinnen Anna Rose-Schmidt und Iris Severin auf. Sie gehören beide zum Team des Impfzentrums des Kreises und sind zudem Mütter. „Meine Kinder waren auch froh, als sie sich impfen lassen konnten“, schilderte Iris Severin. Und je niederschwelliger das Impfangebot, desto besser, fand Thomas Krüger. „Unser Ziel ist, so viele Menschen wie möglich zu impfen. Da ist es gut, verschiedene Angebote zu haben, sei es im Impfzentrum, am Impfbus, bei den Ärzten oder eben in den Schulen.“

Die Aktion im MCG war übrigens nicht nur für die Gymnasiasten vorgesehen. Ältere Schüler der Humboldt-Realschule oder der Pestalozzi-Hauptschule hätten sich am Dienstag gleichfalls impfen lassen können. Die Information ist aber offensichtlich zu spät an der Realschule angekommen, die Hauptschule feierte indes am Dienstag ein Sportfest. Schüler beider Schulen können sich nun den 21. September vormerken, wenn sie die Impfung nicht vorher an anderer Stelle durchführen lassen möchten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare